Frage von MartinaSandler, 135

Wer entscheidet, und ist es rechtens, dass eine Person im Krankenhaus fixiert wird?

Mein Freund ist gestern am späten abend im "Alkoholrausch" die Treppe runtergefallen und hat sich am Kopf verletzt. In der Notaufnahme des Krankenhauses wurde die Wunde versorgt. Er wollte wieder mit nach Hause fahren, dies wurde ihm verboten. Sollte er das Krankenhaus verlassen würde man die Polizei verständigen. Mein Freund ist Alkoholabhängig und hatte 3,1 Promille. Ich fuhr nach Hause um ihm ein paar Sachen zu holen, als ich zurück kam war mein Freund komplett entkleidet mit einem Krankenhausnachthemd im Bett, seine Arme und Beine waren fixiert. Er war ansprechbar, durfte nicht aus dem Bett, nicht mal zum Klo, statt dessen sollte ihm ein Katheder gesetzt werden. Als er das verweigerte musste er alternativ dafür eine Art "Urinflasche" akzeptieren. Ist das rechtens dass jemand gegen seinen Willen fixiert wird und ihm sogar der Gang zum Klo verweigert wird?

Heute morgen habe ich sofort wieder im Krankenhaus angerufen, er war mittlerweile zur Überwachung auf die Intensivstation verlegt worden. Lt, telefonischer Auskunft "geht es ihm gut". Habe ihn dann gleich wieder besucht, er lag und liegt derzeit immer noch fixiert im Bett. Arzt war keiner zu sprechen, und obwohl mein Freund mit Nachdruck aufforderte das Bett verlassen zu dürfen bekam er vom Pflegepersonal zur Antwort sie können nichts entscheiden, er bleibt bis auf weiteres fixiert, sie können nichts entscheiden am abend kommt der Arzt nochmal zu ihm

Ich frage mich ob das rechtens ist????? Wie lange darf, wenn überhaupt" ein Mensch gegen seinen willen fixiert sein?

Das Pflegepersonal sagte mir sie geben mir telefonisch bescheid WANN ich ihn evtl heute noch abholen kann.

Antwort
von MrHilfestellung, 100

Eine Fixierung ist erlaubt, wenn die Gesundheit des Patienten oder anderer Personen gefährdet ist. Das Krankenhaus muss aber eine richterliche Zustimmung entweder vor oder nach der Fixierung vorbringen können.

Kommentar von MartinaSandler ,

danke dir, die richterliche zustimmung liegt angeblich vor, aber wie lange soll so was dauern?????? 

Kommentar von kakashifan009 ,

24 Stunden darf man auch ohne Richterliche Zustimmung fixieren 

Antwort
von dadamat, 54

Ein Arzt des Krankenhauses kann eine Fixierung erlauben, die aber maximal 24 Stunden andauern kann. Nach dieser Zeit ist eine richterliche Anordnung notwendig. Krankenschwestern dürfen eine Fixierung nicht selbstständig durchführen.

Antwort
von Akka2323, 41

Sei froh, dass sie ihn nicht postwendend in die Psychiatrie verlegt haben. Wenn er sich und andere verletzt hätte, wäre nämlich genau dass passiert. Seine Lage hat er sich selbst zuzuschreiben und für das Krankenhauspersonal ist er kein angenehmer Fall. Hoffentlich lernt er etwas daraus.

Antwort
von brentano83, 52

Wenn Gefahr für den Patienten, mit Patienten oder das Personal besteht darf ein Patient fixiert werden. Dazu benötigt man auch keine Zustimmung (die wohl auch kein alkoholisierter u. aggressiver Mensch geben würde) , das ist quasi wie bei der Polizei mit gefahren Abwehr...... 

Da sich 3,1 Promille auch nicht gerade in wenigen Stunden abbauen, ist die fixierung bis zu 24std legitim. 

Antwort
von kakashifan009, 71

Ich arbeite in einem Krankenhaus und habe es so gelernt das man einen Patienten 24 Stunden auch ohne seine Einwilligung fixieren darf. Das würde bedeuten bis heute Abend ist es immer noch Rechtens. Erst danach, braucht man einen Richterlichen Beschluss

Kommentar von MartinaSandler ,

danke dir für deine antwort, heisst wohl in dem fall er muss die demütigende lage so hinnehmen :-(

Kommentar von kakashifan009 ,

Das ist ja nicht böswillig gemeint vom Pflegepersonal. Wir machen sowas, wenn sie z.B so wie du es geschrieben hast Alkohol getrunken haben und aggressiv reagieren oder im Begriff sind sich Zugänge usw... zu ziehen

Kommentar von JayBo78 ,

Nun das ist keine Demütigung, sondern eine reine Vorsichtsmassnahme, das er sich nicht unabsichtlich selbst verletzt.

Antwort
von peterobm, 62

das entscheidet der behandelnde Arzt. Was passiert sein könnte, dein "Freund" hatte eine Infusion und hat dauernd versucht das Bett zu verlassen und die Nadel rauszuziehen. 

http://www.123recht.net/Fixierung-von-Patienten-im-Krankenhaus-\_\_a26669.html



Notstandsituation gemäß § 34 StGB




Antwort
von Ille1811, 48

Hallo Martina!
Nur durch solche Erlebnisse KANN dein Freund zur Krankheitseinsicht kommen!
Wenn du ihn in seiner Wut über das Fixiertwerden unterstützt, hilfst du ihm, seinen Zustand nicht sehen zu wollen!
Gefällst du dir in der Rolle der Helferin oder warum willst du ihn vor den Folgen seines Saufens schützen?
Ich denke, die Ärzte wissen genau, was sie tun.

Informier dich mal über 'Angehörige von Alkoholikern", z.B. auf der Webseite Al-Anon.de

Ich habe in Al-Anon begriffen, dass ich mit meiner gut gemeinten Hilfsbereitschaft die Krankheitseinsicht meines Mannes verzögert habe.

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