Frage von Missesbee, 45

Wenn meine Mutter als Rentenempfängerin zusätzliche Unterstützung vom Amt braucht, wie viel Geld von mein Azubi-Gehalt müsste ich dazu steuern?

Meine Mutter bekommt derzeit (bis März 2017) Unterstützung vom Sozialamt, da sie nicht fähig ist arbeiten zu gehen (SGB II Leistungen). Ihre Altersrente wird sehr gering ausfallen, weswegen sie weiterhin SGB XII in Anspruch nehmen müsste. Ich wohne noch zuhause (bin Auszubildende,im Sommer 2017 fertig und dann Auszug) und muss jetzt jeden Monat 200-300 Euro von meinen Gehalt laut Amt dazu geben.

Weiß jemand wie das wird, wenn meine Mutter SGB XII bekommt? Wie viel Euro muss ich dann abgeben? Wäre gut zu wissen, da ich für Auszug etc. sparen muss und das Ausbildungsgehalt eh sehr gering ist.

Unsere Sachbearbeiterin ist nie zu erreichen. Wäre gut, wenn ich nicht im ungewissen stehen würde.

Vielen Dank schon mal!

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung & Geld, 18

Wenn deine Mutter dann Leistungen nach dem SGB - Xll vom Sozialamt bekommt,weil ihre Altersrente ihren Grundbedarf nicht deckt,dann müsstest du meines Wissens erst Unterhalt leisten wenn dein Jahresbruttoeinkommen über 100 000 € liegen würde !

Das ändert aber nichts daran das du auch weiterhin deinen Bedarf so gut es geht aus deinem anrechenbaren Einkommen selber bestreiten musst.

Es kommt also darauf an wie hoch dann deine Brutto und Netto Vergütung ist,wie hoch die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) ist,wie alt du bist und ob deine Mutter noch Kindergeld für dich bekommt.

Kommentar von Missesbee ,

Das ist alles halt sehr knapp. Sie bekommt wie gesagt derzeit SGB II. Das fällt aber mit der Altersrente im März 2017 weg. Da ihre Rente nicht ausreicht, muss sie SGB XII beziehen. Da ich noch bis Sommer 2017 bei ihr Wohne und wir somit eine Bedarfsgemeinschaft sind zählt mein Einkommen natürlich mit. Ich bin 23 Jahre alt und mein Netto Einkommen liegt zwischen 700 und 750 Euro)

Die KDU ist noch nicht geklärt, da wir gerade mit Druck eine angemessene Wohnung suchen. Jedoch wird diese warm (ohne Heizkosten) 750 nicht übersteigen.

Frage ist für mich nur:

- Mein Einkommen, was ich jetzt habe ( 700 Euro Netto) minus   ca. 200-300 Euro (wegen Unterstützung) SGB II.

Muss ich dann mit mehr Abgaben rechnen bei der Beziehung von SGB XII, als derzeit die 200-300 Euro?

So genau wird mir das wohl leider niemand sagen können.

Aber vielen Dank für Eure Zeit!

Kommentar von isomatte ,

Die KDU - beinhaltet die Warmmiete !

Angenommen die Warmmiete würde angemessen dann tatsächlich 750 € betragen,dann stünde dir ein KDU - Kopfanteil von 50 % zu,wenn du mit deiner Mutter alleine in der Wohnung lebst.

Dann würde dein Bedarf min. bei 375 € KDU - Kopfanteil liegen und dann ab 2017 würde dein neuer Regelsatz bei voraussichtlich 328 € liegen,derzeit liegt er bei 324 €,würde also um 4 € angehoben und deiner deiner Mutter würde um 5 € auf 409 €,derzeit 404 € steigen.

Dein Bedarf würde also hier im Beispiel bei min. 328 € Regelsatz + 375 € KDU - Kopfanteil = 703 € liegen.

Wenn dein Nettoeinkommen angenommen bei 750 € liegt,dann hast du sicher ein Brutto von 900 €,wenn nicht mehr und auf dein Bruttoeinkommen kommt es zunächst an.

Denn darauf werden dir Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll berechnet,dass sind dann zunächst mal 100 € Grundfreibetrag.

Ab 100 € - 1000 € Brutto hast du noch mal 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto 10 % Freibetrag,diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch von deinem Nettoeinkommen abgezogen,dass ergibt dann dein anrechenbares Erwerbseinkommen.

Dazu wird dann sonstiges Einkommen addiert,also z.B. dein volles Kindergeld was dir bis ende der Ausbildung zusteht,solange du noch keine 25 bist.

Würdest du also angenommen 900 € Brutto haben,dann hättest du erst mal 100 € Grundfreibetrag,der Überhang beträgt dann 800 € Brutto und darauf stünden dir noch mal 20 % Freibetrag zu,also kämen noch mal 160 € dazu.

Dein gesamter Freibetrag läge dann bei 260 €,zieht man diese dann theoretisch von deinen angenommenen 750 € Netto ab,blieben hier 490 € anrechenbares Erwerbseinkommen,dazu käme dann dein Kindergeld von 190 €.

Somit würde dann dein gesamtes anrechenbares Einkommen bei etwa 680 € liegen.

