Frage von Tastenheld, 41

Wenn Trump und Berlosconi gewählt werden, weil der Wähler in der Wahlkabine sich unbeobachtet fühlt, meint ihr Demokratie ist am Ende?

Berlosconi und Trump und andere schrille Typen scheinen bei demokratischen Wahlen deshalb Zuspruch zu bekommen, weil der Wähler sich unbeobachtet fühlt und unverantwortlich wählt.

Ist damit nicht die freie Wahl als Basis der Demokratie ein absurdum geführt?

Man ist in der Regel für wichtige Entscheidungen persönlich verantwortlich, aber sobald sich Menschen anonym fühlen, stimmen diese Werte nicht mehr, was einer anonymen Stimmabgabe nicht zuträglich scheint.

Ist damit die Demokratie an sich nicht in Frage gestellt oder müsste etwas an der Art und Weise geändert werden, wie gewählt wird?

Was meint ihr?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 30

"Die freie Wahl" ist eine ganz wesentliche und unverzichtbare "Basis der Demokratie"!

Auch die Wahl unfähiger Personen in politische Verantwortung kommt daher in Demokratien vor und ist als demokratische Entscheidung hinzunehmen. Das Volk ist eben aus den verschiedensten Gründen vor politischen Fehlurteilen und -entscheidungen nicht gefeit. Daher werden direktdemokratische Mitwirkungsmöglichkeiten des Volkes immer nur sehr zurückhaltend anzuwenden sein.

Unfähige Politiker sind in einer Demokratie in den Möglichkeiten der Machtausübung eng beschränkt. Mit anderen Worten: sie können nicht allzu viel Unfug anrichten und werden von anderen Staatsgewalten ausgebremst. In einer funktionierenden Demokratie wird totale Unfähigkeit ohnehin sehr selten hohe politische Ämter erlangen oder sich zumindest in ihnen nicht lange halten können!

MfG

Arnold

Kommentar von Tastenheld ,

Ja, die Einflußmöglichkeiten sind begrenzt, die Amtszeit zum Teil. Wenn ich mich da an George W. Bush erinnere, war er wirklich unfähig, aber er wurde gestützt udn hinterfütter durch berater, die auch irgendwer ihn an die Seite gestellt hat. 

An seiner Politik im Nahen Osten und Afghanistan arbeiten wir und gerade ab.

Es gibt Schlüsselindustrien, die nicht demokratisch legitimiert sind, die allenfalls reguliert werden, die stärker sind als unsere politischen Kräfte, und darunter leidet die Demokratie. 

Kommentar von ArnoldBentheim ,

So ist das: auch Demokratie ist nicht perfekt, kann es nicht sein, denn sie wurde von Menschen geformt und wird von Menschen praktiziert. :-)

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Danke für die Auszeichnung!  :-)

Antwort
von PeterKremsner, 41

Ich finde die Geheime Wahl ist eine wichtige Basis für eine Demokratie, weil so jeder den Kandidaten wählen kann den er bevorzugt ohne dabei mit Einschränkungen seitens der Mitmenschen, Arbeit oder sonst wo rechnen zu müssen.

Es währe viel mehr ein Problem wenn die Menschen nur den wählen können, der ihnen von anderen aufgezwungen wird, weil hier nicht mehr der freie Wille des Individuums zählt.

Antwort
von Maisbaer78, 25

Demokratie hat nicht den Anspruch über die Beweggründe der Stimmberechtigten zu befinden. Gerade wenn diese Kandidaten gewählt werden, ist das ein Zeichen, dass Demokratie an sich funktioniert, auch wenn sich die Frage stellt, ob der Mensch als solches für eine demokratische Gemeinschaft tauglich ist.

Antwort
von Jakob1, 15

nein, wieso denn? auch wenn man mit den personen nicht einverstanden ist, muss man akzeptieren wenn sie in einer demokratischen wahl die mehrheit derr stimmen bekommen. sonst haben wir keine demokratie mehr

Kommentar von Tastenheld ,

Naja, so einfach ist die amerikanisch Demoktratie ja nict organisiert. Durch das Wahlmännersystem werden die Mehrheiten nicht direkt abgebildet. 

