Frage von Lyriker87, 140

Wenn wir mit dummen Tieren weniger Mitleid empfinden und sie schlechter schützen, müssten wir das im Umkehrschluss nicht auch mit dümmeren Menschen tun?

Insekten, Krustentiere, Rädertiere, Anemonen, Seesterne und Mollusken werden nur in sehr begrenztem Rahmen vor Tod und Quälerei geschützt.

Das hängt doch mit der Intelligenz der Tiere zusammen oder?

Antwort
von andre123, 23

Die Grundannahme ist falsch. Der geringere Schutz von niederen Tieren im Gegensatz zu Wirbeltieren im Tierschutzgesetz wird nicht durch weniger Intelligenz, sondern durch fehlendes oder weniger ausgeprägtes  Schmerzempfinden begründet.  ( Ob das stimmt, ist natürlich eine andere Frage)  

Somit kann man, selbst wenn man deinen Gedankengang  theoretisch weiterführt, diese Unterscheidung beim "Schutz" nicht machen, da das Schmerzempfinden des Menschen schwerlich von seiner Intelligenz abhängt.

Die von dir angeführte Unterscheidung stimmt übrigens nur in Bezug auf Tierquälerei . Bei Tod/Ausrottung ist der Schutz von niederen Tieren absolut identisch . So werden z.b ganze Großprojekte für irgendwelche  Unken und Eidechsen gestoppt, während Nutztiere zu Millionen geschlachtet werden.

Man muss also unterscheiden zwischen Schutz vor Ausrottung ( der ist gleich)

Und Schutz vor Quälerei ( der ist unterschiedlich aber wie gesagt auf das Schmerzempfinden bezogen)

Antwort
von voayager, 29

Du wirst doch nicht etwa ein Rädertierchen, Seesterne usw. mit einem Menschen vergleichen wollen, egal welchen IQ der auch immer ht. Tust du es doch, dann lendest du unweigerlich beim Faschismus ! ! !

Antwort
von Geraldianer, 19

Diese Haltung gibt es tatsächlich bei Tierrechtlern. Die begründen den Schutz höherer Tiere mit deren Intelligenz.

Aus Gründen der Logik müssen die dann auch Menschen mit geringer Intelligenz wenig schätzen. Also Demenzkranke und Geistig Behinderte.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article141455268/So-begruendet-Peter-Sing...

Antwort
von LebenderToter, 44

Diese Frage kannst du sehr weit moralisch relativieren.
Buddhisten versuchen z.B. keinen Lebewesen ein Haar zu krümmen, da sie jeden Lebewesen Respekt und ein Existenzrecht zusprechen. Jegliche Bedürfnisse können sie ohne Tiere abdecken. Es hängt also der stark vom kulturellen Einfluss ab. Dieses "wir" von dem du sprichst ist also sehr beschränkt und kann nicht auf jedes Individuum zutreffen, da Menschen über ein eigenes Bewusstsein verfügen.

Aber das intelligente Tiere nicht getötet werden ist auch Quatsch. Das Gegenteil einer hoch moralischen Sichtweise wären z.B. der Profitjäger und der Kannibale.

Ein Jäger kann die eher intelligenten Tiere wie Elefanten, Tiger, Wale, Gorillas und Delphine für Profit und Status töten.

Der Kannibale isst sogar seinesgleichen. Dabei kann das Opfer sogar intelligenter sein.

Unteranderem wurden und werden auch viele intelligente Menschen durch von Menschen verursachte Kriege und Konflikte getötet.

Nur weil der Mensch nach der Nahrungskette den größten Gewalteinfluss hat, spricht es noch lange nicht für die Rationalität, Vernunft und den Sinn dahinter.


Kommentar von wobfighter ,

Im Buddhismus ist der Mensch nur ein Teil der Natur.. Die Natur der Ursprung und der Mensch welche die Gnade der Natur erhält. Achtet man die Natur, achtet man auch sich selbst. zerstört man sie, zerstört man sich auch selbst. würde das jeder befolgen und die Natur nicht nur schützen sondern mit ihr im Einklang Leben würden wir heute weder Veränderungen am Klima haben, sterbende Arten erleben etc..

