Frage von douschka, 138

Wenn Nachbars Bäume stören, wie regeln?

Vorweg, bin ein Naturfreund und -schützer. Möchte ein Haus mit Grundstück kaufen und keinen Nachbarschaftsstreit haben. Gekauft wie gesehen? Die Fichten sind jetzt schon ca. 10 m hoch und stehen ca. 50 cm dicht am Gartenzaun als Grenzbepflanzung. Demnach wachsen die "halben" Bäume auf ein fremdes Grundstück und beeinflussen auf eine Länge von ca. 15 m die Grundstücksnutzung. Verstümmeln wollte ich die Bäume nicht, da Beschattungs- und Pflanzprobleme damit nicht gelöst werden. Immerhin wächst auf rd. 30 m² nichts darunter, obwohl die unteren Zweige auf Zaunhöhe entfernt wurden. Befürchte eines Tages nicht mehr ungehindert über den Gartenweg ins Haus (Doppelhaushälfte) zu kommen.

Bisher scheint sich keiner daran gestoßen zu haben, da das Haus eine vermietete Ferienimmobilie war. Sehe es daher etwas anders als die Urlauber. Wie kann ich das Problem angehen, ohne in sämtliche Fettnäpfchen zu treten? Alles andere passt im und ums Haus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von furbo, Community-Experte für Recht, 66

Es gibt in jedem Bundesland ein Nachbarrecht. Dort wird auch die Grenzbepflanzung geregelt. Der § 910 BGB regelt zudem noch, wie mit dem Überhang zu verfahren ist. 

Der Dreh- und Angelpunkt dürfte die Frage sein, wie weit die Nutzung deines Grundstücks durch den Überhang eingeschränkt ist. Bei einer Weigerung des Zurückschneidens durch den Nachbarn dürfte es auf eine gerichtliche Auseinandersetzung hinauslaufen. M.E. hast du einen Anspruch auf Zurückschneiden. 

Sprich zunächst mit ihm und erkläre ihm die Situation. Vielleicht ist er recht einsichtig. 

Antwort
von 2001Jasmin, 74

sprich doch einfach mal mit dem Nachbar darüber :D

Kommentar von douschka ,

Noch kenne ich die Nachbarn nicht und möchte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Ein Neustart im Ländlichen als Dauerbewohner ist nicht so einfach. Den Kauf würde ich jedenfalls nicht von den Bäumen abhängig machen. Fichten gehören in den Wald und nicht auf Grundstücke. Mit naturnaher Beflanzung haben blaue Ziergehölze eh nichts zu tun.

Kommentar von RubberDuck1972 ,

So wie du das angehst und argumentierst, läuft´s auf jahrelangen (Gerichts-/Nachbarschafts-) Streit hinaus.

Vielleicht kannst du dich damit anfreunden die Stellen, an denen nichts wächst, anderweitig zu nutzen. Vielleicht ein Gartenhaus oder einen Schuppen für die Gartengeräte hin stellen und Pflanzen setzen, die Schatten mögen.

Aber wenn dich die Bäume schon von vorn herein so sehr stören, solltest du vom Kauf dieses Objektes Abstand nehmen.

Kommentar von douschka ,

Hauptproblem ist, dass die Bäume an der schmalen direkten Zuwegung zum Haus stehen und ich mir irgendwann als Rentner nicht ständig duckend einen Weg ins Haus bahnen möchte. Die bestehende Haustür kann nicht versetzt werden.

Vllt. ist das der Grund, warum das Anwesen noch zu haben ist.

Antwort
von wiseasanowl, 56

Darf ich das kurz zusammenfassen?

1. Du bist Umweltschützer und liebst die Natur - jedenfalls auf Phoenix oder 3sat. 

2. Du möchtest ein nettes Haus mit Garten erwerben, fühlst dich aber schon jetzt durch ein paar Fichten auf dem Nachbargrundstück gestört.

Kleiner Tipp dazu: Du musst das Haus nicht kaufen. Es gibt bestimmt auch nette Eigentumswohnungen in gehölzfreier Innenstadtlage.

Kommentar von douschka ,

1. gehören Fichten nicht auf kleine Grundstücke, sondern in den Wald.

2. blaue, gezüchtete Koniferen sind nicht naturnah.

3. die Bäume wurden viel zu dicht an die Grenze gepflanzt.

4. es gehört sich nicht die eigenen Vorlieben anderen rücksichtslos aufzuzwingen.

5. gehen von diesen Flachwurzlern auch Gefahren aus.

6. als Fachreferent für Umwelt setze ich mich für Bepflanzungen ein, die in der jeweiligen Region heimisch sind und der Fauna nützen.

