Frage von ssiopiss, 83

Wenn man neh anzeige bekommt dan muss man doch zur Polizei Aussagen was passiert wenn man nicht hingeht?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo ssiopiss,

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Expertenantwort
von Dommie1306, Community-Experte für Polizei, 19

Hallo,

du hast keine Aussagepflicht ggü. der Polizei. Auch musst du einer Vorladung nicht Folge leisten.

Erst wenn dich die Staatsanwaltschaft vorläd, oder du einen Gerichtstermin erhälst, musst du erscheinen.

Wenn du Angaben zur Sache machen willst, wie z.B. Beweismittel, welche deiner Entlastung dienen, ist es natürlich sinnvoll, diese möglichst früh Aktenkundig zu machen. Als Beispiel: Du wirst fälschlicherweise einer Körperverletzung beschuldigt, kannst aber beweisen, dass du das nicht warst. Dann ist es sinnvoll, diese Beweise gleich der Polizei vorzulegen, damit das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt wird. Machst du dies nicht, weiß die Staatsanwaltschaft ja nichts von deinen Beweisen und erhebt ggf. Anklage, so dass du vor Gericht zu erscheinen hast...

Antwort
von gri1su, 63

Nein - vor der Polizei kannst du als Beschuldigter jede Aussage verweigern. Da kann dir auch nichts passieren.

Die Frage, die man sich allerdings dabei stellen sollte: Ist das auch sinnvoll?

Da sollte man sich auf jeden Fall Rat von einem Rechtsanwalt einholen, zumal in einem Strafverfahren ein Verteidiger eh erforderlich ist.

Kommentar von TheGrow ,

Nein - vor der Polizei kannst du als Beschuldigter jede Aussage verweigern. Da kann dir auch nichts passieren

Die Aussage ist so korrekt, aber wieso schreibst Du vor der Polizei? Die Aussage kann man auch vor der Staatsanwaltschaft und vor dem Richter verweigern, wenn man der Beschuldigte/Angeklagte ist.

Da sollte man sich auf jeden Fall Rat von einem Rechtsanwalt einholen, zumal in einem Strafverfahren ein Verteidiger eh erforderlich ist.

Nein ein Verteidiger ist im Strafverfahren nur unter bestimmten Voraussetzungen erforderlich. Insbesondere wenn es sich nur um Vergehen handelt ist in der Regel kein Verteidiger erforderlich oder andersrum, ein Verteidiger ist nur immer dann erforderlich, wenn es sich bei der Tat um ein Verbrechen handelt.

Und ob es Sinn macht bei kleinen Vergehen einen Verteidiger zu beauftragen kommt immer auf den Einzelfall an. 

Kommentar von gri1su ,

aber wieso schreibst Du vor der Polizei?

Weil in der Frage von der Polizei die Rede war, und nicht von Staatsanwaltschaft oder Gericht.

Eine notwendige Verteidigung liegt in den in § 140 StPO bezeichneten Fällen vor, insbesondere bei erstinstanzlich vor dem Landgericht oder Oberlandesgericht verhandelten Fällen, bei Anklage eines Verbrechens, einem drohenden Berufsverbot oder wenn ein Sicherungsverfahren durchgeführt wird, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr zu erwarten ist oder der Beschuldigte sich nicht selbst verteidigen kann.

Kommentar von TheGrow ,

:-) Stimmt, auf die Frage bezogen ist der Hinweis auf die Polizei ausreichend.

Ich hatte bloß den Eindruck, Du gehörst auch zu den Usern die behaupten NUR bei der Polizei kann man die Aussage verweigert, aber vor Gericht ist man auch als Beschuldigter/Angeklagter zur Aussage verpflichtet.

 Aber wie ich im Bezug auf die Anmerkung auf die Notwendige Verteidigung sehe, gehörst Du nicht zu den Usern, die gar keine Ahnung haben und nur aus dem Bauchgefühl heraus schreiben.

Hatte Deine Aussage falsch Interpretiert, sorry

Kommentar von gri1su ,

ist schon ok. Ich bin kein Jurist, habe aber als langjähriger Schöffe reichlich Erfahrungen sammeln können.

Kommentar von wobfighter ,

ist es sinnvoll bei einer polizeilichen Vorladung die Aussage zu verweigern? Ich meine ja. Erst danach kann man sich konkret mit der Hilfe eines Anwaltes und der Akteneinsicht effektiv verteidigen lassen.

Kommentar von TheGrow ,

ist es sinnvoll bei einer polizeilichen Vorladung die Aussage zu verweigern? Ich meine ja. Erst danach kann man sich konkret mit der Hilfe eines Anwaltes und der Akteneinsicht effektiv verteidigen lassen.

Naja, das kommt wohl eher auf den Einzelfall an.

In vielen Fällen kann man sich das Geld für den Rechtsanwalt auch sparen.

Wenn ich beispielsweise ein Wasserdichtes Alibi habe, brauche ich keinen Rechtsanwalt für die Verteidigung. Dann gehe ich zur Polizei und gebe die Zeugen an, die belegen können, dass ich zum Tatzeitpunkt woanders war.

