Frage von Sterntaler82 23.05.2011

Wer bekommt das Haus bei Scheidung, wonach richtet sich das?

  • Hilfreichste Antwort von andreabea 24.05.2011

    Also ich kann drei Seite von meiner eigenen und beruflichen Erfahrung darstellen. Als sich meine Eltern scheiden ließen, stand ebenso die Frage im Raum, wer das Haus behalten würde. Meine Mutter hätte sicher das Haus zugesprochen bekommen, da sie mich als Kind hatte. Meine Eltern haben sich aber aus finanziellen Gründen dagegen entschieden, weil eben derjenige den anderen Partner für den Verlust entschädigen muss, d.h. mindestens die Auszahlung der Hälfte des Hauswertes. Bedeutet, der Partner, der das Haus behält, hatte weiterhin nicht nur die 100%ige Kreditverpflichtung, sondern muss nochmal den halben Wert des Hauses an den Partner auszahlen und die laufenden Kosten tragen. Übrigens ist es für die Bank egal, wie man sich vor Gericht einigt. Beide Kreditnehmer haften weiterhin 100 % für den Kredit! Ein Urteil ist nur intern, wenn jedoch Dein Mann das Haus behält und die Kreditschulden nicht zahlt, bist Du ebenso in Haftung zu nehmen. Du kannst dann nur aus dem Scheidungsurteil gegen ihn die Raten zurückvollstrecken. Umgekehrt gilt natürlich das gleiche. Vielleicht lässt die Bank (bei entsprechender Bonität) mit sich reden, den 2. Kreditnehmer zu entlassen, aber keine Bank verzichtet gerne auf eine zusätzliche Sicherheit. Das ist insgesamt ein großer Irrtum, dass es sich mit dem Scheidungsurteil mit den Kreditverpflichtungen erledigt hat. Wenn Dein Ex-Mann dann brav bezahlt, hast Du Glück gehabt, aber er kann genauso das Haus nehmen, es verkaufen, und den Kredit vor die Wand fahren (natürlich haftet er dann auch dafür, klar). Das muss dann unbedingt mit der Bank geklärt werden. Mit meiner eigenen Scheidung kann ich ebenfalls nur bestätigen, alles was vorher mir gehört hat, gehört auch hinterher mir (auch wenn es ersetzt wurde in der Ehe z.b. kaputte Waschmaschine und vom Ex bezahlt - wird praktisch als Geschenk gewertet). Alles andere muss aufgeteilt werden oder einer behält alles, sorgt für Ersatz für den anderne oder zahlt den aktuellen Zeitwert aus. Allerdings muss Dein Exmann übrigens auch belegen können, dass es die Sachen, die er verlangt auch gibt. Verlangt er die goldene Rolex von Dir, die es nicht gibt, muss er erstmal belegen, dass es die jemals gab und er nicht im Besitz ist. Kaum möglich, aber so ist die Gesetzeslage. Aber das nur am Rande.

    Das ist meine Meinung und Erfahrung, als Rechtsanwaltsfachangestellte angestellt bei ener Bank und selber Scheidungskind und eigener Scheidung.

    Und übrigens aus Sicht einer Tochter: Meine Eltern wollten damals das Haus unbedingt für mich behalten und für meine zukünftige Familie. Heutzutage weiß man mit Schule und Studium und Arbeitsplatz nicht, wohin es einen auf der Welt verschlägt. Ich kann heute sagen, ich wohne gänzlich woanders, möchte mich an kein Wohnort binden und die Verpflichtungen eines Hauses gar nicht übernehmen, und Kinder planen ich auch nicht. Der Traum, einem Kind ein abbezahltes Haus zu übergeben ist oft nur ein Traum. Zwar war das Haus meiner Eltern nach gut 20 Jahren abbezahlt, aber es wird auch älter, sprich, es muss immer wieder was (kostenintensives) erneuert werden (z.B. Heizungsanlage). Übrigens erging es unserer damals sehr kinderreichen Nachbarschaft fast komplett so. Die Kinder sind in allen Teilen der Welt unterwegs, die Häuser mittlerweile alle an neue Familien verkauft und die Eltern irgendwo in einer rentnerfreundlichen Wohnung.

    Auch ich hatte bzw. habe eine neue Partnerschaft. Bitte unterschätze nicht, wie belastend, so ein Scheidungskrieg, der sich auch über Jahre hinziehen kann, sich auf die Beziehung auswirkt. Auch wenn Dein neuer Partner Dir zusagt, Dich zu unterstützen. Verlass Dich nicht zu sehr, denn letztlich hat der neue Partner nichts damit zu tun und kann sich auch von Dir wieder trennen. Bis das Gericht den Scheidungstermin anberaumt hatte, vergingen fast 1,5 Jahre - 1 Jahr Trennungszeit gibt es ja auch noch. Und der Hausratsstreit - wenn nicht schon vorher geklärt, kommt noch hinzu. Ich hoffe, in Sachen Kinder werdet ihr euch einig. Mein Eltern wählten sozusagen die offene Erziehung. Ich konnte immer hin, wo ich wollte, mal hier mal dort. Keiner war auf feste Wochenenden fixiert. Das finde ich heute, auch nach gut 20 Jahren noch richtig. Ein Kind sollte sich bei einer Scheidung immer frei bewegen dürfen. Das ist ein Streit zwischen den Eltern.

