Wenn man im Dezember in die Kirche eintritt, zahlt man denn für das ganze Jahr Kirchensteuer oder nur für Dezember?
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Nur für den Monat Dezember, es sei den der Eintritt wird Rückdatiert.
Nur für Dez. Das zahlt man ja immer monatsweise!!!
Ja, man zahlt monatsweise. Aber in der Veranlagung zählt doch das Einkommen für das ganze Jahr?
gerwitt am 14. Dezember 2007 15:54 Es wird aber nur die Zeit berücksichtigt, in der man in dem Jahr auch kirchensteuerpflichtig war, und das war man nur, als man Kirchenglied war und zugleich auch einkommensteuerpflichtig (in Deutschland).
Vielleicht OT, aber ich finde es pervers für seinen Glauben Steuern zahlen zu müssen. Das gibts imho weltweit auch nur in Deutschland.....wenn wunderts.
gerwitt am 14. Dezember 2007 15:53 Für den Glauben wird kein Geld gezahlt, sondern für die Aufgaben der Kirche. Und diese Kirchensteuer wird auch in anderen Bistümern und Ländern erhoben, aber dort heißt es dann Kirch(en)-Geld oder so ähnlich und wird nicht als Inkasso-Leistung von der staatlichen Finanzverwaltung zusammen mit der Einkommensteuer eingezogen. Siehe meine ausführlichern Ausführungen hier.

Die Kirchensteuer ist eine kircheneigene Steuer, die in Abhängigkeit zur Einkommensteuer erhoben wird. Sie liegt so um die 9% der Einkommensteuer. Da die Einkommensteuer monatlich erhoben wird, wird auch die Kirchensteuer monatlich erhoben. Die bundesdeutsche Finanzverwaltung zieht als Inkassostelle zugleich auch die Kirchensteuer mit ein und leitet diese an die entsprechende Kirche (Landeskirche oder Bistum) vor Ort weiter.
In Deutschland wird die Kirchensteuer von den Finanzbehörden als Inkasso-Leistung mit eingezogen. Dafür erhält der Staat jedes Jahr von den Kirchen eine entsprechende Dienstleistungsgebühr (der Staat lässt sich diese Inkasso-Leistung selbstverständlich von der Kirche bezahlen!).
In anderen Ländern wird auch eine Kirchensteuer erhoben, dort heißt sie z.B. Kirchengeld oder ähnlich und wird z.B. im Pfarramt gezahlt.
Nach katholischem (Welt)Kirchenrecht hat jeder Ortsbischof das Recht von den Diözesanen einen Beitrag für die Aufgaben der Kirche zu erheben. Sinnvollerweise wird dieser Beitrag in Deutschland nur von lohn- bzw. einkommensteuerpflichtigen Personen erhoben. So wird niemand zur Kirchensteuer herangezogen, der das finanziell nicht leisten kann, z.B. Geringverdiener, aber auch Arbeitslose und HARTZ-IV-Empfänger. Insofern sorgt die Kirchensteuer auch eigentlich nicht finanzielle Härten.
Sehr gute Ausführungen, aber erklär mal deinen letzten Satz :-)
gerwitt am 14. Dezember 2007 17:10 Sorry, richtig müßte es heißen: "Insofern sorgt die Kirchensteuer auch eigentlich nicht für finanzielle Härten!" D.h. durch die Kirchensteuer wird keiner in den Ruin getrieben, da sie nur fällig wird, wenn man sowieso einkommensteuerpflichtig ist und das ist man ja erst ab einem bestimmten Jahreseinkommen, der weit über dem Sozialhilfesatz liegt.
Die Kirche engagiert sich auch für viele soziale Dinge. Viele Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, Krankenhäuser, Jugendarbeit etc. könnten ohne die Kirchensteuer nicht überleben, selbst wenn die Kirche "nur" 20 Prozent zahlt. Weiter ist die Kirche auch ein großer Arbeitgeber. Durch Austritte und noch viel mehr wegen der demographischen Entwicklung hat die Kirche leider nicht mehr so viel Geld und muss auch kürzen (je nach Bundesland mehr oder weniger). Es hängt also viel mehr dran, als nur das Gebäude und der Glaube an sich (den ich auch sehr wichtig finde, was aber natürlich immer auch eine persönliche Sache ist). Es ist wichtig also das Ganze mal anzuschauen.
Ach, und das tut sie auch nur in Deutschland, wo Kirchensteuer gezahlt wird????
In Italien gibt es soweit ich weiß eine Sozialsteuer, die jeder zahlen MUSS. Man kann sich da glaub aussuchen für was man zahlt. Wäre ja auch mal eine Idee, vielleicht würde die Kirche dann gar nicht schlecht wegkommen. Wie es in anderen Ländern läuft wird ja unten beschrieben. Oft läuft es bestimmt auch auf freiwilliger Basis. Vor allem da wo die Gemeinden kleiner sind und nicht von Landeskirchen verwaltet werden. Im Allgemeinen ist es halt so, dass man das macht, was sich bewährt hat (und/ oder weils festgefahren ist :-)). Änderungen bergen auch immer ein Risiko.