Frage von Miwalo, 59

Wenn man Tote noch einmal ansehen kann...Nekrophobie?

Was haltet ihr davon? Ich finde der Tote sieht ganz anders aus als vorher und es stellt sich bei mir regelrechte Panik ein und ich will am Liebsten wegrennen. Woran kann das liegen?

Wenn ich überlege, dass manche es schaffen die ganze Nacht neben einem Verstorbenen sitzen zu bleiben, denke ich bei mir stimmt irgendwas nicht.

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Antwort
von Nordseefan, 38

Bei denen ist genau so alles in Ordung wie bei der auch.

Die einen brauchen die "Totenwache" halt um entglültig abschied zu nehmen.

Andere finden das eher gruselig.

Ist genauso wie bei der Aussegnung in der katholischen Kirche: Manche lassen den Sarg offen, damit man sich noch mal verabschieden kann, für andere wäre das ein Unding.

Antwort
von DerAndereEine, 40

Ich vermute, dass du an deinen eigenen Tod, der dir bevor steht, erinnert wirst.

Kommentar von Miwalo ,

und wie kann man lernen damit umzugehen?

Kommentar von DerAndereEine ,

Den letzten Atemzug macht jeder für sich allein. Damit umzugehen zu lernen ist eine sehr persönliche Angelegenheit.

Genauso wie man Liebe selber erfahren und damit umzugehen lernen muss (vor allem mit Trennungen), so muss man selbst sich mit seinem Tod arrangieren.

Ansätze sind 

  • YOLO
  • Ich will das beste aus meinen Leben machen
  • Ich will die Welt zu einer besseren machen
  • Ich will mich möglichst stark profilieren
  • Ich will soviel es geht genießen, mich treiben lassen
  • Vielleicht gibt es ja ein Leben nach dem Tod
  • Um in Frieden abdanken zu können, möchte ich mich mit meinen Liebsten ausgesprochen haben

Fragen, die sich ergeben können

  • Was bin ich in Bezug aufs Universium? 
  • Was wäre das Universum ohne die Erde? 
  • Warum will ich wichtig sein? 
  • Wie wichtig bin ich?
  • Wem bin ich wichtig?
  • Ist das Leben ein Geschenk / eine Chance?
  • Für was möchte ich leben?
  • Für was möchte ich arbeiten?
  • Was macht mich aus?
  • Habe ich Angst vor dem Tod oder vor dem Sterben?
  • Habe ich Angst, vergessen zu werden?
  • Habe ich Angst, nicht vergessen zu werden? (Jemand anderes leidet wegen mir)

Das kannst du im Normalfall nicht alles just mal in deiner nächsten Mittagspause für dich klären (gehe ich mal von aus ;))

Kommentar von DerAndereEine ,

Man denkt schnell so, wie man man wohl denken würde, wenn man Tod ist. Das ist das Gericht, in das man mit sich selbst geht. Da wir unser Leben lang existieren, können wir uns nicht vorstellen, wie es ist, nicht zu existieren. Es ist gar nicht möglich, sich dies vor zu stellen.

Der Glaube als Fluchttür steht offen. Da stelle ich mich dir nicht in den Weg. Das muss jeder für sich selbst heraus finden.

Kommentar von Miwalo ,

Auf jeden Fall interessante Perspektive, dass es um den eigenen Tod gehen könnte und nicht nur um den Verstorbenen. Vielleicht fällt es selbstlosen Menschen deshalb leichter mit dem Tod umzugehen?

Kommentar von DerAndereEine ,

Die Angst vorm Tod ist natürlich. Der Tod trifft jeden. Auch wenn der Gedanke als Atheist "falsch" ist, ist es das Unbekannte, nicht zu wissen, wie es ist, tot zu sein.

Das ist schwer auszudrücken. Die Angst davor, dass das komplette Leben mit einem Schlag subjektiv bedeutungslos wird, dass es dann nicht einmal mehr Subjektivität gibt.

Die Todesangst ist evolutionär in uns verankert. Die Angst schützt uns ja auch.

Kommentar von Miwalo ,

Also mit Toten. Weil sie mehr an andere als an sich selbst denken.

Kommentar von DerAndereEine ,

Ich habe schon verstanden, wie du das meintest ;)

Kommentar von Miwalo ,

Danke für die interessante Perspektive. Fällt mir schwer hier die beste Antwort auszuwählen. Waren beide gut

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