    Insgesamt jedenfalls denkt darüber leider kaum einer nach. Du kannst jetzt auch noch nicht entscheiden, ob Deine Kinder das Haus mal wollen. Entscheide, was JETZT das richtige für Dich und Deine Kinder ist. Ihr müsst finanziell unabhängig von allen Personen sein, das reicht erstmal um neu anzufangen. Ein Dach über den Kopf (und das muss kein Haus sein) und was zu Essen auf dem Tisch, das ist wichtig. Jeder andere materielle Wert ist kein psychischer Stress wert.

  • Antwort von Nrathea 24.05.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    1) Ihr Argument, dass Ihr Unterhalt für Ihre große Tochter "drauf geht" zählt nicht. Es ist nicht das leibliche Kind und somit ist es Ihr Unterhalt.

    2) Sie stehen beide im Grundbuch und im Kreditvertrag. Somit sind sie beide anspruchsberechtigt. Dabei ist es egal, wer zu welchem Zeitpunkt welche Kosten getiilgt hat (Kredit, Nebenkosten, Versicherungen etc.), da sie in einer Zugewinngemeinschaft gelebt haben.

    3) Beide haben Anspruch auf das Haus. Behalten Sie es, müssen Sie Ihren Mann auszahlen. Bekommt er es zugesprochen, muss er Sie auszahlen.

    4) Freuen Sie sich doch für das Kind, dass der Vater fürsorglich ist - auch wenn es aus Ihrer Sicht vielleicht vorgeschoben ist/wirkt, kann doch dem Kind nichts besseres passieren! Springen Sie über Ihren Schatten und verdrängen Sie Ihren (verletzten?!) Stolz und freuen sich für Ihr Kind! Es ist immer noch der Vater!

    5) Ich gehe fast davon aus, dass Sie aus dem Haus ausziehen werden, weil sie es sich wahrscheinlich nicht leisten können, Ihren Ex-Mann auszuzahlen (Sie haben kurz Ihre Gehalts- und Arbeitssituation beschrieben - ich erlaube mir mal, entsprechend zu mutmaßen, dass sich das noch nicht geändert hat?!). Dabei ist es unerheblich, dass Sie die Kinder haben. Auf Grund dieser Tatsache ist die Wahrscheinlichkeit zwar höher, dass Sie das Haus gerichtlich zugesprochen bekommen - aber eben auch alle damit verbundendenen Verbindlichkeiten.

    Fazit:

    Zu überlegen wäre, ob Sie nicht den (bestimmt) schweren Schritt gehen und ausziehen...dann zahlt ihr Mann Sie aus und sie können neu starten. Will er das Haus auch nicht, wird es veräußert, der Kreidt abgelöst und vom Rest (wenn vorhanden) bekommt jeder 50 %.

    Beide haben Anspruch auf das Haus unabhängig davon, wer was bezahlt (hat).

    Viel Erfolg und starke Nerven!

  • Antwort von angy2001 23.05.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Innerhalb der Ehe gelten alle Anschaffungen als gemeinsame Anschaffungen, egal, wer wie lange wo gearbeitet hat oder eben bei den Kindern geblieben ist. Das nennt man eine Zugewinngemeinschaft. Was man vor der Ehe hatte, geht da nicht mit ein und was danach jeder verdient hat auch.

    Wer das Haus behält muss man mit einem Anwalt klären. Entweder du zahlst ihn aus oder er dich. Am Besten ist es, wenn du dir auch einen Anwalt nimmst.

  • Antwort von koitzsch 23.05.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo! Diese Frage stellen Sie doch bitte einem mit dem Scheidungsrecht erfahrenen Rechtsanwalt. Erwarten Sie hier wirklich eine rechtlch sinnvolle Antwort? Lesen Sie doch mal all die Fragen der Jugendlichen hier, die oft nicht einmal ihre Hausaufgaben selbst machen können, geschweige denn einen Satz ohne Rechtschreibfehler schreiben können.

  • Antwort von IlovemyMoon 24.05.2011

    Ich kann mir das gut vorstellen das er das nur macht um dich zu ärgern und dir zu schaden...leider interessiert das niemanden vor Gericht. Ich hoffe dein Anwalt kann dir da helfen. Aber das du Kinder hast und dass das ihr Zuhause ist, wird trotzdem ein wenig anerkannt, hoffe ich jedenfalls ;) !

  • Antwort von grauerwolf09 24.05.2011

    Hy , also Hauseigentum + "drin wohnen" können durchaus verschiedene Dinge sein.

