heureka47 am 11.03.2009 um 15:01 Uhr
Ich hab mal geäußert, daß ich mich daran orientiere, daß der christliche Gott alle Geschöpfe gleichermaßen liebt und, daß ich eine solche Haltung auch anstrebe. Da hat mir jemand entgegegehalten: "Wer alle liebt, liebt keinen richtig". Das hat mich sehr betroffen gemacht. Wie seht ihr das?

Dieser Satz trifft nur zu, wenn man Liebe als ein Gefühl und nichts weiter definiert. Liebe ist aber viel mehr - nämlich eine Haltung, die für den anderen Gutes will und tut, auch wenn man dabei selbst Zugeständnisse machen muss. Diese Haltung kann man sehr wohl allen gegenüber haben - jedenfalls wenn man selbst von eigenen Defiziten frei geworden ist, sprich durch Gottes Liebe innerlich heil ist.

Hallo heureka47,
Wer alle liebt, liebt keinen richtig?
Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage!
Du meinst damit die platonische Liebe.
Die Liebe nur auf geistiger Ebene, die auf den antiken griechischen Philosophen Platon (428/427 bis 348/347 v. Chr.) zurückgeführt wird. Nach heutiger Bedeutung bezeichnet die platonische Liebe eine innige Freundschaft und Verbundenheit, eine Liebe, auf Basis der seelischen Verbundenheit.
Du darfst dabei nicht die Liebe vergessen die deinen Nächsten gilt. Die Agapae!
Die eine bedingungslose, einseitige, befreiende, auf andere zentrierte Liebe.
Denn wenn die in Leben fehlt ist derjenige in den Augen anderer lieblos.
Es gibt ja drei Arten von Liebe
Eros (geschlechtliche Liebe) leidenschaftliche Sehnsucht, sexuelles Begehren und Erotik.
Phileo / philia ('menschliche' Liebe) * liebhaben, jemandem wohlgesinnt sein und geht bis zu dem Küssen und Liebkosen als Zeichen herzlicher Verbundenheit
Agapae / agapao ('göttliche' Liebe) wird die echte, tiefe, sich selbst aufopfernde Liebe bezeichnet.
Gruß aus Hagen

Ich denke, alle lieben bedeutet, von jedem Menschen zu denken: Es ist gut, dass es dich gibt und für ihn sein, was nicht bedeutet, dass ich für alles bin, was dieser Mensch tut. Denn indem ich für ihn als Mensch bin, kann ich nicht gleichzeitig für etwas, das er tut sein, von dem ich weiß, dass es ihn in seiner Würde als Mensch schädigt. Ich bin also für ihn als die Person, die er ist und wünsche für ihn nur Gutes, das ihn in seiner Würde als Mensch fördert.

"daß der christliche Gott alle Geschöpfe gleichermaßen liebt und, daß ich eine solche Haltung auch anstrebe." Meinst Du damit auch, dass Du alle Menschen fair behandeln willst und auch andere Meinungen akzeptierst? Und auch Fragen auf GF, die Dir nicht gefallen, einfach tolerierst? Toll, dann musst Du es einfach nur tun. Bisher machst Du das glatte Gegenteil, Du hast also noch einen weiten Weg vor Dir.
holodeck am 7. September 2009 16:44 Denk ich auch ... wie können wir ihm nur auf seinem Weg durch die vielen Irrungen und Wirrungen behilflich sein? ;-))
valentin301 am 7. September 2009 16:45 Hast Du eigentlich schon einen GF-Tipp veröffentlicht?

