Frage von HalloRossi, 52

Wenn noch ein Gutachter kommen muss um den Wert eines Erbes zu ermitteln, wie lange hat der Zeit?

Ich habe im Februar geerbt und einer meiner Geschwister fühlt sich benachteiligt. Und will einen Gutachter schicken um den genauen Wert zu ermitteln. Ich sagte ok ( auch über Anwalt) und teilte mit, dass das Haus aber verkauft werden sollte. Ich schlug friedlich vor, das man doch den Verkaufspreis zugrunde legen könne, aber meine Schwester meint, das Haus sei viel mehr wert und ich würde es zu billig verkaufen. Ok, wie gesagt, ich hatte auch nichts gegen ein Wertgutachten, die Erlaubnis  hat sie offiziell von Anwalt bekommen. Jedoch ist das Haus jetzt verkauft , Notartermin war schon und Übergabe ist am 1.12.  Nun sagt sie, ich hätte das Haus nicht verkaufen dürfen, bevor ihr Gutachter da war. Aber sie hatte vom 1.2-1.12 Zeit dafür. Das ist ja wohl genug Zeit. Oder nicht? Hätte ich das Haus tatsächlich nicht verkaufen dürfen? Das muss doch zeitlich irgendwie limitiert sein.

Antwort
von kabbes69, 21

Hat sich denn deine Schwester schon mal geäußert, ob sie bereits einen Gutachter beauftragt hat?  Hierfür hast du ihr mit Sicherheit genügend Zeit gegeben. Ich denke doch, dass dein Anwalt ihr hierfür eine Frist gesetzt hatte? Wie lange die Fertigstellung eines solches Gutachten dauert ist regional sehr verschieden. Bei uns vergehen  teilweise zwischen Auftrag, Besichtigung und Fertigstellung bis zu 18 Monate, je nach Gutachter. Sollte sie also einen Nachweis über ein beauftragtes Gutachten erbringen können und dieser könnte nun die Besichtigung des Hauses nicht mehr durchführen, solltest du deinen Anwalt wieder anrufen. 

Mal abgesehen davon, dass ein Gutachten ja immer noch nichts darüber aussagt, ob du für den hier ermittelten Wert einen Käufer findest.

Kommentar von HalloRossi ,

Sie hat 10 Monate Zeit gehabt. Zwischendurch hat sie immer mal wieder geschrieben, das sie nicht weiß ob sie einen Gutachter schickt oder nicht. Sie hat noch keinen Bestellt mit der Aussage, dass sie Jury Zeit kein Geld dafür hat. Sie wusste das das Haus zum Verkauf steht.

Kommentar von kabbes69 ,

Nach meinem Bauchgefühl handelt es sich hierbei um eine angemessene Frist für deine Schwester sich entweder um die Beauftragung eines Gutachtens zu kümmern, sich mit deinem erzielten Kaufpreis abzufinden oder dir jemand zu suchen der mehr bezahlt. Ich  bin aber auch kein Jurist. So lässt sie ja  durch ihre Unentschlossenheit ihr finanzielles Problem zu deinem werden und du könntest  theoretisch versuchen ihr die für dich anfallenden Mehrkosten an Unterhaltung des Gebäudes wieder in Rechnung stellen.

Antwort
von juergen63225, 20

Etwas stimmt da nicht .. wenn du ein Auto verkaufst ohne über das Erbe verfügen zu dürfen, und machst es trotzdem, dann kann man streiten. 

Aber eine Immobilie kannst du nur verkaufen, wenn du auch als Eigentümer im Grundbuch stehst, und das geht nur, wenn der Erbfall geklärt ist, dann ist es deins, und auch steuerlich fliesst der Erlös in DEIN Vermögen und nicht in das der Erbengemeinschaft.

Hat eine Erbengemeinschaft geerbt, dann wird kein Notar einen Kaufvertrag besiegeln, ohne die Unterschriften aller Erben. Oder nach der Auseinandersetzung des Erbes, also wenn sich alle geeinigt haben, die Immobilie auf einen zu überschreiben (gegen Ausgleichszahlung). Aber so ein Geschäft muss immer Notariell beglaubigt werden. Somit ist es technisch gar nicht möglich, dass du eine Immobilie verkauft hast, die dir gar nicht gehört.  

