Frage von Mersedesspana, 85

Wer bezahlt die Kirchenorganistin für Extras bei der Hochzeit?

Hallo! Ich bin Kirchenorganistin und orgele auch bei den Hochzeiten, Trauungen, Taufen. Ich bekomme vom Kirchenkreisamt für eine 45-Minuten Trauung/goldene Hochzeit mit meinem "Standartprogramm" (3 Lieder, Einzug, Auszug) 20 Euro. Jetzt wurde ich öfters auch gebeten, ich möge bitte die "Musiküberraschung" Im Gottesdienst begleiten. Das mache ich, und zwar gerne. Weil OFT nach solchen "Überraschungen" ich zusätzliches Taschengeld bekomme, mal 20, mal 30, mal sogar 50 Euro. Beim letzten Mal aber, wo ich eine Sopranistin bei 3 Liedern begleitet habe, die ich übrigens extra einüben musste und zu den 2 Proben mit ihr musste ich jeweils 14km dorthin und genauso 14 km zurück fahren, wurde ich nicht entlohnt, nicht mal Benzingeld habe ich dafür bekommen. Natürlich war ich sauer. Die 20 Euro Vergütung von der Kirche beinhalten kein großartiges Üben und Proben mit Solisten. Jetzt spiele ich bei 2 Hochzeiten im Juli, und ich wurde von 2 Musikern angeschrieben wegen Begleitung. Ehrenamtlich möchte ich natürlich die Extras nicht machen, also habe ich die Kirchenkreiskantorin angerufen und gefragt, wie die Sache bei solchen Fällen sei. Die hat mir gesagt, eine gemeinsame Probe mit Einüben kostet 50 Euro, das soll schon deutlich mehr als nur Benzingeld sein, und jeweils weitere Probe demgemäß mehr. Also habe ich der Sopranistin und dem Musiker mit Trompete geschrieben, so und so, das sei ein angemessener Preis und sie sollen sich auch um mein Honorar kümmern. Ganz höflich. Jetzt bekomme ich die Antwort-Mail von dem Musiker mit Trompete, ich "müsste mein Honorar selbst mit dem Brautpaar aushandeln, er sei nur als Musiker engagiert und kennt niemanden persönlich, und er persönlich handelt immer einen festen preis aus, der auch eine gemeinsame Probe beinhaltet". So. Und jetzt fühle ich mich irgendwie schlecht, die Geldfrage ist immer irgendwie schwierig. Aber: ich als Organistin habe keine Kontaktdaten zum Brautpaar. Ich bekomme die Lieder vom Pastor und eventuell (auch vom Pastor) die Wünsche des Brautpaares zum Einzugsstück. Das wars. Und wie soll ich jetzt verfahren? Ich bin dankbar für einen guten Rat oder Vorschläge. LG

Antwort
von Schwoaze, 53

Hast Du schon den Pastor gefragt? Der kennt die Brautleute ja und Dich auch und weiß auch, was für ein Aufwand dahintersteckt, wenn man proben muss und die Anfahrt etc...

Ich würde ihm gleich sagen, was Du dafür verlangst. Er kann ja das den Brautleuten weitersagen oder Dir zumindest Ihre Tel.Nr. geben.

Du hast vollkommen recht, es ist zwar ein schönes "Hobby", aber es steckt auch einiges dahinter und das gehört belohnt.

Antwort
von sozialtusi, 46

Ich singe auch auf Hochzeiten und wäre verwundert bis verärgert, wenn ein Organist auf mich zukäme und wollte, dass ich mich um sein Honorar kümmere.

Organist läuft bei uns über die Gemeinde. Solisten über das Brautpaar. Das machen ja auch oft Freunde, die singen/spielen können und die dem Paar das halt schenken.

Frag halt nach, wer heiratet und sag bei der Gemeinde grundsätzlich mal bescheid, dass Extras bei Dir auch extra kosten. Ich würde für Extratouren, die Proben etc beinhalten eine Pauschale verlangen. 50 Euro find ich okay.

Kommentar von Mersedesspana ,

Du hast meine Frage wahrscheinlich nicht ganz  verstanden. Ich als Organistin erwarte nicht von der Sängerin zum Beispiel, dass sie meine Vergütung bezahlt, das macht die Kirche. Aber wenn DU PERSÖNLICH  mich bittest, ich soll dich bitte bei deinem Singen begleiten, was dann?

