Frage von AndyD203, 96

Wenn Sie an den "Ausländer" schlechthin denken, was für eine Person haben Sie vor Augen?

Ich bitte hier um wahrheitsgetreue Angaben. Stellen Sie sich "Ausländer" vor, so wie Sie sie in Deutschland erlebt haben, und geben Sie bitte an, was Ihnen zuallererst und völlig intuitiv in den Sinn kommt. Seht bitte von irgendwelchen Kommentaren bzgl. Rassismus ab. Es geht hier um Soziologie und nichts anderes. Ich würde eure Mithilfe sehr schätzen. Danke im Voraus!

Wenn ihr euch einen "typischen" Ausländer in Deutschland vorstellt, dann kommt er...

Antwort
von isebise50, 26

Jeder Mensch ist in knapp 200 Staaten dieser Erde "Ausländer".

Ergo kann der "Ausländer" blonde, rote, braune oder schwarze Haare und eine helle, gelbe, rote oder dunkle Hautfarbe haben, Kopftuch, Turban, Strickmütze oder Tirolerhut tragen und an Gott, Allah, die Reinkarnation oder Buddha glauben.

Kommentar von AndyD203 ,

Das ist schon richtig. Aber es gibt durchaus je nach Land einen gewissen Ausländertypus, der mehrheitlich dort vertreten ist. In den USA sind es z.B. häufiger Südamerikaner und davon am meisten Mexikaner. Mir geht es hier also nur um Ausländer in Deutschland und nicht auf der ganzen Welt, sprich in allen 200 Staaten.

Kommentar von isebise50 ,

Tut mir leid, aber ich denke nicht gerne in Schubladen...

Aber mal eine Gegenfrage: Wer ist denn der typische Deutsche?

Der bayerische Bergbauer, der Hartz4-Empfänger, der mit summa cum laude promovierte Doktor?

Kommentar von AndyD203 ,

Eben den Fehler macht auch das Amt: Alle schauen auf Einkommensverhältnisse. Aber die Einkommenssituation eines Deutschen hat doch gar nichts mit seinem Deutschsein zu tun. Es ist egal, was ein Deutscher beruflich macht. Darüber sollte er überhaupt nicht definiert werden können. Es geht um die Sprache, die er spricht, um sein Empfinden, seine Ideale, seine Weltanschauung, seinen Glauben (wenn er einen hat), die Kulturgeschichte seiner Familie. Das sind übrigens keine Schubladen, sondern Dinge, die ich während meiner Reisen um die Welt gemerkt habe und die durchaus gegeben sind. Sie alle nivellieren zu wollen, hieße, die Menschheit in ihrer begrüßenswerten Vielfalt zu verleugnen. Viele Menschen mögen diese "Kategorisierungen" aber nicht, weil sie eben häufig missbraucht werden, um andere auszuschließen oder schlechter zu behandeln. Dafür möchte ich nicht plädieren, wenn ich Unterschiede wahrnehme.

Man kann Menschen übrigens genauso sehr schlecht behandeln, indem man alle gleichstellt. Am Ende muss eine Liebe zum Menschen da sein, wenn Menschen gut behandelt werden sollen, ganz egal ob man die Welt in Völker aufteilt oder nicht.

Kommentar von isebise50 ,

Ich habe mit keinem Wort die Einkommensverhältnisse angesprochen.

Eher wollte ich eben auf unterschiedliche Bildung, Sprache, Brauchtum, Interessen etc. innerhalb der Staatsbürger eines Landes hinaus.

Antwort
von MrHilfestellung, 44
...aus dem Mittelmeerraum.

In Deutschland wird man hauptsächlich mit Menschen aus Osteuropa, Westeuropa und dem Mittelmeerraum in Kontakt kommen, da beispielsweise Türken ja doch äußere Merkmale haben, die viele ursprünglich deutsche bzw. ost- und westeuropäische nicht besitzen, denke ich da erst an Menschen aus dem Mittelmeerraum.

Antwort
von Bswss, 31
...aus dem nahöstlichen / afrikanischen Raum.

Aus Nahost.

Antwort
von Nostarwhere, 49

Auslaender ist der, der sich dort wo er lebt nicht wohl fuehlt.

Kommentar von AndyD203 ,

Auch eine sehr interessante Auslegung, Nostarwhere. Trifft gerade auf mich zu. Aber der Witz ist oft, dass die Gesetze für das Unwohlgefühl sorgen. Im Herzen, Geist und sprachlich kann man schon längst irgendwo angekommen sein. Nur ein Stück Papier trennt den Ausländer oft von seinen Mitmenschen.


Kommentar von Nostarwhere ,

Ein weisser Blick ist dein.

Antwort
von himako333, 9
...aus dem südamerikanischen Raum.

Straßenmusiker aus Südamerika mit Panflöten und Pfeifen in den Fußgängerzonen, die sind ja leicht erkennbar an deren Kleidung

Antwort
von jaillbreaker, 27
...aus dem nahöstlichen / afrikanischen Raum.

mit langem Bart und gebrochenes Deutsch sprechen,

schwarze Haare, bräunliche Hautfarbe

Antwort
von lindgren, 48

Diese Frage ist für mich schwer zu beantworten, denn für mich gibt es keine Ausländer.