Von den 680 € ginge dann zunächst dein Regelsatz von dann 328 € ab,es blieben noch 352 € für deinen KDU - Kopfanteil,der hier im Beispiel bei 375 € liegen würde.

Demnach hättest du noch nicht mal genug anrechenbares Einkommen um deinen eigenen Bedarf zu decken,dir stünde dann ggf.vom Jobcenter selber noch eine Aufstockung von etwa 23 € zu.

Das was du also jetzt an deine Mutter zahlen musst ist dein Teil für deinen Bedarf,den du aus deinem anrechenbaren Einkommen selber zahlen kannst.

Kindergeld was deine Mutter bekommt wird sie dann denke ich schon mit einrechnen,so dass dir dann zumindest deine Freibeträge auf dein Einkommen bleiben.

Und das wird dann auch ab dem Bezug nach dem SGB - Xll so bleiben,dass Jobcenter wird deinen Bedarf berechnen und was du an anrechenbarem Einkommen hast,dass wird dann auf deinen Bedarf angerechnet.

Sollte dein anrechenbares Einkommen dann höher als dein eigener Bedarf sein,dann würde der Überschuss deinem Kindergeld zugerechnet.

Da deine Mutter die Kindergeldberechtigte ist,würde dann der Teil ( max. das volle Kindergeld ) den du zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigst auf den Bedarf deiner Mutter angerechnet,so zumindest wird es im SGB - ll gehandhabt.

Ich kann mir nicht vorstellen das dies dann im SGB - Xll anders sein sollte,dass wäre aber dann das einzige was auf den Bedarf deiner Mutter angerechnet werden dürfte.

Antwort
von voxymo, 23

Also... das können wir gar nicht so genau sagen. Wenn du ausgezogen bist, hat dein eigener Unterhalt erstmal Vorrang.

Ich weiß nur für im Falle der Pflegebedürftigkeit zum Beispiel, da gibt es einen Freibetrag, den die Kinder haben. Und von dem was drüber ist, muss man die Hälfte für den Unterhalt der Eltern abgeben.

Antwort
von Dave0000, 22

Also meines Wissens nach:
Solange ihr zusammenwohnt werdet ihr als Bedarfsgemeinschaft angesehen und alle Zahlungen von Sozialstellen dürften Interesse an deinem Einkommen haben
Von der Wortwahl her würde ich ehr sagen das dein Einkommen angerechnet wird und sie deswegen weniger bekommt und nicht "dazusteuern"
Wenn du ausgezogen bist dürfte dein Einkommen eigentlich keine Rolle mehr spielen und deine Mütter wieder den vollen vorgesehen Satz bekommen

Kommentar von Missesbee ,

Das ist alles halt sehr knapp. Sie bekommt wie gesagt derzeit SGB II. Das fällt aber mit der Altersrente weg. Da ihre Rente nicht ausreicht, muss sie SGB XII beziehen. Da ich noch bis Sommer 2017 bei ihr Wohne und wir somit eine Bedarfsgemeinschaft sind zählt mein Einkommen natürlich mit. Frage ist für mich nur:

- Mein Einkommen, was ich jetzt habe ( 700 Euro Netto) minus   200 Euro (wegen Unterstützung / Anrechnung) SGB II.

Muss ich dann mit mehr Abgaben rechnen bei der Beziehung von SGB XII, als derzeit die 200 Euro?

So genau wird mir das wohl leider niemand sagen können.

Aber vielen Dank für eure Zeit!

Kommentar von Dave0000 ,

Das kannst du am beten wirklich bei der entsprechenden Kasse erfragen in wie weit dein Einkommen angerechnet wird
Vermutlich wird sich aber zur jetzigen Situation nicht viel verändern
Der Bedarf der Bedarfsgemeinschaft bleibt ja solang du da wohnst gleich

Kommentar von Missesbee ,

Ja, das versuchen wir auch. Unsere Sachbearbeiterin ist nie anwesend, krank, Urlaub, oder geht nicht an das Telefon.. fühle mich etwas verloren. Aber vielen Dank trotzdem! :)

Kommentar von Dave0000 ,

Dann versucht die Fragen schriftlich zu klären

Antwort
von altgenug60, 15

Wenn deine Mutter SGB XII bekommt, musst du nur noch dann etwas dazugeben, wenn du über 100 000 € im Jahr verdienst.

So lange ihr noch im selben Haushalt wohnt, musst du aber natürlich die Hälfte der Kosten der Unterkunft tragen.

Kommentar von Missesbee ,

Das ist alles halt sehr knapp. Sie bekommt wie gesagt derzeit SGB II. Das fällt aber mit der Altersrente weg. Da ihre Rente nicht ausreicht, muss sie SGB XII beziehen. Da ich noch bis Sommer 2017 bei ihr Wohne und wir somit eine Bedarfsgemeinschaft sind zählt mein Einkommen natürlich mit. Frage ist für mich nur:

- Mein Einkommen, was ich jetzt habe ( 700 Euro Netto) minus   200 Euro (wegen Unterstützung) SGB II.

Muss ich dann mit mehr Abgaben rechnen bei der Beziehung von SGB XII, als derzeit die 200 Euro?

So genau wird mir das wohl leider niemand sagen können.

Aber vielen Dank für eure Zeit!

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