Frage von 65matrix58, 125

Wenn man die Big Bang Theorie betrachtet, muss das Wissen/Bewusstsein auch eine Herkunft haben, sprich Gott. Was meint ihr dazu?

Antwort
von Hyperhaes, 55

... und woher kommt dann das ursprüngliche Wissen/Bewusstsein aka Gott? 

Nein, das "Gott-wars-Argument" bringt nichts anderes als eine Verlängerung der Kausalkette um ein Glied und dann quasi einen Interrupt, der das weitere Denken einfach verbietet.

Was genau unterscheidet denn Denken oder ein Bewusstsein allgemein von biologischen respektive chemischen Reaktionen? Unser Denken, unsere Persönlichkeit und Wissen ist nichts anderes als eine Sammlung recht komplexer chemischer Reaktionen, nicht umsonst können wir durch schon z.T. sehr kleine Eingriffe in dieses System große Veränderungen z.B. an unserer Persönlichkeit herbeiführen. 

Kommentar von ThomasJNewton ,

Du ahnst vielleicht nicht, wie viele Menschen ihr Leben einem "Interrupt" verdanken, oder genauer einem misslungenem.

Immerhin entsteht so aus Gedankenlosigkeit neues Denken.
Und dazu gibt es nur einen logischen Schluss, nämlich keinen.

Antwort
von Giustolisi, 18

Warum sollten wir das Bewusstsein für etwas so besonderes halten, dass es einen Gott dafür braucht? Es reicht dafür offensichtlich ein hinreichend komplexer Klumpen Nervenzellen.
Bewusstsein können wir in unterschiedlichster Ausprägung sowohl bei Menschen als auch bei Tieren beobachten. Bewusstsein bekommt man nicht von jetzt auf gleich, das ist ein kontinuierlicher Lern- und Entwicklungsprozess. Kleie Kinder erkennen sich nicht einmal im Spiegel, dafür aber einige Tiere. Zu begreifen "das bin ich" ist schon ein großer Schritt. Dafür brauchen wir allerdings keinen Gott.
Es ist schon faszinierend, dass sich eine einjährige Krähe im Spiegel erkennt, aber ein einjähriges Menschenkind nicht.

Der Zusammenhang mit dem Big Bang erschließt sich mir nicht.


Antwort
von wictor, 55

Wenn man davon ausgeht, dass alles einen Anfang und auch ein Ende haben muss, dann müsste es tatsächlich eine Herkunft geben (ob man damit direkt Gott verbindet sei mal dahingestellt.). Aber was wäre wenn Das Universum doch so etwas wie eine endlose Schwingung ist - ohne Anfang und Ende. Das Universum breitet sich aus, dann zieht es sich zusammen, es kommt zu erneutem Knall und schon beginnt alles von vorn. Energieerhaltung im geschlossenes System. Zeit ist auch nichts anderes als eine Bezugsgröße. Was ist wenn es nie einen Anfang gab? Schwer vorstellbar, aber beweist doch mal das Gegenteil ;)

Kommentar von matmatmat ,

Wenn alles einen Ursprung haben muß, muß auch Gott einen haben... da begibt man sich logisch unnötiger Weise auf sehr dünnes Eis. Das ganze erscheint schon verwirrend genug ohne so eine für die Erklärung unnütze Zusatzidee wie einen Gott / Götter.

Kommentar von wictor ,

So ist es.

Antwort
von Maarduck, 32

Nein, denn in der Big Bang Theorie wird Wissen/Bewusstsein gar nicht behandelt. Also muss man sich bei einem Bezug auf die Theorie auch keine Gedanken mache, wo es herkommt.

Und wenn alles eine Herkunft haben müsste, denn müsste auch Gott eine Herkunft haben. Wir müssen einfach einsehen, dass es das Nichts nicht gibt, noch nicht einmal in unser Vorstellung. 

Trotzdem ist die Frage natürlich interessant, wie und warum Bewusstsein entstanden ist. Ich denke, ich weiß die Antwort. Interessiert?

Kommentar von 65matrix58 ,

Ja

Kommentar von Maarduck ,

Leben ist selbstbestimmte Aktivität zwecks Vermehrung des Selbst. Die ersten Lebewesen waren Chemikalien die ihre eigene Synthese katalysiert haben.  