Wie man das verstehen soll? Nun ganz einfach auf der Ebene, auf der dieser Spruch angesiedelt ist - der Egoliebe. Da ist es auch nicht weiter auffällig, dass es ein "richtig" gibt. Richtig und falsch gehört ja auch auf diese Ebenen.
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Anders verhält es sich mit der bedingungslosen Liebe ... weder gibt es dort ein mehr oder weniger an Liebe, denn sie ist vollkommen. Noch gibt es ein richtig oder falsch, denn sie ist gerecht. Auch gibt es keinen keinen oder einen, denn sie ist unpersönlich.
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Jesus spricht sogar von der Feindesliebe. Das ist verd... schwer, wenn man hassen gelernt hat, durch das, was andere einem angetan haben. Wir sollen andere lieben, wie uns selbst. Daran hapert es doch schon bei den meisten von uns. Gehen wir achtsam und sorgsam mit unseren Kräften, Zeit, Gesundheit usw um? Wenn wir unsere Nächte um die Ohren schlagen, exsessiv leben, wie können wir uns dann selber lieben? Das sind schon mal die praktischen Fragen. Die Chinesen haben das so ausgedrückt: Willst Du die Welt verändern, so ändere erst mal Dich selbst.Dadurch verändert sich der andere Dir gegenüber und automatisch die Familie. Danach geht der Kreis weiter --- und Du veränderst die Welt. Wenn wir "verändern" mit "liebevollem Umgang" ersetzen, dann haben wir mit uns selbst schon mal sehr viel zu tun, um anzufangen!
heureka47 am 13. März 2009 06:51 Da wir als Menschen Wesen der materiellen Welt sind, in der das Unvollkommene typisch ist, schaffen wir es nicht, die bedingungslose Liebe IMMER oder IN VOLLKOMMENER QUALITÄT anzuwenden. Wir können uns jedoch dazu entscheiden, es trotz aller Unvollkommenheit, Mißerfolge, Rückschläge usw. immer wieder neu zu versuchen, immer wieder und immer weiter anzustreben.
Selbstliebe: Mein Verstand sagt mir, daß es meiner Gesundheit evtl. abträglich ist, viel Fleisch zu essen. Was aber weiß ich, was mein Gott von mir bzw. mit mir will? Vielleicht will er durch mich erfahren, wie es sich anfühlt, so viel Fleisch zu essen - oder Schokolade - oder was auch immer. Warum sollte ich mich weigern, meinem Gott die Erfahrungen, die er durch mich machen möchte, zu gewähren??
0utlaw am 29. März 2009 19:37 Dein Gott? Niemand HAT einen Gott, sondern ist Teil von Gott - folglich bestimmst du selbst, was du Gott für eine Erfahrung bescheren möchtest. Du kannst tun, was immer du willst - es geschieht nie außerhalb Gottes - nur DU bestimmst die Erfahrungen.
Gott ist nur eine Vision, Gott ist Alles und Nichts und in Jedem
Wo bitte gehts zu Gott?, fragte das kleine Ferkel: ISBN-10: 3865690300 .... klärt Kinder auf humorvolle Weise über die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam auf. Die Frage, ob einem religionsfreien Kind "etwas fehlt", wird dabei aus der Perspektive des weltlichen Humanismus beantwortet: Und die Moral von der Geschicht': Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht ... folglich: auch wer ihn kennt, der braucht ihn nicht.
meinName am 11. März 2009 15:18 Mein Sohn kommt aus der Schule (1.Klasse): "Mama, meine Lehrerin tickt nicht richtig!" "Was?, Warum?" "Die wollte mir erzählen das es einen Menschen gab der mit Tieren sprechen konnte." "Das hast du bestimmt falsch verstanden, das war bestimmt ein Märchen." "Nein, das meinte sie ganz ernst!" Am nächsten Tag hab ich die Lehrerin darauf angesprochen und sie hat mir gesagt das sie eine Bibelgeschichte (Heiliger Franziskus) erzählt hat. Seitdem hält mein Sohn diese Lehrerin für (Zitat:) total blöd, weil sie ernsthaft daran glaubt und ich kann ihm nichtmal widersprechen. Dieses Buch werd ich mir definitiv zulegen.
daddysdearest am 11. März 2009 15:39 Wenn Du Hetzerei für Aufklärung hältst...
Solipsist am 11. März 2009 16:32 Auch das hast Du nicht gelesen.
Gritti am 11. März 2009 22:31 Diese Antwort hab ich genau so schon mal gelesen.