Also gibts 2 Möglichkeiten: entweder deine Schwester hat beim Verkauf mitunterschrieben, dann wüsste ich nicht, was man anfechten könnte.

oder das Haus war schon auf Dich überschrieben mit irgendwelchen Auflagen, (der Schwester beim Verkauf Geld zukommen zu lassen) .. auch dann wüsste ich nicht, welche Ansprüche sie stellen könnte, wenn das Haus per ganz normalem Kaufvertrag den Besitzer gewechselt hat und Du bereit bis den ensprechenden Anteil auszuzahlen ? 

Kommentar von HalloRossi ,

Doch doch, ich bin der offizielle Eigentümer der Immobilie. Meine Schwester fordert einen Pflichtteilsergänzungsanspruch und um den zu ermitteln braucht es die genaue Summe meines Erbes ( weil womöglich ihr Erbe weniger Wert ist als der Pflichtteil). Das ist schon korrekt.

Kommentar von juergen63225 ,

ok ist sicher ein Fall für den Anwalt .. 

Also du hast das Haus schon früher bekommen und die Schwester wurde übergangen. 

Dann würde wohl wie folgt gerechnet: bei 2 Kindern erbt jeder 50% 
der Pflichtteil ist die Hälfte davon, also 25%, Schenkungen werden angerechnet.  

Also eine Beispielrechnung: 50.000 sonstiges Erbe wird gleich aufgeteilt, 200.000 Verkaufserlös Haus. Summe 250.000 *0,25 = 62,500 Pflichtteilsanspruch  .. also minus 25,000 = 40.000 die du ihr noch geben müsstest. 

Das ich mal unterstelle, dass du das Haus nicht an deine Freundin zum halben Preis unter der Hand verkauft hast, sondern ganz normal verkauft nach Aufgabe von Immoanzeigen oder Beauftragung von Makler. Und keinen Grund hattest, etwas zu verschenken. Wäre ich auch sauer, wenn dann die Schwester mit Anwalt kommt. Wäre aber auch sehr unwahrscheinlich, wenn das Gutachten so stark vom Kaufpreis abweicht, dass ein Gericht daraus Forderungen ableiten könnte, auch wenn das Gutachten 10% mehr Wert schätzen würde. 

Möglicherweise kann der Schuss aber auch für die Schwester nach Hinten losgehen, wenn die Eingentumsübertragung schon ein paar Jahre her ist. Dann würde ich auf einem Gutachten bestehen, oder selbst eins in Auftrag geben, dass den Wert zum Zeitpunkt der Schenkung bestimmt .. und danach abrechnen ... dann gibts vielleicht gar nichts, die Immopreise sind ja in den letzten Jahren erst  gestiegen !!! 

Kommentar von fiwaldi ,

Erbrecht ist kompliziert und ich bin kein Jurist, daher kann ich nur mit meiner Logik beitragen.

Die Zeit, einen Gutachter votzuführen ist mehr als lage genug. Die Burschen erscheinen blitzschnell. Aber die machen es nicht umsonst und den kostenlosen Gutachter sucht deine Schwester immer noch.

Warum hat die Schwester keinen Verkäufer beigebracht, der deutlich mehr bietet? Plappern kann man viel, aber nur Ergebnisse sind interessant.

Kommentar von HalloRossi ,

Das sehr ich ja auch so. Vom logischen Verstand. Nur ist die Rechtslage ja manchmal anders als der logische Verstand.

Antwort
von DerGeodaet, 13

Hallo,

für einen Grundstücksverkauf sind die Unterschriften aller Erben erforderlich. Wenn deine Schwester nicht unterschrieben hat, ist kein Kaufvertrag zustande gekommen.

Antwort
von nitrilos, 3

Erbstreit?

Das kann ein langer "Spaß" werden, wenn sich die Erben nicht einige werden. Bei mir in der Nähe steht ein haus seit über 15 Jahren leer wegen so einem Schmarrn, das Haus ist inzwischen nicht mehr bewohnbar.

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