Frage von luckypupsa, 83

Wer bin ich für Nationalisten?

Hay, folgendes. Ich beobachte dieses ganze Pegida Afd usw Dings Bums. Auf Youtube dieses ganze Multikulti vs Nationalismus. Ich weis gar n icht mehr was ich denken soll. Ich bin: Mein Opa/Oma Italiener kamen nach Deutschland vor 70 Jahren keine ahnung mit meinen Vater. Mein Vater ging hier zur Schule hat eine Ausbildung gemacht ein geschäft eröffnet usw. Meine Mutter ist Deutsche. Ich bin hier geboren spreche nur Deutsch kein bisschen Italienisch. Mein Vater hatte auch nie viel mit Italienern zu tun. Ich bin jetzt 37 Jahre alt für Deutsche bin ich Italiener wegen meinen Namen und für Italiener bin ich Deutscher! Hä! Was soll der Kack? Ich bin Deutsch mit halb italienischer abstammung. Wenn es hier zum Nationalsozialismus kommen sollte, muss ich dann hier raus?? Ich versteh mittlerweile diesen ganzen mist nicht mehr.

Was denkt ihr darüber?

Antwort
von Jonnymur, 15

Am besten ist es doch, wenn ein Nationalist selbst seine Sicht auf dich erläutert - ja, damit meine ich mich. Pegida und AfD lehne ich ab. Multikulturalismus sehe ich nicht im Widerstreit mit dem Nationalismus, eher im Gegenteil. Ich studiere Geschichte und Religionswissenschaft an der Universität Hamburg.

Zunächst aber eine Erläuterung: In der Geschichte und Gegenwart hat es verschiedene Arten gegeben Nationalität zu definieren. Im wesentlichen wurde sowas anhand von Sprache, Abstammung, geographischer Herkunft und/oder ggf. Staatsangehörigkeit getan. Jedes dieser Kriterien hat Bestandteile, die, wenn sie jeweils als allgemein- und alleingültig erachtet werden, in Konflikt mit dem persönlichen Wohl der Menschen steht. Ihre Identität wird angegriffen, denn während du die Menschen z.B. anhand deiner Muttersprache als Deutsche definieren könntest, wird ein Österreicher sich nicht als Deutscher verstehen. Genauso ist es mit den anderen Kriterien. Nicht jeder mit deutscher Abstammung, Herkunft und Staatsangehörigkeit wird sich als Deutscher verstehen. Trotzdem beurteilen viele andere die Nationalitäten aller ihrer Mitmenschen genau anhand dieser Kriterien, zwingen sie anderen auf. Die Nation ist aber eine Konstruktion, sie ist nicht "natürlich", sondern von uns erschaffen. Sie ist womöglich in ihrer Existenz nur durch ihre Funktion legitimiert. Ist dieser Zweck jedoch für die Menschen nachteilhaft, gibt es keinen Grund, die Nation aufrechtzuerhalten. Was als sinnvoll zurückbleibt ist die Selbstbestimmung der Menschen, die sich auch auf die Nation erstrecken kann. Sprich, jemand sagt, er sei Deutscher, weil seine Muttersprache Deutsch ist, weil seine Vorfahren überwiegend Deutsche sind, weil er in Deutschland geboren wurde und/oder weil er eine deutsche Staatsangehörigkeit hat, ohne aber zu verneinen, dass jemand anderes Deutscher ist, dafür aber andere Kriterien ansetzt, sich zum Beispiel anhand der Staatsangehörigkeit definiert, während man selbst die Abstammung heranzieht.

Um also auf den Kern meiner Aussage zu kommen: Nur du selbst bestimmst deine Nationalität. Du ziehst deine eigenen Kriterien heran - so war das schon immer mit Nationalitäten.
Das Nationendenken, das ganz und gar auf dem Nationalismus basiert, eröffnet eine neue Ebene kultureller Vielfalt, die der nationalen Identitäten. Die Geschichte und Vorgeschichte einer solchen Nation dient uns dazu die Nation mit einer weiteren wesentlichen Bedeutung zu füllen, sie weiter zu differenzieren.

Nationalisten, die diesen Reflexionsprozess nicht durchlaufen, wollen wohl auch einfach nur dominieren. Sie bringen einen Grundrassismus mit. Die Feindschaft gegen Muslime ist dabei auf eine Rassisierung einer religiösen Gruppe zurückzuführen. Anti-Religiösität ist dabei eher nebensächlich und spielt v.a. im linken Spektrum eine Rolle - der in linken Kreisen einflussreiche Marxismus ist grundsätzlich atheistisch ausgerichtet.

Die heutige Mode sich nur als Mensch zu definieren halte ich für einen großen Rückschritt. Während die Nationalität eine Leistung der Identitätsbildung ist und auf unserer Selbstbestimmung basiert - sie ist eben ein Konstrukt -, sind wir alle Menschen ohne es unbedingt zu wollen, ohne es selbst entschieden zu haben und ohne etwas dafür getan zu haben. Zudem ist es eine Sache jemanden nicht als Deutschen, eine andere jemanden nicht als Menschen anzuerkennen. Das Verlangen nach Abgrenzung wird es aber immer geben.

Antwort
von hutten52, 17

AfD und Pegida sind gegen die Islamisierung und gegen eine unbegrenzte Einwanderung aus dem Nahen Osten nach Merkels Grenzöffnung.Sie wollen Regeln ähnlich wie in den USA, AUS, Kanada. Sie wollen, dass es keine Parallelgesellschaften, No-Go-Zonen und Sexangriffe wie in Köln gibt. 