    Das Haus gehört Euch Beiden, jedem zur Hälfte (es sei denn es wäre etwas anderes im Grundbuch eingetragen). Was Ihr damit nach der Scheidung macht ist Eure Sache. Da kommt eine gütliche Einigung ohne RA oder gar Gericht viel billiger. Ist eine Sache der Finanzen. Du hast doch - wie Du hier schreibst - gar nicht die Mittel das Haus zu halten, Raten zahlen usw. Und das Ganze auf den "Nächsten" abzuwälzen bringt Dich wieder in neue Abhängigkeiten. Außerdem ist es emotional "nicht prickelnd" seine Haushälfte seinem Nachfolger zu verkaufen. Da kann ich sein Sperren dagegen voll verstehen.

    Wenn dem Kind (das ist aber nicht Euer gemeinsames ?) ein Umzug wirklich nicht zuzumuten ist (was ich Deinem Text hier nicht wirklich entnehme) kannst Du einen Antrag auf "Zuweisung der ehelichen Wohnung" (durch RA) stellen, Richter kann dann ein (evtl. zeitlich begrenztes) Mietverhältnis zwischen Dir + Ex begründen.

    Mfg "der Wolf" (www.isuv.de)

  • Antwort von jonas50 24.05.2011

    mit der Scheidung ändert sich am gemeinsamen Eigentum nichts, ihr bleibt also beide im Grundbuch mit je 50 %. Wenn es um die Nutzung geht, hast du m. E. beste Chancen, dass dir das Wohnrecht übertragen wird, schon der Kinder wegen und weil er ausgezogen ist. Allerdings hat der Mann dann Anspruch auf Nutzungsentgelt (als etwa den halben Mietwert); häufig wird das mit dem Unterhaltsanspruch verrechnet. Der Unterhalt dürfte, wenn er gut verdient, nicht zu gering ausfallen.

    Ein andere Frage ist, was passieren wird, wenn die Kreditraten an die Bank nicht mehr bezahlt werden. Dann droht seitens der Bank die Zwangsversteigerung.

    P.S.: hinsichtlich des Unterhalts für die große Tochter von dem anderen Vater würde ich es mal mit einer Anzeige wegen Verdacht auf Unterhaltspflichtverletzung versuchen. Auch die Privatinsolvenz schützt nämlich nicht generell vor Unterhaltsverpflichtungen und in der Zwangsvollstreckung gehen Unterhaltsforderungen anderen Gläubigern vor.

  • Antwort von Teddyle 24.05.2011

    In der Regel hat in so einem Fall der Partner, bei dem die Kinder leben, die besseren Karten. Das wärst in diesem Falle Du. Dabei sieht auch der Scheidungsanwalt auf das Wohl der Kinder und darauf, dass ihnen das gewohnte Umfeld erhalten bleibt. Das wird auch Deinem Mann bewusst sein und deshalb macht er diesen Zirkus um Dich zu verunsichern und zu zermürben. Bleib ruhig und gib nicht klein bei! Alles Gute!

  • Antwort von user1245 24.05.2011

    Sehr komplexes Thema, dass hier so nicht abgearbeitet werden kann und sollte. Fachanwalt für Familie und Scheidung ist angesagt.

    Nur so viel: Du schreibst, dass deine Tochter psychische Probleme hat und du ihr einen Wohnungswechsel nicht zumuten willst. Ich frage mich, ob du es verantworten kannst ihr die Streitereien zuzumuten. Was meist du, woher ADS kommt (außer von falscher Ernährung)?

    Du bist am lamentieren, dass dein Unterhalt ja für die Große draufgeht...dann soll der Erzeuger seiner Unterhaltspflicht nachkommen oder beantrage nun Unterhaltsvorschuß beim Amt. Deine Kinder sind über 3, dass heißt, sie sind in Schule und Kindergarten, dann kannst du wieder mind. halbtags arbeiten gehen. Außerdem lebst du mit deinem neuen Partner in einer Bedarfsgemeinschaft. Ich sehe die Probleme immer kleiner werden, da gibt es schlimmere Fälle.

    Vergiss das Haus (der Kinder und der Ruhe wegen), lass dich auszahlen, zieh um, (wenn du nicht schon hast) such dir ne Arbeitsstelle und fange ein neues Leben an.

    Du bist die Mutter und solltest Vorbild sein. Verhalte dich dem kindeswohl entsprechend, wenn es die Erzeuger schon nicht bringen!

  • Antwort von IlovemyMoon 23.05.2011

    Hallo,

    das ist immer schwer zu sagen, aber normalerweise bekommt jeder 50%. Wenn du ( was ich annehmen kann ) das Geld nicht hast müsstet du das Haus verkaufen und ihn auszahlen. Ich kenne solche Situationen sehr genau und kann dir nur raten es möglichst selbst mit deinem NOCH-Ehemann zu klären, da x-Verhandlungen auf euch zukommen werden die nicht gerade billig sein werden. Wünsch dir viel Glück und viel Mut !

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