Oder wenn ich belegen kann, dass ein anderer der Täter war, kann ich auch zur Polizei gehen und aussagen, wer der Täter war.

Oder wenn ich belegen kann, dass der Tatvorwurf nicht zutreffend ist. Beispiel Diebstahl. Hole ich eine Sache wieder, die mir nachweislich gehört,  brauche ich keinen Anwalt. Da gehe ich zur Polizei und lege den Eigentumsnachweis vor und die Sache hat sich erledigt, denn ich kann keinen Diebstahl und auch keine Unterschlagung an Sachen die mir selber gehören begehen.

Kommentar von Artus01 ,

Da sollte man sich auf jeden Fall Rat von einem Rechtsanwalt einholen

Das kostet zunächst mal eine Menge Geld und den Rat des Anwalts  kann jeder geben: Klappe halten.

Antwort
von zahlenguide, 52

du musst dann erscheinen, wenn die Staatsanwaltschaft dich anschreibt. ein Treffen mit der Polizei ist freiwillig. Allerdings ist es schon üblich, dass du hingehst und Verdachtsmomente ausräumst. Du kannst ja auch hin gehen, die Daten zu deiner Person angeben und dann deine Aussage verweigern.

Ganz anders sieht es aus, wenn die Polizei konkrete Informationen hat, dass du z.B. eine schwere Straftat begangen hast (z.B. ein Zeuge sagt das aus). Dann kannst du zwar immer noch deine Aussage verweigern, aber dir können je nach Falllage Fingerabdrücke/ Speichel abgenommen werden oder eine medizinische Untersuchung statt geben. Aber wenn es so ernst ist, wäre ein Rechtsanwalt, der dich da ganz genau berät und überall begleitet sowieso sinnvoll.

Du kannst ja eine Rechtsberatung machen - mag mal bis zu 200 Euro kosten, aber dann weißt du wenigstens mit Sicherheit bescheid.

Kommentar von wobfighter ,

eine DNA Probe muss von einem Richter genehmigt werden, dafür wäre die einfache Hürde des bloßen Verdachts nicht ausreichend... eine Erkennungsdientstliche Behandlung wie das abnehmen von Fingerabdrücken würde auch davon zeugen das man konkret hauptverdächtig wäre.. üblich ist das man Den Bogen der mitgeliefert wird ausfüllt mit seinen Personalien und die Aussage verweigert. Selbst wenn die Polizei konkrete Informationen hat durch einen Zeugen gilt das gleiche bei einer Vorladung. Solange es keine Aufforderung der Staatsanwaltschaft gibt und den Auftrag über kriminaltechnisch erlangte Spuren einen Vergleich mit der beschuldigte Person durchgeführt werden soll seitens des Staatsanwaltschaft passiert gar nichts. gegen jede Maßnahme gebe es auch immer noch die rechtliche Möglichkeit sich dagegen zu wehren.

Kommentar von zahlenguide ,

habe mich wohl nicht genau ausgedrückt. war genau so gemeint.

Antwort
von Artus01, 17

was passiert wenn man nicht hingeht?

Nichts.

Antwort
von meterano7, 54

Könntest in U-Haft kommen, die Aussage kannste aber verweigern. Wirkt sich aber negativ auf die Strafzeit aus.

Kommentar von gri1su ,

In U-Haft kommt man nicht wegen Aussageverweigerung - da spielen andere Voraussetzungen eine Rolle: Art der Straftat, Flucht-/ Verdunkelungsgefahr usw.

Richtig ist allerdings, dass sich in einem Strafverfahren ein Geständnis strafmildernd auswirkt.

Kommentar von wobfighter ,

Wenn man selbst belastet wird kann man die Aussage verweigert. greift das Zeugnisverweigerungsrecht nicht muss man wahrheitsgetreu Aussagen.

Kommentar von TheGrow ,

Wenn man selbst belastet wird kann man die Aussage verweigert. greift das Zeugnisverweigerungsrecht nicht muss man wahrheitsgetreu Aussagen

Das ist doch völliger Unsinn.

Ein Zeugnisverweigerungsrecht kann ja nur derjenige haben der vom Grundsatz her zur Aussage verpflichtet ist.

Der Beschuldigte/Angeklagte ist aber weder vor der Polizei, noch vor dem Staatsanwalt oder dem Richter verpflichtet auszusagen. Das Einzige was der Beschuldigte/Angeklagte muss, ist Angaben zur Person machen. Zur Sache darf er immer schweigen.

Kommentar von Dommie1306 ,

Zeugnisverweigerungsrecht hat nichts mit dem Recht zu tun, sich selbst nicht belasten zu müssen. Das sind zwei Paar Stiefel 

Antwort
von ichbinpascal34, 21

Du musst bei der Polizei nicht Aussagen.
Bei der Staatsanwaltschaft musst du.
Wenn du da nicht aussagst dann hast du Pech.

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