Frage von IbanezP, 163

Wenn Minderjährige ihre eigenen Filmchen drehen sind sie ja im besitz von Kinderpornos?

Hallo,

ich habe neulich mit ein paar Leuten geredet, manche filmen sich beim Sex. Ist ja jedem seine Sache aber ich fragte auch einige wann sie denn damit angefangen haben. Einer sagte auf den Geschmack sei er mit seiner ersten Freundin gekommen, beide waren 16 Jahre alt, streng genommen eigentlich Kinderpornografie doch der besitz von Kinderpornos ist ja strafbar.

Ich habe sogar von einem Fall von einer Berliner Schule gehört wo 14 jährige sich selbst mit ihrer freundin beim sex filmten und die filme dann über whatsapp bluetooth und co an freunde verschickt haben um sich in einem zweifelhaften ruhm zu baden.

Wie ist denn hier die rechtsgrundlage? Oder ist das eine grauzone? Der besitz ist ja strafbar aber diese Leute drehen sie ja selbst und besitzen sie quasi auch selbst was ja verboten ist aber verbieten kann man es ihnen scheinbar auch nicht. Also welches gesetz kann hier greifen?

Antwort
von Ronox, 27

beide waren 16 Jahre alt, streng genommen eigentlich Kinderpornografie doch der besitz von Kinderpornos ist ja strafbar.

Nein, das wäre Jugendpornografie. Strafrechtlich kommt § 184c StGB in Betracht. Vor allem Absatz 1 Nr. 3 und Absatz 3, welche durch Absatz 4 beim "Privatgebrauch" wieder ausgehebelt werden.

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

3. eine jugendpornographische Schrift, die ein tatsächliches Geschehen wiedergibt, herstellt

(3) Wer es unternimmt, sich den Besitz an einer
jugendpornographischen Schrift, die ein tatsächliches Geschehen
wiedergibt, zu verschaffen, oder wer eine solche Schrift besitzt, wird
mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


(4) Absatz 1 Nummer 3, auch in Verbindung mit Absatz 5, und Absatz 3
sind nicht anzuwenden auf Handlungen von Personen in Bezug auf solche
jugendpornographischen Schriften, die sie ausschließlich zum
persönlichen Gebrauch mit Einwilligung der dargestellten Personen
hergestellt haben.

Ich habe sogar von einem Fall von einer Berliner Schule gehört wo 14
jährige sich selbst mit ihrer freundin beim sex filmten und die filme
dann über whatsapp bluetooth und co an freunde verschickt haben um sich
in einem zweifelhaften ruhm zu baden.

Das wäre wiederum problematisch, da die Filme hierbei verschickt werden. Aber auch hier gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Kommentar von clemensw ,

Yep, sehe ich genauso. DH!

Antwort
von clemensw, 75

Zum ersten ist es nur KiPo, wenn einer der Beteiligten unter 14 Jahren ist (s. gesetzliche Definition von "Kind" und StGB 184b). Ab 14 sind es "jugendpornographische Schriften".

Zweitens sind Herstellung und Besitz straffrei, wenn sie a) nur zum persönlichen Gebrauch und b) mit Einwilligung der Beteiligten entstanden sind (s. StGB 184c Abs. 4). 

Drittens ist der Versand an Dritte zwar strafbar, bei Jugendlichen wird aber nach Jugendstrafrecht geurteilt. Damit fällt eine Geldstrafe schon mal weg, und nachdem sich die Jugendlichen damit vor allem selbst geschadet haben, dürfte kaum mehr als eine Ermahnung rauskommen.

Anders wäre die Sachlage aber bei "Revenge Porn", also wenn jemand ein solches Video veröffentlicht, um dem (Ex?)Partner zu schaden. Da könnte es durchaus zu einem Jugendarrest oder einer Jugendstrafe kommen.

Antwort
von Leolele, 92

Solange du sie nicht weiterschickst ist es eigentlich nciht illegal weils einfach niemanden interessiert. Machst du sie aber für viele zugänglich ist das eine Straftat, soviel ich weiß. Allerdings liegt das oft beim Richter

Antwort
von oliberlin, 37

…, beide waren 16 Jahre alt, streng genommen eigentlich Kinderpornografie doch der besitz von Kinderpornos ist ja strafbar.

Wenn man es wirklich ganz streng nimmt ist es Jugendpornographie (§ 184c StGB). Für Kinderpornographie (§ 184b StGB) müssten die Beteiligten (oder wenigstens ein Beteiligter) 13 oder jünger sein.

Die selbst hergestellten Filmchen oder Bildchen sind den »Darstellern« bzw. »Produzenten« des eigenen Videos dann wieder erlaubt (§ 184c Abs. 4), die Weitergabe oder Verbreitung ist jedoch verboten.

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