Frage von Tupfine, 80

Wenn man seine berufliche Arbeit auch privat ausübt, jedoch das ganze unentgeltlich macht, trotzdem Wettbewerbsverbot bzw. vertragswidrig?

Hallo, eine Frage zwecks Arbeitsvertrag! Wenn ich als Hochzeitsfotograf angestellt bin, ist das Wettbewerbsverbot etc. natürlich auch vertraglich festgehalten. IST ES vertragswidrig, wenn ich privat z.B. für Freunde eine Hochzeit unentgeltlich fotografiere? Oder wenn ich auf meiner eigenen Homepage auf TfP-Basis ,sprich kostenfrei, ein Brautpaar suche, um zu üben/ neue Objektive zu testen oder Ideen umzusetzen? Vielen DANK!

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Arbeitsrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von Minilexikon, 62

Also privat kannst du unentgeltlich machen, was du willst. Wettbewerb ist nur, wenn es eine Dienstleistung ist. Und ohne Bezahlung findet keine Dienstleistung statt.

Wenn TfP als Tauschhandel angesehen wird, wird die Sache schwierig. Da das aber keinen finanziellen Gegenwert besitzt, denke ich, geht das. Müsste man einen Juristen fragen...

Kommentar von Tupfine ,

Vielen Dank. Ich dachte auch, solang kein Geld fließt, ist es rechtens. Also ist die Abmahnung vom Arbeitgeber in diesem Fall eigentlich nicht korrekt. 

Kommentar von Minilexikon ,

Was du allerdings machen kannst, ist, dass du bei TfP deinen Arbeitgeber darüber in Kenntnis setzt, dass du das (ggf. zu Übungszwecken) unregelmäßig machst. Dann kannst du im Rechtsstreit darauf verweisen, ihm das mitgeteilt zu haben.

Kommentar von Tupfine ,

Die größere Streitfrage ist, ob ich das schwarz gemacht habe. Aber das habe ich nicht! Keineswegs! 

Kommentar von Minilexikon ,

Das zu belegen wird allerdings schwer. Oft reicht die Aussage aller Beteiligten nicht, da generell davon ausgegangen wird, dass nichts ohne Gegenleistung passiert.

Kommentar von Tupfine ,

Danach zu informieren bringt jetzt nichts mehr ;) 

Kommentar von Nightstick ,

So etwas überlegt man sich ja auch vorher!

Kommentar von Minilexikon ,

Es war auch eher als Tipp fürs nächste Mal gemeint, wenn du in eine solche Situation kommen solltest.

Kommentar von elektromeister ,

So ganz richtig ist diese Antwort nicht!

Wenn der Arbeitgeber schlüssig darlegen kann, dass er, wenn sich sein Arbeitnehmer nicht zur kostenlosen Dienstleistung bereit erklärt hätte, diesen Auftrag zur Hochzeitsfotografie erhalten hätte, dann ist ein fiktiver Schaden entstanden, der zu Schadensersatzansprüchen führen kann.

Das gilt besonders für die Homepage auf TfP-Basis.

Wenn er üben will und etwas ausprobieren, dann soll er als Zweitfotograf im Rahmen einer Weiterbildung bei einem Termin seines Arbeitgebers mitmachen, oder es mit Motiven versuchen, die Sein Arbeitgeber nicht als potentielle Kunden ansieht.

Kommentar von Minilexikon ,

Wenn der Kunde schlüssig darlegen kann, dass er auf keinen Fall dafür Geld ausgeben hätte wollen/können, zählt das Argument des Arbeitgebers nicht mehr.

Antwort
von hellsrentners, 20

Als Arbeitgeber hätte ich möglicherweise sehr wohl ein Problem damit, wenn mein Angestellter in seiner Freizeit "am Markt" Kunden abfischt und private Jobs unternimmt. Das könnte in Richtung "geschäftsschädigend" gehen, ist aber eine Abstimmungssache zwischen Chef und Angestelltem. Also besser vorher beim Boss nachfragen, was geht und was nicht, bevor eine Mißstimmung entsteht und Abmahnungen auf den Weg gebracht werden. Anders betrachtet könnte das auch als private Fortbildung gesehen werden, da der Angestellte ja neue Herausforderungen sucht und wichtige Praxiserfahrungen macht die später im Job von Vorteil sein könnten! Also vorher das Gespräch suchen und gute Argumente anführen!

Kommentar von Tupfine ,

Aber ich habe die Kunden nicht "abgefischt" sondern gezielt für solche ÜBUNGEN gesucht. Der Chef wusste vorher, dass ich privat  fotografiere.

Antwort
von kleinefrechemau, 47

Wenn du bei Freunden Hochzeitsfotos mit deiner eigenen Ausrüstung machst, ist das kein Problem. Auch mit deiner privaten HP darfst du machen, was du willst, solange du kein Geld damit verdienst. Ich denke, du kannst das auch ruhig mit deinem Chef besprechen, der wird sich freuen, einen so motivierten Mitarbeiter zu haben.

Kommentar von Tupfine ,

Ja ich benutze meine private Ausrüstung.

Kommentar von Nightstick ,

(Zitat): "... der wird sich freuen, einen so motivierten Mitarbeiter zu haben." (Zitat Ende).

Dass ich nicht lache! Und deswegen hat er die Abmahnung erteilt, oder wie?

Anm.: Rosarot ist die Brille, durch die Du offensichtlich schaust...  

Antwort
von Tupfine, 30

Dann wäre es ja nicht nötig, diese Abmahnung zu unterschreiben. 

Kommentar von Nightstick ,

Eine Abmahnung muss man sowieso nicht unterschreiben - sie ist vorhanden, und man kann höchstens gegen sie vorgehen! 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community