Frage von feminam, 53

Wenn man z.B. Freunden sagt, was man denkt, Ihnen den Spiegel vorhält. Warum ist es für die Menschen dann verletzend, statt dass sie es sich anschauen?

Und eingestehen können, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist, wenn z.B. die Grenzen des Gegenübers überschritten wurden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von liquorcabinet, 38

Ich glaube hierbei liegt einerseits das Problem darin, dass die meisten Menschen unfähig sind Kritik in Ich-Botschaften zu vermitteln, wodurch sich das Gegenüber dann natürlich direkt angegriffen fühlt.. Und andererseits ist es in unserer Gesellschaft so, dass Lügen an der Tagesordnung stehen. Es heißt zwar immer, alle würden die Wahrheit begrüßen, aber denkste.. Darauf wird man innerhalb der Gesellschaft gar nicht vorbereitet.

Antwort
von Nordseefan, 53

WEil es darauf ankommt WIE man es sagt.

Du kannst ja auch einem dünnen Menschen einen Zerrspiegel vorhalten und dann sagen schau mal wie fett du bist. Wenn er sich eh schon nicht wohl in seiner Haut fühlt, dann kannst du dir ja denken wie er reagiert.

Kommentar von feminam ,

Ja, richtig. Das WIE ist entscheidend, sehe ich auch so. Was, wenn es bei einem schonenden WIE ignoriert wird...

Kommentar von Nordseefan ,

Wichtig sind auch noch ICH Botschaften. Also besser ICH finde als DU bist.

Und ja es gibt solche die Leute die das Ignorieren, gleich hochgehen oder tödlich beleidigt sind. Die lässt man dann am besten und denkt sich seinen Teil. In gewissem Maße sollte man sie aber dann auch spüren lassen, das man mit der Situation unzufrieden ist

Kommentar von feminam ,

Ja, stimmt ICH Botschaften sind wichtig. Die können ungemein entschärfen. Ich ertappe mich selbst leider dabei, dass ich von einer ICH-Botschaft in die DU-Botschaft wechsle, sobald die Emotionen beginnen hochzukochen.... Lernpotential ist also allemal vorhanden.

Antwort
von Seanna, 33

Vielleicht sind sie einfach anderer Meinung.

Vielleicht sind sie aber auch beschämt über ihren Fehler (auch bei nicht pathologischem Narzissmus normal), wollen sich damit nicht auseinander setzen, nicht mit eigenen Fehlern oder Schwächen konfrontiert werden... das ist ja unangenehm - Thema Unlust-Vermeidung.

Antwort
von vierfarbeimer, 39

Darin zeigt sich, wie unfrei die Menschen innerlich sind, wenn sie sich von Zurechtweisung verletzt fühlen. Der Ur-Gegensatz allen Erlebens wird ihnen schlagartig bewusst, lässt sie erstarren und nur zögerlich zur Besinnung kommen.

Aber in der Regel ist es ja so, dass sich der Mensch nach einer kurzen Zeit der Besinnung und Abkühlung dann doch eines Besseren besinnt und die Zurechtweisung annimmt.

Kommentar von feminam ,

Ich spreche eigentlich nicht von Zurechtweisung. Ich finde eigentlich auch nicht, dass man Menschen zurechtweisen sollte. Das hat was sehr Autoritäres. Eine klare Aussage tätigen kann einfach nur offen legen, also auch die Wunde des Anderen. Ist aber nicht erwünscht, obwohl der Andere bei einem selbst Grenzen überschreitet mit seinem Verhalten.

Kommentar von vierfarbeimer ,

Das hat nun wenig mit deiner Frage zu tun. Es offenbart aber, dass du es offenbar für richtig hältst, die "Wunde des Anderen offen zu legen" und ihn somit schutzlos auslieferst.

Offenherzige Kritik unter Freunden fordert, dass man dem Kritisierten hilft, sein Gesicht zu wahren. "Liebe bedeutet, dem Anderen Scham zu ersparen", sagte mal eine bezaubernde Seelsorgerinnenstimme im Radio.

Kommentar von feminam ,

Wenn die Person meine Grenzen überschreitet, muss ich es aber ansprechen.

Der Satz gefällt mir: "Liebe bedeutet, dem Anderen Scham zu ersparen". Da ist auf jeden Fall etwas dran. Werde ich mir merken.

Antwort
von Ostsee1982, 29

Ja, richtig. Das WIE ist entscheidend, sehe ich auch so. Was, wenn es bei einem schonenden WIE ignoriert wird...

Dann wäre es gut möglich, dass es diese Person entweder nicht hören möchte oder von dir keine ungefragten Einmischungen und/oder Ratschläge hören möchte.

Kommentar von feminam ,

Es geht ja nicht um Einmischung.

Kommentar von Ostsee1982 ,

Es ist egal worum es geht. Wenn besagte Person mit dir was auch immer nicht besprechen möchte dann ist das zu respektieren.

Kommentar von feminam ,

Wenn es um Grenzverletzungen geht, sehe ich das eindeutig anders. Dann könnte ja jeder machen, was er wollte.

Kommentar von Ostsee1982 ,

Leider beschreibst du aber nicht worum es genau geht von dem her wird ist es auch schwierig einen passenden Rat zu geben wenn bei jedem Kommentar fetzchenweise neue Informationen kommen. Weder ich noch sonst jemand kann riechen was bei dir los ist. Auch bei Grenzüberschreitungen geht es nicht darum anderen einen Spiegel vorzuhalten und damit wieder Angriffsfläche zu bieten sondern in Ich-Botschaften zu reden, mitzuteilen was du möchtest. Jeder der es darauf anlegt wird machen was er will ganz gleich ob du eine Grenze setzt oder nicht dann muss man besagten Personen eben ausweichen. Du schreibst es geht um einen "Freund". Keiner zwingt dich in seiner Nähe zu sein, das machst du aus freiwilligen Stücken dann musst du auch einen Weg finden mit ihm umzugehen.

Antwort
von mychrissie, 20

Weil jeder Mesch seine eigenen Fehler kennt, sich ihnen aber ungern stellt.

Antwort
von gottesanbeterin, 26

Man kann durchaus jemanden sehr liebevoll und behutsam auf seine Schwächen oder Fehler aufmerksam machen.

Kommentar von feminam ,

Nutzt nur leider häufig nichts, wenn diese Menschen keine Schwächen haben

Kommentar von gottesanbeterin ,

Weshalb willst du sie denn dann auf dieseSchwächen aufmerksam machen? Handelt denn diese Frage nicht davon?

Kommentar von mychrissie ,

Wenn jemand Schwächen hat, die er selber schlimm findet und auch nicht so einfach ändern kann, hat er auch ein angeknackstes Selbstwertgefühl. Deshalb reagiert er auch auf behutsame Kritik so, als hätte man ihm seine Fehler brutal um die Ohren gehauen.

Wenn er selbst seine Fehler relativ unwichtig findet oder sie jederzeit ändert kann, nur dann funktioniert das mit der behutsamen Methode.

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