7. man kauft für einen best. Preis, will erhalten und  nutzen, wird jedoch durch nutzlose Zierbepflanzung des Nachbarn eingeschränkt.

Denke mal darüber nach, wie es wäre, wenn Du Eigentum hättest und dies eines Tages nicht mehr durch Unbedachtheit anderer uneingeschränkt nutzen könntest. Stell Dir auch vor, so ein Baum kracht bei Sturm auf Dein Haus und es entsteht großer Schaden. Der würde sicher reguliert, aber bis dahin bestehen viele Unannehmlichkeiten. Gefährdende Ziergehölze stehen in einem andern Rang und sind mir ein Dorn im Auge. Nicht alles was wächst, ist gut und nützlich. 

Kommentar von RubberDuck1972 ,

Merkst du eigentlich, dass du jetzt schon quasi mit deinem Nachbarn streitest?

Kommentar von douschka ,

In Gedanken ja. Es wäre wirklich ärgerlich, sich deswegen das Leben schwer zu machen. Ich schau erstmal, bleibe still und werde es bei günstiger Gelegenheit ansprechen. Spätestens, wenn sich über meine Katze oder Hund aufgeregt wird. Gute Nachbarschaft ist immer ein gegenseitiger Kompromiss.

Kommentar von RubberDuck1972 ,

Ich hör´ die Zeitbombe schon ticken. - Und wenn der Nachbar sagt, dass deine Katze in seinen Garten gekackt hat oder wegen sonst irgend einem Furz explodiert die Bombe (nämlich du), weil sich bis dahin so viel ärger über die Bäume angestaut hat. Sie gehen dir ja jetzt schon auf den Keks, obwohl du das Haus noch garnicht gekauft hast und du weißt, wie hoch Fichten werden können...

Kommentar von douschka ,

So schnell explodiere ich nicht, kann sehr viel wegstecken. Leben und leben lassen, aber ich lasse mich nicht unterbuttern. Es geht auch nicht ums Rechthaben. Es geht um spätere ungünstige Beeinflussung, denn noch ist der Baumbestand erträglich. Deutlich entstehende Nachteile muss ich nicht hinnehmen. Werde sehen wie sich die Geschichte entwickelt und bin erstmal guten Mutes. Danke für Deine Beiträge. LG

Antwort
von AalFred2, 51

Die Regelung könnte schwierig werden. Das klingt alles nach "Wasch mich, aber mach mich nicht nass". Du möchtest unbedingt, dass die Bäume verschwinden, möchtest dich aber nicht gleich unbeliebt machen. Das funktioniert nicht. Davon ausgehend, dass der Nachbar sein Bäume behalten möchte, kannst du einen eventuellen Anspruch nur juristisch durchsetzen, was dein Standing in der Dorfgemeinschaft auf längere Zeit nicht positiv beeinflussen dürfte.

Insofern musst du dich entscheiden, ob du mit den Bäumen leben kannst oder den Ärger in Kauf nehmen willst.

Antwort
von RubberDuck1972, 75

Was willst du von deinem potenziellen Nachbarn? Soll er die Bäume fällen...?

So wie du die Lage beschreibst, ist Streit vorprogrammiert. Die Bäume vom Nachbarn stehen vielleicht schon seit zwanzig Jahren da. Jetzt kommst du als neuer Eigentümer und willst mehr Licht (usw.) für deine eigenen Zwecke. - Wenn du sonst keine Hobbys hast und deine Zeit mit Gerichtsverfahren und Rechtsanwälten verplempern willst, ist das Haus/Grundstück natürlich genau richtig für dich.

Mein gut gemeinter Rat: Kauf dir ein anderes Haus, wo drum herum alles stimmt oder deine Vorstellungen vom "Wohnerlebnis" nur in erträglichem Maß eingeschränkt sind.

Kommentar von douschka ,

Habe so lange gesucht und glaube mir, ein kleines bezahlbares, kernsaniertes Haus mit großem Grundstück in meiner Wunschgegend zu finden, ist wie ein Sechser im Lotto. Das eigendliche Grundstück  beginnt erst nach einer sehr schmalen Zuwegung. Um diese geht es mir. Die Bäume sind momentan akzeptabel, aber wenn sie noch größer und breiter werden, behindern sie den Zugang zum Haus. Eine Nutzung für die unbepflanzbare Fläche fällt mir schon ein.

Kommentar von RubberDuck1972 ,

Das ging aus deiner Frage so noch nicht hervor.

Wenn das der einzige Weg zum Haus/Grundstück ist, wird der Nachbar den Weg frei halten müssen. Das macht er er ja scheinbar derzeit sowieso schon, was Äste betrifft(?).

