Frage von aegztre, 33

Wenn sich meine beruflichen Pläne verändern, muss ich dann das zu viel gezahlte Kindergeld zurückzahlen?

Hi,

Mein Freund hatte 2015 sein Abitur gemacht und wollte im Oktober 2016 studieren. Er hat in der Zwischenzeit Kindergeld gezahlt bekommen, da er noch für seine, für das Studium nötigen Französischkenntnisse gebüffelt hat (=sich noch in der Ausbildung befunden hat).

Er hatte sich bereits für sein Studium angemeldet und müsste die Tage jetzt nochmal persönlich an der Uni erscheinen.

Das Problem ist aber jetzt folgendes: Er at ein sehr gutes Jobangebot bekommen, dass er auch annehmen möchte.

Muss er jetzt das Kindergeld, dass er seit 2015 bekommen hat (bzw. seine Mutter) zurückzahlen? Immerhin hat er ja jetzt die Ausbildung bzw. das Studium nicht angetreten.

Oder wäre es schlauer sich trotzdem anzumelden und dann nach einiger Zeit wieder zu exmatrikulieren? Eigentlich möchte er das nicht...

Also kurz gefragt: Wenn sich die beruflichen Pläne verändern, muss man dann das bereits gezahlte Kindergeld zurückzahlen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DerHans, 24

Man ist "in der Ausbildung" wenn man entweder einen Ausbildungsvertrag oder eine Immatrikulierung vorlegen kann.

Hat sich sein Status geändert, hätte er das unmittelbar der Kindergeldkasse mitteilen müssen. "Nichtwissen" interessiert in diesem Zusammenhang nicht. Dafür hat man bereits im Antrag unterschrieben.

Selbstverständlich muss er das Geld zurück zahlen und kann froh sein, wenn er nicht wegen Leistungsmissbrauch angezeigt wird.

Kommentar von aegztre ,

Damals wurde mit dem Finanzamt und den Stellen die für das Kindergeld zuständig sind gesprochen. Da er die Kenntnisse in französisch für das Studium brauchte und erst studieren konnte sobald er sich diese aneignete, galt die Zeit in der er lernte als Ausbildung.

Jetzt hat er sich bereits seit April online Immatrikuliert. Die persönliche Immatrikulation ist erst seit dieser Woche möglich. Das Jobangebot kam ebenfalls diese Woche.

Verstehe ich dich jetzt richtig... Wenn er sich jetzt bei der Kindergeldkasse meldet, muss er das Geld nicht zurückzahlen? Oder muss er immer zahlen?

Verstehe nicht, wie du auf Leistungsmissbrauch kommst. Er hatte ja den festen Plan gehabt zu studieren. Jetzt haben sich seine Pläne geändert...

Kommentar von DerHans ,

Kindergeld für Erwachsene wird gezahlt, WÄHREND einer beruflichen oder schulischen Ausbildung. In einer Übergangszeit KANN Kindergeld weiter gezahlt werden, wenn der Beginn der weiteren Ausbildung bereits feststeht. Ändert sich diese Absicht dann ist natürlich für diese Zwischenzeit die Leistung zu erstatten. Dann ist es zwar  KEIN Missbrauch, was aber an der Rückzahlungspflicht nichts ändert.

Kommentar von aegztre ,

ok, danke. Das ist schade, da er jetzt natürlich sehr viel Geld aufwenden muss, um erstmal das Kindergeld zu begleichen. Aber danke für die Antwort! :)

Kommentar von DerHans ,

Er kann das nach Absprache selbstverständlich in erträglichen Raten zahlen

Antwort
von ellaluise, 6

Wenn dein Freund sich mit dem "Französich büffeln" in einer offiziellen Ausbildung/Schule/anerkannte Ausbildung befunden hat, würde das für den Zeitraum reichen.

Ansonsten sind die Bedingungen für Kindergeld nicht erfüllt (gewesen) und ist ggf. zurück zu erstatten.

Ich frage mich aber gerade ob es klug ist, statt Studium einen Job (mit was für einer Ausbildung) zu machen?

Oder wäre das Studium eine weitere Ausbildung?

Kommentar von aegztre ,

Danke. Das war ein offizielles lernen. Die Bedingungen waren erfüllt. Aber jetzt ist halt die Frage, was passiert, wenn man doch nicht mehr studiert (Für was man ja die Sprache gebraucht hätte)und das Geld aber schon gezahlt wurde.

Der Job wäe fast vier Jahre die Welt zu bereisen und mehr als genug zu verdienen. Ich würde das auch machen. Studieren könnte er danach ja auch noch :-)

Kommentar von ellaluise ,

Für die Zeit, für die Berechtigung bestand, muß das Kindergeld nicht zurück gezahlt werden.

Für die andere Zeit schon.

Pläne änderen sich durchaus.

Also der Familienkasse bescheid geben und abwarten, den dann erfolgenden Bescheid kritisch prüfen. Ggf. kann auch in Raten zurück gezahlt werden.

Bescheid gegeben werden muß, denn irgendwann werden wieder Nachweise angefordert.


Antwort
von denisspain, 26

Nein muss er nicht

Kommentar von aegztre ,

Danke, aber hast du irgendeinen Gesetzestext dazu oder ähnliches?

Kommentar von denisspain ,

nur meine Erfahrung :P

hatte Studiert, es dann abgebrochen, ein halbes Jahr gar nix gemacht und danach ne Ausbildung angefagnen. Habe die ganze Zeit über KG bekommen


Kommentar von DerHans ,

Dann hast du Glück gehabt, dass es nicht kontrolliert wurde. Du warst selbst dafür verantwortlich, diesen Abbruch zu melden.

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