Ich habe auch keine spontane Vorstellung, wie ein Ausländer aussehen soll....denn wir sind alle Menschen dieser Erde und außerhalb unserer Heimatländer Ausländer.

Ich habe zudem eine Abneigung gegen dieses Wort. Frohes Fest.

Kommentar von AndyD203 ,

Ich mag dieses Wort auch nicht, lindgren. Ich betreibe aber eigene Forschung zu diesem Thema, weil ich selbst vom deutschen Staat als "Ausländer" angesehen werde. Als Amerikaner muss ich nun mein Physikstudium niederlegen und ohne Ausbildung schwer schuften, um bloß im Land bleiben zu dürfen. Und das nur, weil meine Ehe leider gescheitert ist. Ich versuche einfach mehr über dieses ganze Thema zu verstehen. Faktisch fühle ich mich als Deutscher und bin von einem nicht zu unterscheiden, würde aber trotzdem des Landes verwiesen, wenn ich diese schreckliche Arbeit nicht hätte. Auch dir ein frohes Fest.

Kommentar von lupoklick ,

Niemand - auch keine "Forschung" ???

zwingt Dich, braune Parolen mitzuplappern

bei allem Verständnis, das geht zu weit....

Kommentar von lindgren ,

?? Was soll dieser Kommentar?

Kommentar von AndyD203 ,

Was für "braune Parolen" meinst du denn, lupoklick?

Kommentar von lindgren ,

Es tut mir sehr Leid, wenn es dir so ergangen ist. Das ist leider die Politik. Engstirnig. Ich bin generell für offene Grenzen und offenes Miteinander. Wer arbeiten möchte, der soll gerne bleiben. Ausbildungen oder Studienabschlüsse sollten überall auf der Welt Gültigkeit haben. Jeder Mensch darf das Recht haben, sich irgendwo auf der Welt niederlassen und arbeiten zu dürfen.

Kommentar von AndyD203 ,

Da stimm ich dir zu. Aber selbst als Jahrgangsbester auf meiner Abendschule mit der Endnote 1,0 bin ich offensichtlich keine Bereicherung und mein Studium der Physik würde nicht ausreichen, um den weiteren Aufenthalt zu rechtfertigen. Dabei habe ich von 8 bis 17 Uhr gearbeitet und dann von 18 bis 22 Uhr die Schule besucht. Davor 3 Jahre lang durchgehend gejobbt. Also alles "richtig" gemacht. Nur interessiert es keinen. Es geht nur um die Kohle. Eine verrückte Welt.

Kommentar von lindgren ,

Versuche es doch mit einem Stipendium. Übrigens sind die Gesetze - was "Ausländer" betrifft, in den USA noch kurioser und schlimmer.

Kommentar von AndyD203 ,

Würde ich bekommen, aber ich würde trotzdem nächstes Jahr als "ausländischer Student" eingestuft werden und könnte dann keine Niederlassungserlaubnis oder Staatsbürgerschaft erhalten. Dabei habe ich Familie und Freunde hier, ein Leben halt. Nach der Trennung bekommt man jahrweise eine Aufenthaltserlaubnis, die zur Einbürgerung bzw. einer Niederlassungserlaubnis berechtigt. Sie wird aber nur verlängert von Jahr zu Jahr (bis man was besseres hat), wenn man arbeitet und mehr verdient als die Summe ALG2-Satz + 300 EUR + Warmmiete. Ein Stipendium würde nicht ausreichen dafür. Außerdem bekommt man einen besseren Aufenthaltsstatus nur durch eigene Erwerbstätigkeit. Mein Studium will ich mehr als alles andere fortsetzen...aber erst wenn ich Rechte habe, wie alle anderen.

Ich weiß, dass die USA schlimmer sind in der Hinsicht. Aber warum kommen alle damit? Wenn ich der alten Dame die Brieftasche klaue, bin ich dann besser, wenn ich auf die Bankräuber zeige, die gerade die Sparkasse leerräumen?

Kommentar von Bswss ,

lindgren: Das klingt sehr nett, sehr humanistisch , aber gutmenschenartig  und deshalb auch völlig unrealistisch.

Du kannst doch nicht ernsthaft einen Schul- oder Studienabschluss in (z.B.) Burkina Faso, Bangladesh  oder Honduras mit einem solchen in (z.B.) Deutschland, der Schweiz usw. gleichsetzen.  Zudem kannst Du keinem Staat vorschreiben, jeden aufzunehmen und eine  Arbeitserlaubnis zu geben. 

Kommentar von AndyD203 ,

Wir sollten aber anfangen, Staaten zu verbieten, uns zu sagen wer oder was wir sind und wohin wir auf dieser Erde gehören. Vor allem dann, wenn wir niemandem etwas nehmen, uns benehmen, anpassen und unser Bestes geben, da wo wir sind. Die Gesetze stehen nicht selten in einem völlig verkehrten und krassen Verhältnis zur gelebten Realität. 

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