Ich weiß ja nicht, ob der Weg geteert oder gepflastert ist... Trotzdem werden die Wurzeln der Bäume (je nach Art und wie groß sie noch werden können) den Untergrund wellig machen, dann fällst du mit deinem Rollator auf die Nase. Wurzeln sprengen Pflaster, Teer und sogar Beton.

Kommentar von douschka ,

Nein, der Nachbar hält nichts frei. Die unteren Äste wurden nur entfernt, weil sie sonst seinen Zaun zerstörten.

Die Zuwegung zum Haus ist ein ca. 1m breiter, gepflasterter Weg, der zum besagten Nachbarn hin von einer schmalen Rabatte gesäumt wird.

Antwort
von terrial, 36

Rechtlich ginge es sicherlich irgendwie. Aber es wäre besser, es im gegenseitigen Einvernehmen zu machen.
Sicher stören den Nachbarn die Bäume auch und er war bisher bloß zu faul, sie zu entfernen. Bestimmt ist er froh, wenn die ollen Fichten wegkommen und eine ordentliche Hecke statt dessen dort hin kommt.
Falls er murrt, biete an, es auf deine Rechnung zu machen. Wenn er immer noch murrt, auf Sicherheitsbedenken hinweisen (Sturm). Sage ihm, dass die Bäume irgendwann deswegen sowieso weg müssen und je länger gewartet wird, desto teurer wird's. Wenn er dann immer noch murrt, schriftliche Aufforderung mit Fristsetzung schicken. Fröhliche Nachbarschaft.

Antwort
von mrlilienweg, 58

Ich habe auf dem Grundstück meiner Schwiegereltern vor Weihnachten 18 Fichten die alle über 10 m hoch waren und entlang der Grundstücksgrenze standen, entfernt. Auf einer Breite von 10 m war kein Wachstum mehr möglich, die Wurzeln legten den Boden wüstenartig trocken. Irgenwie gehören Waldbäume in Reihe gepflanzt nicht auf ein bebautes Grundstück. Wenn man solche Bäume pfanzt werden die ersten 15 Jahren noch nett sein, dann wird es zu viel. Solche Bäume sollten eben auf einem freien Platz stehen und ja nicht an der Grundstücksgrenze.

Auf meinem eigenen Grundstück habe ich anschließend noch zwei ca. 18 Meter hohe Blaufichten die vor ca. 30 Jahren eingepflanzt wurden entfernt. Die Bäume habe ich der Gemeinde als Weihnachtsbäume gestiftet. Ich hatte bei jedem Sturm Manschetten bekommen, dass die Bäume dem Winddruck nicht mehr bestehen könnten und vielleicht noch jemand dadurch zu Schaden kommt.  

Die Bäume abgesägt und was geeignet war zu Brennholz gemacht, die Wurzeln habe ich ausgegraben und die Stümpfe mit einer Stubbenfräse zu Kompost verarbeitet. Jetzt kann man den Garten wieder normal nutzen und der Nachbar ist mir sehr dankbar für meine Aktion. An deiner Stelle würde ich dir zu einem "Neuanfang" raten, das ganze Gehölz entfernen und den Garten sinnvoll anlegen, dann hast du ruhige Zeiten vor dir und kannst den Garten geniesen.


Kommentar von AalFred2 ,

Das ist ja alles ganz interessant, aber was hat das mit den Bäumen des Nachbarn zu tun?

Kommentar von mrlilienweg ,

Es geht doch um die Bäume auf dem Grundstück welches "douschka" kauft und nicht um die Bäume seines Nachbarn.  

Kommentar von AalFred2 ,

Wie genau kommst du bei der Überschrift

Wenn Nachbars Bäume stören, wie regeln?

darauf?

Kommentar von douschka ,

@ mrlilienweg

Ganau so wie Du die Fichtenproblematik Deiner Schwiegereltern beschreibst, so sieht es auch auf dem zukünftigen Grundstück aus. Nur sind es die Bäume des Nachbarn.

In meinem jetzigen Wohnort (Hochschwarzwald) gibt es wg. der Fichtenbepflanzungen ständig Streitigkeiten sämtlicher Nachbarn, was mich bisher nichts anging (z.Zt. Mieter). Kleine umpflanzbare Fichten gibt es gratis im Wald und nichts ist günstiger, diese als blickdichte, schnellwachsende Begrenzung zu setzen. Was in den ersten Jahren noch ganz nett ist, ufert später aus und wird teuer. Nichts dagegen, wenn diese Art der Bepflanzug als "gezähmte" Hecke wächst, aber das macht Arbeit.

Antwort
von Evileul, 58

Einfach mal mit dem Nachbarn reden xD.

Antwort
von Blqckjack5555, 71

Das ist echt ärgerlich

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