Wenn man die dünne Decke der Zivilisation entfernt, sind wir darunter immer noch Urmenschen, mit den gleichen Instinkten und Trieben?

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6 Antworten

Sobald mehrere Menschen zusammen leben, muss es Regeln geben. Das ist seit jeher so. Eine Hierarchie bildet sich und die funktioniert ähnlich wie die Hackordnung im Hühnerstall.

Kaum ist einer (z.B. durch Alkohol-Einfluss oder Stress) nicht mehr Herr seiner Selbst, ist er wieder da, der Urmensch und dann gilt das Recht des Stärkeren, des Schnelleren... zumindest des schnelleren Autos.

Regeln haben sich logischerweise rasch bilden müssen, sonst würde es uns gar nicht mehr geben. Allerdings würden Sie uns aus unserer heutigen - ach so zivilisierten, kultivierten Sichtweise - rau, hart und unverständlich sein.

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Verstehe deine Frage nicht ganz. Ich meine, wir sind ja immernoch Urmenschen. 

Es sind immernoch die Instinkte, Triebe, Impulse usw. die unser Handeln, unser Leben maßgeblich bestimmen. Viel mehr als die Ratio, die Vernunft, bewusstes Denken. Und das zum Glück!

Für dich sind unsere Vorfahren anscheinend irgendwie vor allem böse und zerstörerisch. Zerstörerisch am heutigen Menschen sind aus meiner Sicht nicht seine Triebe, sondern seine Ratio! Es ist die Vernunft, die fehlgeleitet ist, nicht die Triebe und Instinkte.

Der Hooligan will sich schlagen, weil sein Kopf keine andere Möglichkeit
kennt, für sich selbst zu sorgen. Damit meine ich: es gibt besserer
Methoden, sich respektiert und wertvoll zu fühlen.

Die bewussten, rationalen, "zivilisierten" Vorgänge sind ja außerdem nichts hinzugefügtes, sondern etwas, was sich aus dem anderen heraus entwickelt hat. Es ist ihm also zugehörig. Instikte und Denken, als Beispiel, sind aufs engste Miteinander verbunden. Unsere heutigen Gesetze sind z.B. nur die eine Weiterentwicklung der Erfüllung des Bedürfnisses nach Sicherheit und Eindeutigkeit. Nur weiter nach außen, bzw. nach oben verlagert. Wir geben einen Teil unserer Verantwortung für uns selbst an andere ab (Politiker, Eltern, Polizei, Richter) ab, weil wir uns dann sicherer fühlen (Paradoxerweise. Denn dieses Vertrauen wird ja eigentlich ständig enttäuscht...oh ich schweife ab). 

Die Triebe, der Körper ist immer grundlegend. Wenn der Kopf nicht das Werkzeug für den Körper ist, sondern Gedanken uns beherrschen, dann wirds doof....

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Kommentar von Fuchssprung
22.06.2016, 11:42

Vielleicht habe ich die Frage ein wenig unklar oder gar falsch formuliert. Für mich sind unsere Vorfahren aus der Urzeit durchaus nicht böse. Im Gegenteil! Ich denke dass wir uns ihnen gegenüber nur überlegen dünken, dass wir aber in Wahrheit keinen Deut anders oder besser sind als sie. Könnten wir uns mit den "Alten" an einen Tisch oder besser an ein Feuer setzen und uns mit ihnen unterhalten, würden wir wohl feststellen dass wir immer noch die gleichen Früchte eines sehr alten Baumes sind. 

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Wenn du das jetzt so auf die Gewalt und negativen Dingen herunter brichst, unterscheiden wir uns vielleicht was das angeht tatsächlich nicht viel.

Aber uns macht doch abgesehen davon sehr viel mehr aus als damals die Urmenschen. Es sind ja Gott sei Dank nicht alle so wie du sie beschreibst.

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Gut erkannt.. einige Menschen (aber im Verhältnis eher wenige) sind tatsächlich sehr einfach gestrickt, ja nahezu steinzeitlich. Das sollte einen dazu motivieren sich besser zu verhalten und mit gutem Beispiel voran zu gehen. Letztendlich sind diese Menschen das Resultat von schlechter bzw. fehlender Bildung und Erziehung. Hätten sie diese würden sie über die Konsequenzen ihrer Handlungen nachdenken und zivilisiertere Interessen als sich den Schädel einzuschlagen entwickeln.

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Seitdem es Menschen gibt, hatten Menschen Kultur, auch wenn es vielleicht noch nicht das war, was wir "Zivilisation" nennen würden. Es ist daher kaum möglich, den Menschen ohne Kultur auch nur zu denken.,

Ein wesentlicher Unterschied zwischen uns und den Urmenschen ist die Größe der Gruppen, in denen  sie bzw. wir leb(t)en. Der Homo Sapiens Neandertaliensis lebte wie die heutigen Schimpansen in Gruppen zwischen 30 und 40 Personen, während der Homo Sapiens Sapiens schon Gruppen von vielen hundert Personen bildete, als er vor ca. 70 000 Jahren von Afrika nach Europa kam.

Es ist sehr gut möglich, dass diese Tatsache ihn gegenüber dem Neandertaler überlegen gemacht hat und zu deren Ausrottung geführt hat. Eventuell könnte man da von einer Veränderung des Erbgutes durch Auslese sprechen. Andererseits ist es kein Zufall, dass z.B. der Unterricht in einer Schulklasse unmöglich wird, wenn die Gruppengröße die Zahl vierzig überschreitet. 

Die Vermutung ist naheliegend, dass es den Instinkt, sich in eine Gruppe unterhalb dieser Größe einzugliedern, noch immer gibt und alles, was zur Bildung größerer gesellschaftlicher Einheiten nötig ist, nichts anderes ist als "Zivilisation" ist. Siebzigtausend Jahre sind, was die Veränderung des Erbgutes betrifft, nicht mehr als ein Augenblick.

Die Frage ist also vor allem: Wann soll der "Urmensch" denn gelebt haben ? Vor zweihunderttausend Jahren ? Vor zwei Millionen Jahren ?

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Kommentar von Fuchssprung
23.06.2016, 16:20

Eigentlich ist die Frage nach der Zeit egal. Du hast es ja selbst geschrieben. Seitdem es Menschen gibt, hatten Menschen Kultur... Ich bin wirklich der Meinung dass wir uns nicht verändert haben. Wir sind noch immer die selben Urmenschen, auch wenn wir jetzt mit einem Smartphone daddeln ;-)

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