Wenn man eine Geschichte zu einem Verlag schicken würde, wie würde das aussehen?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Zuerst wäre ein Besuch einer Buchhandlung anzuraten. Dort schaust du in das Regal, wo ähnliche Bücher wie dein eigenes liegen. Im passenden Genre schreibst du dir dann die Namen mehrerer dir zusagender Verlage auf.

Zu Hause wird dann gegoogelt, was diese Verlage bei Manuskripteinreichungen sehen wollen. Die meisten wollen ein kurzes Exposé, also eine Buchvorstellung sowie Inhaltsangabe des Buches haben und auch eine kurze Vorstellung des Autors. Um einen Einblick in den Schreibstil zu erhalten, verlangen die Verlage dann unterschiedlich umfangreiche Leseproben. Meistens wollen sie ein oder zwei Probekapitel lesen, also insgesamt ungefähr 30 Normseiten. Wie eine Normseite aussieht, solltest du ebenfalls auf der Seite des Verlages herausfinden, meist sind es aber 3500 Zeichen pro Seite bzw. ca. 250 Wörter.

Die Durchsicht dieser Leseproben dauert nun auch unterschiedlich lange. Besonders bei größeren Verlagen braucht es eine Menge Geduld, weil die jeden Tag mehrere Einsendungen erhalten. Bis man von denen dann etwas hört, kann schon einmal ein halbes Jahr ins Land gehen. Und von manchen hört man überhaupt nichts. Kleinere Verlage sind da etwas schneller, aber auch hier braucht man Geduld.

Worum du unbedingt einen Bogen machen solltest, sind sogenannte Druckkostenzuschussverlage. Mir fällt kein anderes Wort als Betrug ein, wenn es um diese Verlage geht: Du musst dort die gesamte Produktion selbst bezahlen, was schnell einmal in die fünfstelligen Zahlen gehen kann. Der "Verlag" trägt dabei also überhaupt kein Risiko, sondern verdient nur an dir, denn du lässt ja bei ihm Drucken. So etwas kann auch jede Druckereifirma für dich erledigen, meist sogar zu günstigeren Preisen. Das einzige, was die Verlage anbieten, ist ein Lektorat deines Buches, also jemand schaut es sich an und verbessert deine Fehler. Aber auch das musst du teuer bezahlen, aus deiner Tasche. Wird dein Buch dann sogar ein Erfolg, streicht dein "Verlag" dann noch einmal den Löwenanteil ein, obwohl du selbst das Risiko allein getragen hast. Solche Verlage wären Literareon, Paramon oder der Novum-Verlag. Diese solltest du auf keinen Fall anschreiben!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn dein Protagonist einigermaßen was im Kopf hat, dann schict er nicht einfach so einen Packen Papier irgendwo auf gut Glück hin.

Du brauchst nun einen Verlag. Du verkaufst dem deinen Text nicht,sondern räumst damit einem Unternehmen das Recht zur Vervielfältigung und Vertrieb deines geistigen Eigentums ein. Deshalb wird ein Verlagsvertrag geschlossen, und kein Kaufvertrag. Aber erst einmal Schritt für Schritt:

Einen Verlag zu finden, der dein Buch gedruckt verlegt, 
ist eine
etwas umständliche Prozedur. Gründliche Vorarbeit und 
Systematik
erspart einem dabei viele unnütze Anschreiben und 
Enttäuschungen.


Zunächst muss es ja ein Verlag sein, der auch 
Bücher deines Genres
verlegt.

Dann solltest du auch aufpassen, dass du 
nicht bei einem reinen Selbskosten-Zuschuss-Verlag oder einem 
Dienstleister für Selbspublikationen landest. NAch reichlich Bauchpinseln knöpfen sie dir nur viel 
Geld ab, aber dein Buch kümmert sie einen Sch**dreck. Solche Verlage 
findet man, wenn man in Suchmaschinen Verlage sucht. Sie haben oft dicke
Überschriften: "Verlag sucht Autoren" - "Wir verlegen Ihr Buch".



Eine recht aktuelle Liste von deutschsprachigen Verlagen findest du
in der 
"Liste von Verlagen" bei Wikipedia. Da kannst du schon einmal
eine erste
Vorauswahl nach Programmschwerpunkten treffen. Dann erst
siehst du dir 
die Homepage des jeweiligen Verlages an. 