Du beantwortest deine Frage schon fast selbst.
Denn was heißt hier: "richtig" lieben?
Richtig und Falsch sind Definitionen vom Verstand und Liebe hat mit dem Verstand nichts am Hut. Kann man "falsch" lieben?
Du brauchst es also nicht zu verstehen und auch nicht damit "umgehen" - denn das führt dich nur zum Verstand zurück; kann sein das es eine Herausforderung für dich ist.
Wenn du alles mit der gleichen Liebe liebst, ist das göttliche Liebe. Du liebst jede Person und jede Situation wie dich selbst - denn du bist alles. Hier darf aber der Verstand nicht im Spiel sein, denn dieser beurteilt alles, sagt richtig und falsch, gut und böse, usw. Wenn du aber weißt, dass du Teil von allem bist und alles Teil von dir, wie könntest du dann etwas negativ bewerten und nicht lieben?
Die göttliche Liebe ist wie die Sonne: Sie scheint auf ALLE Menschen gleich - egal ob Verbrecher oder Priester - denn alles ist Eins.
man kann viele geschöpfe lieben und dennoch unterschiede in der art der liebe machen
heureka47 am 11. März 2009 22:57 Jedes Wesen, jedes kleinste Teil der Schöpfung ist Ausdruck des göttlichen Bewußtseins, der göttlichen Absicht und der Natur Gottes, die in ihrer höchsten Qualität bedingungslose Liebe ist. Gottes Haltung mir gegenüber ist die, daß er mir absolute Freiheit läßt, mein Leben selbst zu gestalten und diese Haltung versuche ich, meinen Mitgeschöpfen und der ganzen Schöpfung einzunehmen. Diese Liebe ist in der Hauptsache ein Bewußtsein. Wobei aus diesem Bewußtsein an verschiedenen Stellen Gefühl erwachsen kann - wenn es um meine Lebensgefährtin, meine Kinder und Enkel, um andere Dinge geht, mit denen ich im engeren Kontakt bin.

irgendwie wird man keinem gerecht,bezieht keine Position,wer vorgibt alle zu lieben,ist letzendlich nie ehrlich.Schau dir manche heuchlerischen Institutionen an,Nächstenliebe etc.und rücklings jagen sie den Leuten ein Messer in den Rücken!
heureka47 am 11. März 2009 15:59 Ich liebe in der Hauptsache Gott! Und damit habe ich glaube ich, die definitivste Position bezogen, die man beziehen kann. Und aus dieser Position und inneren Haltung versuche ich, anderen Menschen im Geiste und in der materiellen Außenwelt zu begegnen - in dem Bewußtsein, daß wir in Gott, auf der energetischen Bewußtseinsebene alle eins sind.
Gritti am 11. März 2009 22:42 DH!
Ich habe mich mal jemanden unterhalten, der über Mitgefühl reflektierend, nebenbei Ameisen zerdrückte. Nun hätte ich ihn auf diese Tat ansprechen können, ich habe es nicht getan, weil das Problem ein anderes ist. Es ist grundlegender Art. In diesem Moment hat er vielleicht über göttliche Barmherzigkeit, über Gott nachgedacht, jedoch konnte dieses "Mitgefühl" nicht einen Meter, zu den Ameisen ausgedehnt werden. Wenn schon so ein edles Gewand, was einen direkt anspricht, Probleme bereitet, es auf anderes zu übertragen, wie schwer scheint es dann mit anderen Dingen, im alltäglichen Leben, wo erst refelektiert werden müsste. Sehe ich einen Menschen, der mir gefällt und ihn dann fordernd anlächele, und wenn sich dann im gleichen Augenblick sich mein Blick mit dem eines anderen Menschen kreuzt, bleibt mein Lächeln dann bestehen, oder verschwindet es dann, weil es nur dem Menschen galt, von dem ich etwas erwarte? Ein offenes Lächeln schiesst niemanden aus. Wie oft im Tag leugnet man das Hier der Menschen. Menschen die nicht im eigenen Radius liegen, weil sie alt, krank oder einem einfach unsympathisch scheinen. Es ist das leugnen des "Hier" des anderen. Das ist äusserst verletzend und nimmt daher nicht wunder, wenn Menschen die stets in ihrem Dasein geleugnet werden, depressiv werden und den Spass am Leben verlieren. Jesus ist von seinen Peiniger gedemütigt und gefoltert worden und doch hat er sich nicht fixieren lassen, ist nicht dem Hass, nicht den negativen Gefühlen seiner Peiniger gefolgt. In der Regel folgt alles dem Aktion-Reaktion-Ablauf. Ein Gefühl folgt dem nächsten, ein Gedanke folgt dem anderen, eine Emotion erzeugt eine andere. Ein offener Geisteszustand der sich nicht auf eine Reaktionshandlung einlässt, der alles aufnimmt, in nicht unterscheidender Weise, kann als göttlich angesehen werden. Und ein offener Geist, der alles aufzunehmen vermag, ist nicht verschieden von Liebe und Mitgefühl.Erinnern wir uns an alter Bräuche, wo Mitgeühl erzeugt wird, indem in alle Richtungen das Herz geweitet wird. Zuerst muss auf konventionelle Art und Weise ein weiten und öffnen "gelernt" werden, bis es dann nicht mehr notwendig ist. Dann, wenn es nicht mehr notwenig ist, wenn Offenheit zur einzigen und wahren Identität geworden ist, hat Mitgefühl keinen Ort mehr nötig. Dann ist Mitgefühl universell und nicht mehr lokalisierbar. Jetzt benötigt Mensch aber Ziele, wo er ein öffnen praktizieren kann, weil nur so der Verstand funkioniert. Ein öffnen ohne Ziel ist für den Verstand nicht nachvollziebar. Und daher sind Probleme sehbar, wenn der Verstand "etwas" machen möchte, was nach universell anmutet, wie oben bei der Geschichte sehbar. Es ist das Gebiet des Ich-Du, des Hier-Dort, worauf sich alle Beschreibungen des Lebens abzeichnen. Diese Beschreibungen abzulegen, ist nicht vielen Menschen geglückt. Auf die Geschichte mit den Ameisen zurück kommend, war das Problem, dass wir einen Unterschied zwischen Berschreibungen und Erklärungen und Definitionen machen. Wobei alles nur blosse Beshreibungen sind. Dann würden seine ganzen Geschichten im Kopf nicht zu so einem unbedachten Handeln geführt haben. Vielleicht wollte dieser Mensch ausdrücken, dass es nicht so eine einfache Sache ist, die man mit dem Verstand, der im 1-0 Modus läuft, treffen kann. Der Verstand läuft im binären Modus. Daher diese grosse Unachtsamkeit mit den Ameisen. Wobei gelebtes Mitgefühl, lebendiger Art ist, weil es ein lebendiger Fluss vom Hier zum Dort ist. Dies ist jedoch keine Entscheidung! Es muss universell sein, wie die automatisch ablaufenden Prozesse im Körper. Jetzt laufen die Entscheidungen aber, ein gutern Mensch zu sein, gutes zu tun, Almosen zu geben, vom Verstand aus. Oft ist auch ein eigenes schmücken von Federn, der ausschlaggebende Grund von solchen Anstrengungen, Gutes zu wollen. Es gibt immer Menschen, die haben eine gute Portion spontanes Mitgefühl, bei andern ist es sehr Verstandesabhängig. Es ist eigentlich sehr einfach. Der Verstand möchte alles aber begreifen, dass macht es wiederum schwierig.

