Wenn man zwei Universen besäße, welche die gleichen Werte der Naturkonstanten hätten, würden dann beide Universen exakt gleich verlaufen...?

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5 Antworten

Hallo grubenhirn,

letztlich ist das ja die Frage nach dem Laplaceschen Dämon, wenn ich Dich richtig verstehe: Determinieren gleiche Anfangsbedingungen denselben Verlauf der Entwicklung aller im Universum enthaltenen Details? Das KANN ja nur dann der Fall sein, wenn die Anfangsbedingungen in einem einzigen Universum den gesamten späteren Verlauf im Detail festlegen. Und das ist der "Laplacesche Dämon".

Und nein, der ist eigentlich vom Tisch. Einerseits über die fundamentale Unschärfe in der Quantenmechanik. Ok... und wer die über die Bohmsche Mechanik interpretieren möchte, der behält den Determinismus auch nur so lange, bis die Nichtlokalität des Universums zuschlägt.

Nach allem, was wir wissen, sind die Ereignisse innerhalb eines Universums nicht eindeutig determiniert... und deshalb müssen sich auch zwei Universum mit denselben Anfangsbedingungen theoretisch (experimentell überprüfen können wir's nicht...);-D) unterschiedlich entwickeln.

Grüße

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Die meisten Mensch versuchen, erst mal ihr Leben unter Kontrolle zu bringen, bis es zuende ist.
Manche hängen auch an Besitz, und wollen ihn kontrollieren.

Mit einem Universum wären sie überfordert.
Mit zwei Universen wären sie doppelt überfordert.

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Mit 100 % Sicherheit nein - jedenfalls im Detail. Für die Entstehung unseres Sonnensystems und unseres Planeten waren unglaublich viele Zufälle nötig. Das wird sich in dieser Form kein zweites Mal wiederholen. Beliebig kleine Ursachen haben beliebig große Auswirkungen.

In einem Paralleluniversum mit exakt gleichen Rahmenbedingungen wird es jedoch auch zu Sternen- und Planetenentstehung kommen - aber niemals zu einem gleichen Planet Erde.

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Nein, natürlich nicht. Hierfür sorgt schon der ständige "Kollaps der Wellenfunktion", d.h. die Tatsache, dass die Wellenfunktion jeden Universums ständig durch leicht abgeänderte Versionen ihrer selbst ersetzt wird und dies dem Ergebnis nach absolut zufällig.

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Kommentar von ThomasJNewton
14.11.2016, 18:24

So wie ich es verstanden haben, unterscheiden sich die Kollapse.

Aber mein Verständnis ist natürlich kein Kriterium.

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1. Kennen wir nicht alle "echten Naturkonstanten"!! Immer wenn Wissenschaftler was nicht erklären können, wird eine "Hilfskonstante" mit in die Theorie eingebaut. So mussten bei der Stringtheorie schon 35 solcher "Faktoren" eingebaut werden! Die Hubble-Konstante ist keine "echte K.", da sich ihr Wert halbjährlich ändert... :-)

Die Herkunft der Feinstrukturkonstante (einige der wenigen ohne Einheit) ist bis heute unklar!

2. Die K., die wir kennen, haben "Ungenauigkeiten ab der 4. bis 10. Nachkommastelle (bis auf solche, die schon per Definition absolut festgelegt wurden wie c=Lichtgeschwindigkeit)!

3. Simulationen von nur 3 Körpern (Vereinfachung mit 2 absolut fester Position) mit nur 1 Mio.-stel Distanz Unterschied in den Anfangspositionen, zeigt schon nach 2 min merkliche Unterschiede (siehe Video):

nun kann man sich selbst ausrechnen, was bei über 10^81 Elementarteilchen und über 13 Mrd. Jahren für Unterschiede herauskommen (oder wie viele unendlich viele identische Nachkommastellen nötig wären... jedenfalls mehr als 10^500)!

4. die "zufälligen Vakuumfluktuation" könnten mit "echten Naturkonstanten" und "perfekter Theorie" auch erklärt werden...

Zusammenfassung: Es gibt keine perfekte Theorie und keine Perfekte Übereinstimmung bei irrationalen Zahlen -> und so gibt es identische Übereinstimmung nur in der theoretischen Mathematik/Physik.

P.S.: die Theorie der "Multiversen"

https://de.wikipedia.org/wiki/Parallelwelt ) ist reine Theorie! Noch müssen wir davon ausgehen, dass es nur 1 Universum gibt..

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Kommentar von hypergerd
14.11.2016, 15:58

Was in https://de.wikipedia.org/wiki/Laplacescher_D%C3%A4mon

noch etwas anders formuliert ist:

- es gibt nicht genug "Speicherkapazität", da sie die Anzahl ALLER Elementarteilchen übersteigen würde!

- es gibt nicht die "unendlich hohe Rechengeschwindigkeit", da selbst "ideale Bauelemente" der Lichtgeschwindigkeitsgrenze unterworfen sind

- https://de.wikipedia.org/wiki/Heisenbergsche_Unsch%C3%A4rferelation besagt: man kann gleichzeitig nie alle Zustände perfekt erfassen

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Kommentar von Astroknoedel2
14.11.2016, 16:06

"Vakuumfluktuationen" werden durch Quantenfeldtheorien schon hinreichend genau erklärt, bzw. wurden die Probleme mathematisch erkannt.

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