Wenn deren Homepage dann aber "nicht gut aussieht", das Programm nur was von nur zwei, drei Autoren anbietet, oder Tendenziös ist, dann ist
das wohl ein "Pleiteverlag" oder eine "Wohnzimmer-Einmann-Band", also
auch da lieber Finger weg!



Hast du einen seriös erscheinenden Verlag gefunden, 
durchstöberst du deren aktuelles Verlagsprogramm, ob so etwas ähnliches 
wie dein Buch
dabei ist. Hier erst lohnt es sich überhaupt einen Kontakt 
aufzunehmen.



Manche Verlage haben eine Seite "für Autoren" oder auch "Lektorat" genannt, manchmal findet man es auch unter "Kontakt". Da steht, wie der
Verlag Manuskripte für neue Bücher gerne hätte.  Die einen wollen die
ersten 50 Seiten, die anderen das erste Kapitel usw. Selten möchte man
noch Papierstapel, sondern alles auf Datenträger oder per Mail als
PDF-Dateien angehängt oder alles in einer Datei. Daran solltest du dich
strikt  halten, sonst geht alles nur in den Papierkorb.

Wenn auf der Website dazu gar nichts zu finden ist, dann erkundige dich 
telefonisch beim Verlag. Da kannst du eventuell schon erfahren, wer dein 
Manuskript genau bekommen soll. Auf jeden Fall will man von dir zusätzlich ein Exposé haben. Das ist eine Inhaltsangabe, die in kurzen Abrissen die Handlung von Anfang bis Ende umreißt und die Hauptcharaktere schildert.

Dann möchte man von dir auch eine Autorenvita haben. Das ist ein
kurzer Text über dich; wer du bist, wann geboren, wo du auf was für eine
Schule gegangen, erlernteer/ausgeübter Beruf, wie du zum Schreiben 
gekommen bist. Das sollte ungefähr eine 
halbe Seite lang sein. Überlege
dir dabei gut, was die Öffentlichkeit über dich lesen will und darf.
Sieh dir 
evtl. welche von anderen Autoren an.  
Wie gut willst du
"gefunden" werden können?

Dann gibt es ein Format für Manuskriptseiten, das von allen Verlagen bevorzugt wird. Die ermöglicht es den Verlagen schon im Voraus den
Umfang des gedruckten Buches, Herstellungskosten sowie Ladenpreis zu
kalkulieren. Ich habe für dich hier eine sehr gute Website: 



www.schriftsteller-werden.de

Im Glossar direkt bei dem Begriff "Normseite" kannst du dir die Vorlage

herunterladen. 

Die Seite bietet noch unwahrscheinlich viele weitere Tipps zu Schreiben und
Veröffentlichen, fast ganz ohne Fachchinesisch. Die lohnt sich wirklich 
durchzusehen. 



Wenn der Verlag dein Buch dann verlegen will, wird man einen Verlagsvertrag aushandeln. Da gibt es einiges zu beachten:

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Bethmannchen
10.07.2016, 00:23

Der Lektor wird dein ganzes Manuskript korrekturlesen. Ihm werden sicher Verbesserungsvorschläge einfallen, Satzumstellungen, hier und da ein anderes Wort, was auch 
immer. Das schickt er dir mit so genannten Korrekturfahnen versehen zurück. 



Das nimmst du dir vor und gehst es selbst durch, findest evtl. Selbst was. Die Vorschläge kannst du annehmen oder ablehnen, oder selbst eine andere Verbesserung machen. Erst wenn sich Autor und Lektor über die Endfassung einig sind, genehmigst du sie mit einer schriftlichen, und unterschriebenen Korrekturfreigabe. Erst dann wird mit der Herstellung begonnen.



Der Verlag wird ein Cover entwerfen. Das Aussehen richtet sich
danach, was der Verlag für diese Art Bücher verwendet und/oder lehnt sich nur an deinen Inhalt an. Verlage haben ein gutes Gespür dafür, "wassich am besten verkauft". Sollte das Cover "absolut nicht nach deinem Buch" aussehen, dann solltest du das sagen, aber ansonsten ist der Verlag der Erfahrenere. 



Auch der Klappentext, deine abgedruckte Autorenvita und evtl. ein
Foto brauchen deine Druckfreigabe. Kein Verlag darf einfach drucken was er will.

