Frage von krassdodel, 48

Wenn man eine Aktie kauft und später für mehr Geld weiterverkauft, darf man dann den gesamten Erlös behalten?

Ich weiß es klingt wie eine doofe Frage (weil ich keine Ahnung von Aktien habe), aber z.B. hat eine Aktie von Berkshire Hathaway im Jahr 1998 5.000$ gekostet, heute kostet sie 220.000%. Bedeutet das, dass ein Kauf der Aktie 1998 und ein Verkauf heute einem wirklich über 200.000$ Erlös bringen würde? Und gilt das für alle Aktien? Die Wirtschaf tendiert ja eigentlich immer zu steigen, also scheint es mir, dass jeder einfach in viele verschiedene Aktien von großen, erfolgreichen Unternehmen investieren sollte und die Wahrscheinlichkeit für einen langfristigen Gewinn extremst hoch wäre, weil die Wirtschaft allgemein tendiert zu steigen. Aber wieso investieren dann nicht fast alle Menschen in Aktien? Verstehen sie einfach nicht wie es geht? Es scheint mir wie eine nahezu idiotensichere Methode zum Geld machen zu sein.

Antwort
von kevin1905, 13

Bedeutet das, dass ein Kauf der Aktie 1998 und ein Verkauf heute einem wirklich über 200.000$ Erlös bringen würde?

Ertrag = Stand bei Verkauf - Einkaufbetrag.

Ertrag kann negativ oder positiv sein.

Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG) sind einkommensteuerpflichtig und unterliegen der Kapitalertragssteuer (§ 32d EStG).

Die Wirtschaf tendiert ja eigentlich immer zu steigen, also scheint es
mir, dass jeder einfach in viele verschiedene Aktien von großen,
erfolgreichen Unternehmen investieren sollte und die Wahrscheinlichkeit
für einen langfristigen Gewinn extremst hoch wäre

Korrekt. Die Wahrscheinlichkeit einen Gewinn zu machen ist da. Aber Aktien unterliegen Schwankungen und teilweise irrationalen Kursbewegungen kurzfristig.

Aber wieso investieren dann nicht fast alle Menschen in Aktien?

Sie assoziieren Volatilität mit Verlust. Auch nicht jede Aktie wird immer erfolgreich performen. Manchmal verlieren Unternehmen deutlich an Wert oder gehen bankrott.

Der Aktienkurs korreliert nicht immer direkt mit dem tatsächlichen Buchwert eines Unternehmens.

Antwort
von archibaldesel, 22

Na ganz so einfach ist es nicht. Auch wenn die Wirtschaft nahezu jedes Jahr wächst, heißt das nicht zwingend, dass (jede) Aktie steigen muss. Schau dir beispielsweise mal die Entwicklung von 

  • Deutsche Bank
  • Commerzbank 
  • E.ON
  • RWE

an.

Du kannst den Gewinn übrigens nur vollständig behalten. Es werden 25% Kapitalertragssteuer zuzüglich Soli abgezogen.

Trotzdem hast du grundsätzlich Recht. In langfristiges Investment in Aktien ist sinnvoll.

Antwort
von ThommyGunn, 15
"Die Wirtschaf tendiert ja eigentlich immer zu steigen, also scheint es 
mir, dass jeder einfach in viele verschiedene Aktien von großen,
erfolgreichen Unternehmen investieren sollte und die Wahrscheinlichkeit
für einen langfristigen Gewinn extremst hoch wäre, weil die Wirtschaft
allgemein tendiert zu steigen."

ETFs funktionieren genau nach diesem Prinzip, indem ein ganzer Index abgebildet wird, sämtliche Indizes (DAX, Dow Jones, etc.) sind langfristig enorm gestiegen. Mit einzelnen Aktien kann man auch großes Pech haben.



Antwort
von Nube4618, 37

Das wäre ein Kapitalgewinn, den muss man normalerweise nicht versteuern. Wenn die Aktie jetzt nur noch die Hälfte wert wäre, könntest du das ja auch nicht als Steuerreduktion geltend machen. 

Kommentar von kevin1905 ,

Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen dem gesonderten Einkommensteuertarif nach § 32d EStG (Kapitalertrags- aka Abgeltungssteuer).

Verluste aus Aktiengeschäften können mit Gewinnen der gleichen Anlageklasse verrechnet werden.

Kommentar von archibaldesel ,

Falsch, Steuern sind fällig, und Verluste kannst du mit Gewinnen verrechnen.

Kommentar von Nube4618 ,

Ich muss dazu sagen, dass ich von der Schweiz spreche, wo ich lebe. Da muss ich zwar das Vermögen versteuern, nicht aber den Kapitalgewinn. Zumindest nicht, wenn ich das als Privatperson betreibe. 

Antwort
von Furino, 21

Ihr Erlöß(Gewinn) wird mit der Kapitalertragssteuer von 25% belastet.

Diese Erträge müssen Sie bei der Einkommenssteuererklärung angeben.

Kommentar von kevin1905 ,

Diese Erträge müssen Sie bei der Einkommenssteuererklärung angeben.

Nein.

