Frage von Termi567, 29

Wenn man zu denken anfängt beginnt man untergraben zu werden. Deutungsansätze?

Hi, ich muss in der Schule einen essay zu dem oben genannten Zitat von A.Camus schreiben. Wir haben Camus nicht behandelt und sollen dies auch nicht tun, sondern lediglich das Zitat nehmen und uns mit dieser These auseinandersetzen (ca 4 Seiten). Mir geht es jetzt nicht darum, dass mir die Arbeit abgenommen wird, sondern ich suche nach ein paar Deutungsansätze, Argumente, Beispiele usw... Was eben alles in den Essay kann, dabei geht es nicht um fertig formulierte Aussagen, sondern nur Ansätze und Denkanstöße zu dem thema, da ich mir noch nichts so richtig vorstellen kann.

Antwort
von DODOsBACK, 29

Wer denkt, plant. Was geplant ist, kann noch bis zur Umsetzung beeinflusst werden.

Wer denkt, entscheidet sich für eine und gegen andere Möglichkeiten, aufgrund von Argumenten, die von ihm selbst, seinem Umfeld, Tatsachen, Überzeugungen usw. abhängen. Werden diese Dinge verändert, können sie sich auf die Entscheidung auswirken.

Man könnte auch sagen: Denken bedeutet, Dinge anzuzweifeln. Wer denkt, untergräbt sich also auch selbst, indem er jede eigene Idee erst einmal kritisch überprüft.

Wer dabei zu gründlich ist, kann schnell verunsichert werden und sich im schlimmsten Fall gar nicht mehr entscheiden.

Wer dagegen NICHT denkt, handelt spontan, instinktiv und "ohne Vorlaufzeit" und kann deshalb weder von außen manipuliert werden noch sich selbst im Weg stehen... Was allerdings längst nicht immer besser ist!

Antwort
von Eselspur, 19

Nette Erklärung uu deiner Frage, Termi! Ich versuche es ganz subjektiv:

Wer denkt, denkt selbstständig und widerspricht damit den Mainstream. Zuerst wird begonnen zu denken, dann wird danach gehandelt, dann beginnen andere auch auszubrechen. Deswegen muss sich das System zur Wehr setzen und untergräbt den selbst Denkenden, damit er endlich damit aufhört.

Antwort
von NichtZwei, 15

Ein guter Satz von dem Herrn Camus. Es geht dabei um die Tyrannei der Gedanken, des Egos, mit welchem man identifiziert ist und welches einem quasi steuert nach Belieben. Anstatt Gedanken zu ignorieren, laesst man seine Stimmung und Gefuehle von Gedanken steuern. Damit meine ich nicht nuetzliche Gedanken, wie z.B. wieviel Gramm Mehl brauche ich fuer ein Vollkornbrot oder der Bus faehrt um 7:50, ich muss jetzt los, sondern Gedanken, die Dinge und Personen beurteilen, runter machen, hoch leben lassen und gruebeln in der Vergangenheit oder Zukunft. Dabei spielt sich Leben ausschliesslich in der Gegenwart, auch Jetzt genannt, ab! Die Gedanken rauben dir deine Energie und die fehlt dir dann, Dinge anzupacken und auszufuehren, das macht den Unterschied. Man tut nichts mehr, sondern denkt sich es nur, und das untergraebt dein wahres Ich. Viel Erfolg!

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