Antwort
von Greta1402, 81

Ich glaube ,dass das mit der Beziehung zu den jeweiligen Tieren  und den Verhaltensweisen der Tiere zusammenhängt .Mit einem Affen ,der einem in gewissen Verhaltensweisen ähnelt kann ich mich besser identifizieren und hineinversetzen als in ein Insekt .  

Antwort
von Bitterkraut, 46

Du nennst viele Tierspezies, aber nur eine Spezies Mensch - wie willst du da vergleichen? Innerhalb der Spezies werden die Tiere doch auch gleich behandelt.

Das ist, als würdest du fragen "was mögt ihr lieber, Äpfel oder Obst?" wie soll man da antworten?

Antwort
von Imago8, 12

Anthropozentrismus und Speziesismus ohne Grenzen...

1. Fehler: die Erfindung und Verwendung der Kategorien "dumm" und "intelligent" (grober gehts wirklich nicht)

2. Fehler: die Annahme, das diese Kategorien etwas wesentliches über das jeweilige Wesen aussagten

3. Fehler: eine Bewertung von Leben aufgrund eines willkürlich ausgesuchten Merkmals


Könnte es nicht sein, dass eine unterschiedliche Bewertung nach dem Kriterium "Intelligenz" (bzw. was wir dafür halten) auch unter Menschen schon lange stattfindet?

Antwort
von wolfram0815, 41

Nun, das ist eine philosophische Frage: 

Ich hab ein paar wenige Menschen in meinem Leben, die sind meiner Meinung nach so was von strunze dumm, da kann ich beim besten Willen kein Mitleid aufbringen. Allerdings gibts in unserem Lande Gesetze...

Bei Tieren, die sehr kleine Gehirne haben, kann man natürlich auch nicht viel verlangen. Da ist das Verständnis natürlich größer als bei dummen Menschen, die ja kein kleineres Gehirn haben!!

Allerdings quält der Mensch ja sich selbst erheblich stärker. Z.B. werden Tiere bei der Schlachtung erst dann ausgeweidet, wenn sie definitiv Tod sind.

So lange Tiere nicht die Sprache haben wie wir Menschen, können sie natürlich auch nicht das Wissen und Können der Menschen erreichen. Wobei auch Tiere Trauer, Schmerz, Freude und der gleichen empfinden können. Ich bezweifle das aber an der Auswahl der Tiere in deiner Frage. Aber nichts genaues was man nicht. Oder doch?

Antwort
von Fing5, 38

Diesen "Umkehrschluss" kannst du nicht begründen, ausser mit "Analogie" (was natürlich keine echte Begründung ist). Er ist einfach falsch.

Kommentar von Lyriker87 ,

Aber ich kann diesen Begründungsschluss umkehren.

Kommentar von Fing5 ,

Das sagt mir nichts.

Antwort
von user8787, 24

Wie definierst du Dummheit bei Tieren ?

Welches Art versucht sich so ehrgeizig selber zu vernichten wie der Mensch?

Ich persönlich halte Tiere für intelligent genug, sich und ihre Artgenossen nicht wissentlich in Gefahr zu bringen und regelmäßig für Nachwuchs zu sorgen. :o)

Antwort
von Realito, 10

Der Ansatz dieser Frage ist schon (sorry aber)  kritikwürdig!  Ich würde nicht wagen und urteilen von dummen Tieren und Menschen zu reden. Mir wäre es deutlich wichtiger zu erwähnen, daß die Menschheit, mit seiner Lernfähigkeit die Verantwortung für das Leben trägt auf diesem Blauen Planeten der einzigartig ist! 

Antwort
von LebenderToter, 43

Nutztiere sind auch nicht die hellsten und trotzdem lassen wir sie am leben.
Was wären aber deiner Meinung nach "dümmere Menschen"?
Müsste man alle Menschen die keinen akademischen Grad erreichen vernichten? Sowas perverses gab es nichtmal unter diversen Desposten.

Kommentar von Lyriker87 ,

Wir lassen Nutztiere sehr oft nicht am leben.

Kommentar von LebenderToter ,

Kommt darauf an welche Nutztiere wir beide meinen. Pferde zum reiten. Esel zum Lasten tragen. Bienen zur Honigproduktion etc. Was sind aber deiner Meinung nach nun "dümmere" Menschen? Und wieso willst du sie töten?

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