Wichtiges zum Verlagsvertrag: 


Download eines Mustervertrages: 

www.meinbuchlektorat.de/images/kunde/pdf/autorenvertrageinzel.pdf.

Der Autor überträgt dem Verlag für die Dauer von (üblicherweise 7)
Jahren ab Erscheinen des Werkes räumlich unbeschränkt das
ausschließliche Recht der Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes (für alle Ausgaben von Auflagen ohne Stückzahlbegrenzung, und zwar für alle Sprachen). Was in Klammern steht ist verhandelbar. 



Das Urheberrecht bleibt immer beim Autor. Der versichert dem Verlag nur, dass ihm diese Rechte auch zustehen. Die Verantwortung für Inhalt, Zitate, Abbildungen und Quellenangaben bleibt immer beim Autor. Der Verlag kann ihn sogar haftbar machen, wenn durch einen Fehler des Autors die Veröffentlichung unterbleiben müsste, was sehr, sehr teuer werden kann. 



Bei einem noch unbekannten Verfasser wird man wegen der Unwägbarkeit des Erfolges die Stückzahl der ersten Auflagen eher gering halten. "Für alle Ausgaben" sollte schon genauer im Vertrag stehen. Ob nur TB oder HC oder eBook oder Hörbuch sollte hier schon stehen.



Alle weiteren Rechte am Werk sind Nebenrechte, die kein Autor  bedenkenlos alle gleich mit weggeben sollte. Verkauft sich das Buch gut, ist die erste und zweite Auflage schnell ausverkauft, und man kann über eine zusätzliche Auflage in anderer Buchform, eine Übersetzung etc. Unter ganz anderen Voraussetzungen verhandeln, oder lässt es gleich.

Die Nebenrechte wie: Herausgabe als Hörbuch, Übersetzung in andere Sprachen oder Verfilmung etc. lohnen erst bei gutem Abverkauf. Hat man die Nebenrechte in der ersten Euphorie aber schon vergeben, ist hier kein Spielraum mehr. Verkaufte sich das Buch gut, könnte man aus diesen weiteren Rechten evtl. woanders mehr herausholen, hätte man die Nebenrechte nicht schon viel zu billig eingeräumt.

In dem Fall dürfte man ein Angebot von einem Dritten nämlich nicht
ohne Einwilligung des 1. Rechteinhabers annehmen, hat leichtsinnig  Perlen vor die Säue geworfen. Ein einmal eingeräumtes Recht kann man oft nur schwer wieder zurück bekommen.

Es heißt im Vertrag zwar, der Verlag wird sich um die Verwertung der Nebenrechte redlich bemühen, aber: Verwertung im e-commerc (Verkauf über Amazon), Vervielfältigung... als eBook..., Vorabdruck in Zeitungen etc. bitte gerne, steigert ja den  Umsatz. Aber Herausgabe als Hörspiel, Verfilmung, Aufnahme in ein
Schulbuch, welcher Verlag legt sich dafür wohl wirklich voll ins Zeug? Lohnt es sich überhaupt bei diesem Buch (Inhalt, Thema, jugendfrei?)

Ein solcher Vertrag steckt also voller Fußangeln und Tücken. Zumindest wenn man zum ersten Mal einen Verlagsvertrag abschließt, sollte man sich das aktuelle Gesetz über das Verlagsrecht gut und gründlich durchgelesen haben und sich vor dem Unterschreiben Gedanken gemacht haben, was man wirklich vereinbaren will.

So lange man keinen Bestseller gelandet hat wird man wohl aus
Kostengründen auf einen Anwalt mit Schwerpunkt Medienrecht verzichten müssen.

1

Ich zb bin persónlich zu einem verleger gegangen und habe mich erkundigt. Er hat gesagt, zuerst wàre es gut wenn jemand (mit evtl erfahrung) es korrekturlesen wùrde. Danach wollte er es sich durchlesen (1+2. Kapitel). Danach hab ich nochmal nen termin bekommen. Nachdem er mir mitgeteilt hatte, dass er mein manuskript sehr toll fand und potenzial darin sieht, wùrde er die geschichte gerne rausbringen :)

Ich muss nur bis 18 warten um von der provinz unterstùtzt zu werden ;) das dauert eh nur noch 5 monate ;D

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung