Frage von Funmichi, 18

Wenn wir uns bei Norm und Realität nach unserer Wahrnehmung richten, diese aber durch Psychostimulantien komplett anders sein kann, was gibt uns die Sicherheit?

Antwort
von berkersheim, 9

Diesem ganzen Philo-Solotrip in Bezug auf Wahrnehmung durch Sinne oder sonstwie sollten mal ein paar Fakten unter die Nase gehalten werden.

Erstens: Kein Mensch ist allein und als Erwachsener vom Himmel gefallen. Auch die Mehrheit der Menschheit nicht. Im Verlauf der Evolution haben Lebewesen einige hundert Millionen Jahre Zeit gehabt, unterschiedliche Sinne herauszubilden, mit denen sich unter den verschiedenen Bedingungen dieser Erde leben lässt. Bevor menschenähnliche Vorläufer zu denken anfingen, sind sie gelaufen, haben sie gejagd, haben sie sich auf ihre Augen, Ohren usw. verlassen gelernt und auch eine Vorstellung, wo sie evtl. vorsichtig sein sollten. Und dann kommen doch tatsächlich nach mehr als einer Million Jahre einige Schlaumeier und meinen fragen zu müssen, ob man sich auf die Sinne verlassen kann. Wenn nicht, könnten sie das gar nicht fragen!

Zweitens: Unser Wichtigstes ist, dass wir handeln, um zu überleben. Welche Art Wahrnehmung dazu am dienlichsten ist, wird sich herausstellen. Dazu sind nicht einzelne der Maßstab, sondern Gesellschaften, weil wir gesellschaftliche Wesen sind. Wenn da jeder seinen individuellen Trip macht sind wir sowohl einzeln wie als Gesellschaft schnell von der Bildfläche der Erde mangels Koordinantion verschwunden. Sich mal hin und wieder eine Auszeit nehmen und mit Hilfe von Drogen aus dem Alltagstrott und -druck aussteigen, das pflegen irgendwie alle Gesellschaften. Die das alles verbieten wollen, haben einen Mangel an Feingefühl, warum das ein Bestandteil aller Gesellschaften ist.

Drittens: Wie soll herausgefunden werden, ob Psychostimulanzien einen Vorteil darstellen, wenn wir jeden Abgestürzten mit viel gesellschaftlichem Aufwand wieder zurückholen. Ich bin für die eiskalte Tour. Psychostimulanzien sind kein Unfall sondern eine freiwillige Entscheidung. Da sollte man die Leute die Folgen ihrer Entscheidung auskosten lassen. Dann stellt sich von selbst heraus, was unser Überleben fördert und was nicht. Es laufen eh zuviele Leute auf der Erde rum. Da können wir uns doch ein paar Experimente erlauben, wenn sie freiwillig gemacht werden. Nur aus Fehlern lernen wir.

Antwort
von Lennister, 6

Nichts gibt uns Sicherheit. Aber eigentlich ist es ja auch egal, ob das, was wir wahrnehmen, real ist oder nicht: Auf jeden Fall hängt es von dieser Welt der Wahrnehmung ab, ob es uns gut geht oder nicht.

Mehr muss man nicht wissen, um zu verstehen, woran man sich orientieren sollte. Und mehr kann auch gar nicht wissen. 

Antwort
von Seath88, 13

Gar nichts, der Mensch wird nie erkennen, wie die Welt objektiv beschaffen ist, weil er ja durch seine Sinne beschränkt ist, somit ist seine Wahrnehmung immer subjektiv. Skeptizismus https://de.wikipedia.org/wiki/Skeptizismus

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