... beauftragt, dass er den Drehstrom herbeizaubert, was kostet das dann ungefähr??? Braucht man da auch neue Stromzähler und neue Sicherungen? Und neue Leitungen (aufgerissene Wände usw.)? Was ich im Grunde wissen möchte: Ist das ein kleiner oder ein großer Aufwand??? Und was ist beim Drehstrom besser als beim Wechselstrom? (So, und wer mir jetzt antwortet "Ruf nen Elektriker an und frag nach", der bekommt von mir einen virtuellen Sonder-Applaus, aber keinen Daumen! ;-) augenzwinker.und.warnendes.zeigefinger.wedeln ;-) )

drehstrom oder auch kraftstrom hat eine höhere spannung, aus 3 einzelnen 220V phasen bekommt man letztendlich eine spannung von ~370V. viele elektroherde und durchlauferhitzer brauchen 3 phasen. es ist völlig unsinnig, seine ganze wohnung auf drehstrom umzustellen, es sei denn, man hat wirklich überall drehstromverbraucher. dafür muss man dann natürlich zumindest in jeden raum eine drehstromdose setzen und die kabel dorthin führen.
Naja, Starkstrom wird kein problem sein solange du nicht das ganze haus damit auslegen willst. wird nicht all zu viel kosten!
Dir ist aber schon klar das du z.B. deinen Haarfön nicht mit drehstrom betreiben kannst oder?
Der ist wirklich nur für Hochleistungsgeräte da, wie z.b. einen Saunaofen oder einen sehr sehr starken Hochdruckreiniger oder eben Herde usw
JoGerman am 29. Juli 2008 16:33 Einen Wechselstromverbraucher kann man durchaus an einer Drehstromzuleitung anschliessen. Man muss dazu nur eine der drei Phasen abgreifen und die anderen beiden abklemmen. Denn die Spannung zwischen einer der Phasen und dem Null-Leiter beträgt auch bei Drehstrom nur 230 Volt.
Gruß DER ELEKTRIKER

sicher brauchst du neue kabel, sicherungen usw. vorher muß geprüft werden, ob die hauselektrik dafür ausgelegt ist. drehstrom besser als wechselstrom ist blödsinn. drehstrom sind 400 volt, wechselstrom 240 volt
Ok, soviel hab ich jetzt verstanden: der Drehstrom ist der Starkstrom, an den z.B. mein Herd angeschlossen wurde. Seit wir aber in dieser Altbauwohnung wohnen, geht in meinem Backofen die Pyrolyse (=Selbstreinigungsfunktion bei 500 Grad) nicht mehr, obwohl der Backofen von einem "Fachmann" angeschlossen wurde. Anscheinend reicht hier in der Wohnung der Strom nicht für die Pyrolyse-Funktion. In unserer früheren Wohnung funktionierte die Pyrolyse einwandfrei, aber da hatte unser Herd auch drei Sicherungen im Sicherungskasten und jetzt hat er nur noch eine! Was kann man da tun???
maiki01 am 28. Juli 2008 08:29 da solltest du einen fachmann kommen lassen
Ich nehme mal den wahrscheinlichsten Fall und lasse die sonstigen Möglichkeiten aus. Du musst ein Kabel vom Sicherungskasten in die Küche legen lassen. Wenn Du eine auf-Putz Verlegung vermeiden möchtest und es auch keine Möglichkeit gibt, das Kabel durch angrenzende Räume (Keller, Dach) zu verlegen, bedeutet das einen Schlitz auf der gesamten Länge. Kosten werden wahrscheinlich im hohen drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich liegen (hängt stark von der Länge der Strecke ab).