Wenn die 25% Kapitalertragssteuer abgezogen worden ist steuerlich das Thema durch.

Sinn macht die Anlage KAP nur dann, wenn der persönliche Steuersatz unter 25% liegt und man Antrag auf Günstigerprüfung stellen will, zwecks Erstattung der zu viel gezahlten Steuern.

Antwort
von iMasterFinance, Business, 11

Grüße,

also zunächst einmal zum Thema:

"...ein Verkauf heute einem wirklich über 200.000$ Erlös bringen würde?"

Abzuziehen wäre davon zunächst die Inflationsrate, die sich für Deutschland in diesem Zeitraum bei insgesamt rund 30% bewegen dürfte, also wäre dein "Erlös" weniger wert.

Außerdem muss gemäß der Kapitalertragssteuer dein "Erlös" versteuert werden. 

Während der Laufzeit wären außerdem Verwaltungsgebühren bzw. einmalige Transaktionskosten angefallen, die sich im Umfang stark nach deinen anfänglich gewählten Konditionen richten.

"Und gilt das für alle Aktien?"

Nein. Es gibt auch zahlreiche Aktien, die einen Totalverlust erlitten haben. Beispielsweise wurde Praktiker bereits 1978 gegründet, hätte trotz aller zwischenzeitlichen Kurssteigerungen insgesamt jedoch nahezu das gesamte eingesetzte Kapital vernichtet. Grundsätzlich ist aber, wie du auch beschreibst, langfristig (nicht kurz- bis mittelfristig!) immer mit Wertsteigerungen - bezogen auf die Gesamtwirtschaft - zu rechnen.

"...dass jeder einfach in viele verschiedene Aktien von großen, erfolgreichen Unternehmen investieren sollte "

Große Konzerne sind zwar vergleichsweise sicher (da das Risiko des Totalverlustes relativ gering ist), haben die größten Wachstumsraten aber bereits in der Vergangenheit gehabt. Nach dem Prinzip der Regression zur Mitte (Regression to the mean) wird ein Unternehmen, dass in der Vergangenheit den Markt geschlagen, "outperformed" hat, in der Zukunft "underperformen", also schlechtere Wachstumsraten verzeichnen als der Markt, sodass sich letztlich immer ein mehr oder weniger durchschnittliches Wachstum einstellt. 

"..und die Wahrscheinlichkeit für einen langfristigen Gewinn extremst hoch wäre, weil die Wirtschaft allgemein tendiert zu steigen"

Definitiv. Langfristig wächst die Wirtschaft grundsätzlich, beruft man sich auf nahezu alle verlässlichen Quellen, immer. Daraus resultieren steigende Kurse, also auch Kursgewinne. Dieses Prinzip machen sich aber speziell sogenannte Indexfonds bzw. ETF's zunutze. Diese bilden bestimmte Bereiche der Wirtschaft ab, beispielsweise den Dax oder den MSCI-World. Kursgewinne belaufen sich dabei aber immer auf die Gesamtentwicklung des indexierten Marktes, der - wie bereits erwähnt - in der Regel aber langfristig aufwärts tendiert. Außerdem sind dort die Verwaltungsgebühren vergleichsweise gering, da z.B. keine Fondmanager wie bei einem klassischen Fond benötigt werden.

"Aber wieso investieren dann nicht fast alle Menschen in Aktien? Verstehen sie einfach nicht wie es geht?"

Schmerz ist für Menschen schwerwiegender als Freude. Würdest du bevorzugen, dass ich dir deinen "Erlös" von 200k direkt weg nehme, oder würdest du den Gewinn lieber gar nicht erst gemacht haben wollen? Schmerzhaft wäre wohl der Verlust dessen, was du bereits besitzt. Aktien unterliegen kurzfristigen Kursschwankungen, Volatilität genannt. Wenn übertrieben dargestellt 5K investierte Euros zwischenzeitlich nur noch 100 Euro Wert sein könnten, ist das für viele Menschen Abschreckung genug, die Finger von Aktien zu lassen - ungeachtet der Möglichkeit, 200K nach 18 Jahren verdient zu haben...

"Es scheint mir wie eine nahezu idiotensichere Methode zum Geld machen zu sein."

Idiotensicher nicht unbedingt. Viele lassen sich zu sehr von den Gefühlen leiten, dass Ganze ist aber ein sehr rational anzugehendes Thema und hat wenig mit "Spaß" im herkömmlichen Sinne zutun, da fast ausschließlich nüchterne Zahlen und Fakten zählen. Geld machen kann man jedoch ebenso wie verlieren, dass Ganze ist jedoch ein sehr komplexes Thema und würde den Rahmen hier weit übersteigen.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, schau doch mal auf meinem Profil vorbei, dort ist meine Website verlinkt, auf der du dich kostenlos zu diesen Themengebieten informieren kannst ;)

MfG

Antwort
von WosIsLos, 8

1. Ja, Steuergesetzgebung beachten

2. Ja

3. Ja

4. Weil Firmen auch deren Bilanzen fälschen oder pleite gehen können und der Kapitalmarkt ein Haigewässer ist und du bist eine Robbe.

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