Kommentar von sozialtusi ,

Ja, ich rufe die Organisten auch immer selbst an, sage bescheid, dass ich singen werde und spreche Proben (wenn überhaupt nötig - meistens ist es ja Einheitsgesinge, das mit "Wir treffen uns eine halbe Stunde vorher zum Durchsingen" getan ist) mit ihnen ab. Um ihre Vergütung kümmern die sich selbst. Wie gesagt: entweder ist das über das Kirchenhonorar abgegolten oder man wendet sich ans Brautpaar. Ich nehm ja selbst auch 50 Euro incl Proben.

Kommentar von Mersedesspana ,

Genau das ist ja interessant. Du bittest also den Organisten, er möge für dich zusätzlich was machen, also um zusätzliche Arbeit für dich persönlich, also benötigst DU seine Dienste und nicht umgekehrt, und um seine Bezahlung möchtest du nichts wissen?  Wenn du mit dem Brautpaar dein Honorar aushandelst, dann weißt du ja auch, dass du  eine Begleitung brauchst? Also sollst du quasi die Dienste für DICH auch bezahlen? oder wenigstens gleich mit dem Brautpaar absprechen, dass sie auch deine Begleitung bezahlen sollen? So sehe ICH das. Nicht das Brautpaar bittet MICH um die Begleitung für Musiker, sondern Musiker SELBST. Und sogar wenn du den Organisten bittest, eine halbe Stunde früher zu kommen,  der sollte doch diese halbe Stunde auch bezahlt bekommen? oder soll der für DICH das ehrenamtlich machen? In meinem Fall begleite ich jeweils 3-5 Stücke, die ich auch einüben muss. Also nichts mit 30 Minuten früher kommen.


Kommentar von sozialtusi ,

War bisher nie ein Problem. Jeder nennt dem Brautpaar seinen Preis und entweder das ist okay, oder eben nicht. Musst halt mal überlegen, was Du da an Kohle "brauchst" und was Du dann generell nimmst. Wie gesagt: leg eine Pauschale fest, wenn es über Standard hinausgeht. Wenns dann mal 3 Proben sind, ist gut - wenns mal gar keine ist, ist auch gut. 

Dass man einmal vorher gemeinsam durchspielt, ist für mich selbstverständlich und zählt nicht zu "zusätzlich".

Singen/Spielen kann ich - die Begleitung muss sich anpassen ;)

Und mit meinem Standard- Organisten verstehe ich mich nach über 30 Jahren ohnehin im Schlaf ;)

Eiiigentlich... müsstest du das sowieso alles anmelden, Rechnung schreiben und versteuern. Von daher muss man da sowieso immer ein bisschen vorsichtig sein, dass man sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt. Auf Nummer Sicher bist Du bei der Kiste nur, wenn Du um Spenden bittest. (Das ist unabhängig von den 20 Euro von der Gemeinde - das könnte unter "Ehrenamtspauschale" laufen).

Kommentar von Mersedesspana ,

Die Begleitung muss sich anpassen??? Wie wäre es, wenn die Begleitung dir sagt, du sollst dich selbst darum kümmern, schließlich singst du  und nicht der Organist tztztz

Kommentar von sozialtusi ,

Doch, das ist eigentlich gängige Musiklerpraxis, dass die Begleitung sich anpasst ;) Ich meine nicht, was Termine etc angeht, sondern was die Musik an sich angeht. Die Begleitung hört, wie der Solist singt oder spielt und passt seine Begleitung entsprechend an. Das ist doch die Kunst des Pianisten/Organisten bei Begleitungen.

Kommentar von Mersedesspana ,

Es geht nicht um die Kunst, sondern schlicht um die zusätzliche Bezahlung.  Zusätzlicher Aufwand, zusätzliche Arbeitszeit. Der Organist bekommt seine Vergütung nicht für die Kunst der Begleitung der Sängerin, sondern dafür, dass er 3 Gemeindelieder, Einzug und Auszug in einem Gottesdienst bis 45 Minuten Dauer spielt.  Alles was darüber ist, wird nicht von der Kirche vergütet. Wenn du also sagst, das ist die KUNST, dann möchtest du einfach , dass jemand  für dich kostenlos was macht. 

Kommentar von sozialtusi ,

Ich glaube, du verstehst mich gerade total miss... Wir reden komplett aneinander vorbei.

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