Also noch folgende Ergänzung von mir: Der Begriff Starkstrom ist irreführend. Der Strom bei 380V muss nicht automatisch stärker sein als bei einem 220V Verbraucher. Dreiphasenwechselspannung (so der eigentliche technische Begriff) wird aus folgenden Gründen verwendet: 1. Bei elektrischen Motoren.(z.B. große Kreissägen) Da benötigt der Motor drei verschiedene Magnetfelder zum anlaufen. Diese drei Magnetfelder werden durch je eine 220V Spannung erzeugt. Misst man einen Leiter gegen Null oder Erde, hat man eine Spannung von 220V, misst man die Leiter gegeneinander hat man 380V. Ich rede hier von der Spannung, nicht vom Strom. 2. In einem Elektroherd oder Durchlauferhitzer, nimmt man 3x220V nicht wegen einem Drehfeld, sondern um die Last auf drei Phasen (stromführende Leiter) aufzuteilen. Dann hat man logischerweise auch ein fünfadriges Kabel (drei Leiter (L1,L2,L3), N, und Schutzleiter (PE)). Die Zuleitung zu Deinem Herd, ist wahrscheinlich nicht fünfadrig, sonst hätte Dein "Fachmann" Deinen Herd auch korrekt anschliessen können. Leider weiß ich aus Erfahrung, dass nicht alle Altbauten mit Drehstrom auszusstatten sind. Es kommt nämlich auch auf die Leitung vom Hausanschlusskasten zu Deinem Zähler an. Oh Gott, ich hoffe ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken! LG

Technisch gesehen sind Drehstrom und Wechselstrom das Gleiche, mit dem Unterschied, dass Drehstrom 3 Phasen besitzt (5-adriges Kabel notwendig) und Wechselstrom nur eine Phase (3-adriges Kabel). Man könnte also an einen Drehstromanschluß auch 3 normale Wechselstrom-Steckdosen anschliessen. Nun zu deiner Frage:
1. Du benötigst einen Drehstromzähler, Altbau-Wohnungen, wenn nicht modernisiert, haben meist nur einen Wechselstromzähler.
2. Der Herd benötigt eine 5-adrige Zuleitung vom Zähler und der Zähler eine 4- oder 5-adrige Zuleitung vom Hausanschluss im Keller (soweit nicht vorhanden)
3. Alle Drehstromgeräte benötigen eine Dreifach-Sicherung (für jede Phase eine)
4. Herde kann man auch über nur eine Phase anschliessen, wenn nur ein 3-adriges Kabel in der Wand ist und nur ein Wechselstromzähler vorhanden ist, da Herde brückbar sind. Dabei werden die 3-Phasen-Eingänge des Herdes mit einer Kupferbrücke zusammengefasst. (nicht möglich bei Motoren oder Strarkstrom-Verbrauchern, wie Durchlauferhitzer).
Der Herd benötigt zwar viel Strom, gehört aber nicht zu den Starkstromverbrauchern (Sicherung nur 16 Ampere)
Der Aufwand in deiner Wohnung hängt also von den vorhandenen Gegebenheiten ab.
Gruß DER ELEKTRIKER
Vielen Dank und Daumen hoch! Schon allein dafür, dass du mich nicht auslachst für meine dumme Frage, sondern mir ernsthaft und verständlich geantwortet hast! Wenn ich dich richtig verstanden habe, kann man also in jeder Wohnung, auch im Alt-Alt-Altbau, eine Drehstrom-Dose installieren. Dann den Riesen-Wasserboiler gegen einen Mini-Durchlauferhitzer ersetzen. Stimmt das so?
grundsätzlich schon, ich wohne im altbau und habe in der küche meine drehstromdose. ob nun in wirklich jedem altbau irgendwo drehstrom anliegt weiss ich natürlich nicht, ist aber eigentlich von auszugehen.
Danke!
@linguini: Die heutige Spannung bei Wechselstrom liegt bei 230 Volt und bei Drehstrom bei 400 Volt. Das ist schon seit 15 Jahren so, bzw. seit Verträge über das europäische Verbundnetz gelten.
Gruß DER ELEKTRIKER