Was hat das mit dir zu tun? Gegen integrierte Einwanderer und deren Kinder haben sie nichts. Es gibt ne ganze Menge Einwanderer bei der AfD. Sehr viele Italienischstämmige, Russichstämmige etc. haben AfD gewählt. 

Kommentar von luckypupsa ,

Ich mache mir gedanken. Das Thema wird immer heisser und so weiter. Irgendwann wollen die alle raus haben. Und da weis man nicht wo die einen hin stecken..... Spüre viel hass auch von Arbeitskollegen gegen Ausländer der immer härter wird.90% von den die ich Treffe. Manche wissen nicht das ich halber Italiener bin ausser wenn sie meinen nachnamenn sehen auf der Kleidung. Davor wird fast immer über ausländer geredet. Und das nicht nur gegen einwanderer. Deswegen mache ich mir gedanken. Es wird echt immer heisser.

Antwort
von dasadi, 26

Sogenannte Nationalisten bzw. Patrioten sind die selbsternannten Gut-Rechten. Im Grunde sind sie nix anderes als Rassisten. Sie haben wechselnde Feindbilder, wie es die Zeit gerade ermöglicht, eindrucksvoll herumzugrölen und Gruppenzugehörigkeiten zu finden. Früher waren das Feindbild die "Spaghetti-Fresser", dann die Türken, die Juden, die "Bimbos" jetzt sinds die Moslems....All diese nationalistischen/patriotischen Leute sind potentielle Wähler eines neuen Hitlers/Mussolinis/....die Reihe lässt sich ja leider lange fortsetzen.. Wen die gerade oder morgen loswerden oder verfolgen wollen, weiß man nie. Denen kann und sollte man es nicht recht machen wollen. Die sind nicht nur gegen Nationalitäten, sondern auch gegen Religionen, alles im Bedarfsfall. Sie selbst sind arme, dumme, gewaltbereits Würstchen mit einem sehr niedrigen Bildungshorizont. Du bist hier geboren, Du bist Deutscher mit italienischen Wurzeln, Du sprichst Deutsch udn bist vermutlich Christ wie die meisten Menschen italienischen Ursprungs. Im Moment stehst Du also nicht in ihrem Focus. Das kann sich aber jederzeit ändern. Auch ich als Atheist und Urdeutscher kann jederzeit aus irgendeinem Grunde deren Zielgruppe werden. Z.b. bin ich rothaarig, vielleicht ist das das nächste..........Die Rothaarigen haben in der Geschichte auch Einiges durchstehen müssen. Man sollte mit sich selbst im Reinen sein, den Menschen als Menschen akzeptieren egal, welcher Religion oder Nationalität er ist. Wir alle entstehen auf dieselbe Art und Weise, und wer der bessere Mensch ist, entscheidet ausschließlich der Charakter.


Antwort
von Othetaler, 27

Bei solchen Fragen fällt mir immer Zuckmayer ein:

https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerm%C3%BChle_Europas

Du bist einfach ein Mensch.

Eine ähnliche Antwort gibt es auch in einem Lied der Black Föös:

http://www.blaeckfoeoess.de/texte/stammbaumtext.html

Antwort
von eccojohn, 22

Sei froh, nicht DEUTSCHER zu sein -

so brauchst Du wenigstens nicht eine durch Verlogenheit entstandene Kollektivschuld als selbstverständliches Erbe von Generation zu tragen und weiter zu reichen, ohne auch nur irgend etwas selber dazu beigetragen zu haben.

Freue Dich über die Wurzeln, die Du hast, und mach´s wie ich - ich bin einfach EUROPÄER ( nur mit BRD Ausweis und Pass )

Viel wichtiger ist das, was Dich ausmacht, Dein Denken, Dein Handeln, die Art wie Du Verantwortung übernimmst - dann kann Dir der Rest so was von EGAL sein, das Du nie wieder darüber nachzudenken brauchst.

Antwort
von Pudelcolada, 6

Deine Unsicherheit ist ganz normal, sie entsteht bei jedem, der versucht,
nationalistische (z.T. faschistoide) und teilweise rassistische Denkweisen unvoreingenommen nachzuvollziehen.

Und wie jeder andere rational denkende Mensch kommst Du zu dem einzig möglichen Urteil:
Eine solche Meinung ist keine Meinung, sondern nur großer Mist.
Sie basiert auf negativen Vorurteilen und diffusen Ängsten, einer gestörten Wahrnehmung, auf pseudowissenschaftlichen Begründungen und versucht, die Wirklichkeit krampfhaft einem unhaltbaren Weltbild anzupassen.

Daran gibt es einfach nichts zu verstehen, wichtig ist nur die Ursachenforschung.

Antwort
von soissesPDF, 12

Das kannst gelassen sehen, die wenigsten Deutschen sind reinen Blutes, sondern "Rucksackdeutsche".
Sie kamen aus Schlesien, Pommern, Ostpreußen, Böhmen, Mähren, Sudetenland, Siebenbürgen, Banat, Russland.
Schon die Preußen selbst waren keine Deutschen, sondern Prussen. Diese wurden von den Deutschordensrittern missioniert.
Was sich später die Preußen nannte, die Hohenzollern waren keine Preußen, sondern Schwaben.
Hitler war kein Deutscher, sondern Österreicher mit jüdischen Ahnen.

Wer Deutscher ist wissen die Deutschen selbst nicht, schon gar nicht diese Nationalisten.

Antwort
von showndelaq, 35

Kein Problem Italien gehörte zu den Achsenmächten Nationalisten würden dich wenn überhaupt ganz zum schluss attackieren auf welcher ebene auch immer

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