Demokratie ist ja auch mehr als freie Wahlen. Es ist auch die Gewaltenteilung und die Verleihung von Macht auf Zeit. 

Antwort
von vitus64, 35

Die Demokratie wäre in Frage gestellt, wenn eine geheime Wahl nicht mehr möglich wäre.

Antwort
von atzef, 9

Berlusconi wurde längst schon wieder abgewählt, Trump wird gar nicht erst gewählt werden. Deinem albernen Demokratiebashing fehlt alleine schon insofern die empirische Grundlage und Plausibilität.

Kommentar von Tastenheld ,

Berlusconi hat aber regiert, wenn ich das richtig sehe, hast du selber zugegegben.

Kommentar von atzef ,

JJa. Und? Dann wurde er wieder abgewählt.

Das fallsifiziert doch deine schräge Behauptung, solche Typen würden aufgrund der geheimen Stimmabgabe gewählt. Die war auch geheim bei den Stimmabgaben, die nach allgemeiner Ernüchterung zu seiner Nichtwiederwahl führten.

Antwort
von RasThavas, 29

Was für ein Unsinn ist das denn?

Freie, geheime Wahlen sind die BASIS einer Demokratie!

Soll da wer in der Wahlkabine stehen, und dem Wähler eine auf die Finger hauen, wenn er Trump wählt?

Kommentar von Tastenheld ,

Brexit hat an auch als Betriebsunfall bewertet, und dann warte mal bis Frauke Petry Bundeskanzlerin wird. 

Kommentar von SocialistRUSSlA ,

Was in etwa so realistisch ist wie das Sigmar Gabriel einen Marathon gewinnt 

Antwort
von deadeagle, 14

Eigentlich ist dies eine höchst undemokratische Frage! Mit der Frage unterstellst Du, dass die Medien in Deutschland unparteiisch wären. Dabei weiß jeder, dass z.B. die Fernsehsender in CDU und SPD aufgeteilt sind, sprich: links und noch weiter links. Genauso was sie berichten. Die Linken sind alle gut und toll, und die Rechten sind alle böse und gemein. Und genauso urteilen sie über Berlosconi und Trump. Du siehst ja auch das Merkel und Gabriel nur Mist bauen (und damit sind nicht nur die Asylanten gemeint) und Deutschland in den Abgrund reißen. Trotzdem haben sie eine gute Presse.

Deshalb solltest Du Deine Meinung nicht auf die Lügen der Medien aufbauen.

Kommentar von Tastenheld ,

Die Frage ist undemokratisch nach unswrem Verständnis. In Sozilolgenkreise wird immer wieder das Thema Postdemokratie diskutiert. 

Die Probleme der heutigen globalen Welt sind sehr komplex, und einige Bereiche auch demokratisch nicht legitimiert. Der FInanzbereich zum Beispiel. Sehr mächtig aber nicht demokratisch gewählt.

Die Medien hat man im Sinne der Welt von vor 50 Jahren versucht zu legitimieren, weil sie damals Sprachrohr der Regierungen ansich waren, und Rundfunk / Zeitungen eine Publikumswirkung gegen die Regierungen entfalten können.

Deshalb das Thema der Postdemokratie. Die wirklich entscheidenden Fragen werden also in der Demokratie nicht mehr in Wahlen entscheiden. 

Die Reaktion der Menschen ist entsprechend eine Reaktion, dass sie Politiker wählen, die sie aus dieser Ohnmacht entreißen wollen. 

Und das sind die Personen, die wir allenthalben als Populisten sehen. 

Von daher ist die Demokratie und auch die freie, geheime Wahl nicht obsolet, aber die Wahlbürger müssen sich Fragen lassen, ob sie vielleicht ihre Wahl nicht ausserhalb der Kabine mit sichhaltigen Argumenten begründen können, auss dem Argument, jemanden Gewählt zu haben, der / die alles anders macht als bisherige Akteure.

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