Wer alle liebt, liebt keinen richtig. gefühlsmäßig
aber das mit Gott ist auf "hab dich lieb" gemeint anders gesagt "gern haben"

wie kann man ein so großes herz haben und alle lieben?du kannst doch unmöglich die liebe gleich verteilen..bzw willst du das?..die einzig wahre liebe sollte doch deinem partner gelten..alle anderen kannst du lieb haben..
heureka47 am 11. März 2009 15:57 Meine Liebe gilt vor allem - GOTT und dem, was er mir bedeutet. Gott ist die Ursache meines Lebens; Gott, die bedingungslose Liebe ist das Hauptmotiv meines Lebens. Wenn ich überhaupt Liebe zu geben habe, dann nur, weil ich sie von Gott bekomme!
Man kann auf verschiedene Art und weise lieben, viele Denken auch zu schnell es wäre Liebe aber dabei ist es vielleicht nur Freundschaft
man liebt einen Freund anders als sein eigenes Kind

dahinter steckt doch bloß EGOISMUS. liebe, die aus dem herzen kommt ist immer selbstlos und begehrt kein danke, lob, oder sonstwas und ist auch an quantitäten festzumachen. das ist die liebe, die durch das mysterium von golgatha in die menschheit hineingesenkt wurde, und der die menschen nach und nach teilhaftig werden können.
es gibt eben fragen, die sollte man nicht stellen, da die antwort IMMER FALSCH ist (in den augen des fragers natürlich)
Von dir fühle ich mich verstanden. Danke für deine Antwort!
Dann fange mal damit an, werter heureka, das, was Du von der Liebe theoretisch verstanden zu haben glaubst, auch in die Lebenspraxis zu übertragen. GF bietet ein breites Übungsfeld.