Frage von Moba1, 45

Wer darf in Österreich Dronabinol verschreiben?

Ich bin krank und möchte mir Dronabinol verschreiben lassen. Welcher Arzt darf das? Gibt es das auf normales Rezept? mfg

Antwort
von sonnymurmel, 32

Dronabinol ist verschreibungsfähig. D. h., der Arzt ist berechtigt, den als Betäubungsmittel qualifizierten Wirkstoff einem Patienten zu verschreiben. Mit der Verschreibungsfähigkeit besteht jedoch keine grundsätzliche Verpflichtung der Krankenkasse zur Kostenübernahme. Entsprechend übernehmen nicht alle Krankenkassen die Finanzierung der Therapie.  Ein Antrag bzw. eine solche Empfehlung liegt für Dronabinol derzeit nicht vor. Nach dem aktuellen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (Az.: 1 BvR 347/98, 6.12.2005) muss die gesetzliche Krankenkasse die Therapie mit Dronabinol finanzieren, wenn der Patient •unter einer lebensbedrohlichen oder regelmäßig tödlichen Erkrankung leidet,•eine allgemein anerkannte, dem medizinischem Standard entsprechende Behandlung nicht zur Verfügung steht, •und wenn eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Heilung oder auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf besteht.Für den Nachweis des Erfolgs der Therapie reichen ernsthafte Hinweise auf einen nicht ganz entfernt liegenden Heilungserfolg oder einen spürbaren positiven Krankheitsverlauf im konkreten Einzelfall aus.

Antwort
von Daniel079, 45

Dronabinol, Nabilone, Canemes und Sativex, kann jeder Arzt privat verschreiben, mit der Kostenübernahme schaut es leider anders aus, da es in den meisten Fällen abgelehnt wird.

Meistens wird ein Ansuchen für die Kostenübernahme leider abgelehnt, auch wenn ein Neurologe oder Psychiater für die Patienten ansucht. 
Die beste Möglichkeit es bezahlt zu bekommen ist, zum Hausarzt zu gehen, sich eine Überweisung ins Krankenhaus Schmerzambulanz (am besten in einer größeren Stadt) geben zu lassen, um dort alles zu besprechen.
Am besten wäre es, wenn schon eine Empfehlung am Überweisungsschein stehen würde: Dronabinol Therapie.
Leider ist diese Empfehlung auch keine 100%ige Garantie es bezahlt zu bekommen.                  

  
Es könnte möglich sein, das man sich das Medikament für eine längere Zeit selber bezahlen muss, damit die Ärzte sehen ob es überhaupt wirkt.
Wenn man über eine längere Zeit das Dronabinol selbst bezahlt und der Schmerzambulanz vorweist, das man von anderen Medikamenten weniger braucht, erhöht dies die Chancen der Kostenübernahme.
Erhöhtere Chancen haben Krebs- oder Multiplesklerose Patienten. Aber sogar bei solchen schwerkranken Patienten gibt es für die Kostenübernahme keine Garantie!

Es ist auch ganz leicht zu erklären WIESO man die Kostenübernahme in Österreich so schwer bekommt...

Es gibt genug andere Medikamente, welche um einiges billiger sind als medizinisches Cannabis,aber mit deutlich mehr Nebenwirkungen.
Es wird in der Medizin noch nicht richtig anerkannt, da man auch keine Pflanze patentieren kan, was weiters ein Grund dafür ist.
Zum Abschluss muss ich SAGEN das Dronabinol und der Rest nicht die optimale Lösung darstellt,da ein Gewohnheits-Effekt sehr schnell eintritt und kein Vergleich zu medizinischem Cannabis Flos (Blüten-Bedrocan-Bediol) ist.

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