Irgendwann hat die Evolution Mechanismen hervor gebracht, um Signale zu obigem Zweck verarbeiten zu können. Das waren die ersten intelligenten Lebewesen, noch ohne Bewusstsein. Z.B. einfache Bewegungen zum Licht. Eine Intelligenz wie ein Schachcomputer. 

Später wurde die Umwelt im Nervensystem abgebildet und dort Aktivitäten simuliert und auf Erfolg geprüft, bevor sie ausgeführt wurden. Es entstand ein Problembewusstsein. Um Probleme generalisieren zu können, entstand ein Bewusstsein. 

Antwort
von matmatmat, 26

Wie kommst Du von der Idee des Urknalls, also der Entstehung von Raum und Zeit vor 13,7 Milliarden Jahren auf die Idee, Wissen müßte von irgend wem vor-erzeugt worden sein um es dann lernen zu können? Diesen Sprung kann ich nicht nachvollziehen.

Wenn das einen Ursprung haben muß und man der Meinung ist, ohne die Existenz von zeit gäbe es ein "davor", warum muß das Gott sein? Und: Wo käme dieser Gott dann her?

Antwort
von Tastenheld, 22

Bei jeder menschlichen Unternehmung ist nämlich etwas, das nicht in unserer Macht steht und nicht in unsere Berechnung fällt. Der Wunsch, dieses für sich zu gewinnen, ist der Ursprung der Götter.

Arthur Schopenhauer

Antwort
von wildcarts2, 14

Nein, deine Hypothese ist unlogisch und falsch. Wissen, Bewusstsein, Gedanken, Gefühle: Das sind nichts weiter als biochemische Prozesse in unserem Gehirn. Wie genau dies funktioniert weiß niemand, aber man weiß, dass diese Dinge erst anfangen, wenn das Gehirn entwickelt wurde und das sie aufhören, wenn die Energieversorgung im Gehrin zum Stillstand kommt.

Deiner Theorie nach, müsste es ja etwas oder jemanden geben, der uns das Bewusstsein gibt. Das ist aber faktisch falsch, da nachweisbar ist, dass wir ein Bewusstsein im Laufe unseres Wachstums erst entwickeln.

Die Idee, es müsse ein Gott dahinter stecken ist extrem unlogisch. Denn es müsste dann ja einen Gott geben, der Gott das Bewusstsein gab. Und davor wieder einen, und wieder und wieder.... Mit dieser Idee verschiebt man das Problem einfach nur...

Es ist allerdings ausreichend erwiesen, dass es keine Götter gibt. Sie alle wurden nur von Menschen erfunden....


Antwort
von zersteut, 23

interessant aber letztendlich ist eine Theorie auch nicht mehr als eine Theorie 

Kommentar von NadarrVebb ,

Das ist eine Hypothese, keine Theorie.

Antwort
von Primeeval94, 34

Bewusstseinsursprung= Biologie im Sinne von Evolution- ist ja schon recht praktisch und damit Hilfreich zum Überleben ;) Wissensursprung?...ähm..joa denken denken und noch mehr denken- Hypothesen aufstellen experimente bei übereinstimmung = Wissen also ne kein Gott erforderlich ;)

Antwort
von SergeantPinpack, 35

Klingt jetzt nicht besonders schlüssig.

Antwort
von NewKemroy, 9

Na, was machen denn diejenigen, die sich längere Zeit in Kontemplation oder in Meditation üben, als in die andere Richting zu schauen, wie normal?

Lies mal das Buch ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Wolke_des_Nichtwissens

Antwort
von Ranzino, 59

Wie kommst auf das schmale Brett ?

Kommentar von wictor ,

Das hat Hawking in a "Brief History of Time" tatsächlich behauptet.

Kommentar von SergeantPinpack ,

Hawking bezeichnet sich selbst als Atheisten. Ich glaube daher nicht, dass er das so behauptet hat.

Kommentar von wictor ,

Seine Frau war gläubig, daher kam das. Schau dir mal den Film "Die Entdeckung der Unendlichkeit" an, ist ganz interessant.

Kommentar von matmatmat ,

Ich denke, da ist er (absichtlich?) gründlich mißverstanden worden. Mal den Mann selbst zu Wort kommen lassen?

“When people ask me if a god created the universe, I tell them that the question itself makes no sense. Time didn’t exist before the big bang, so there is no time for god to make the universe in. It’s like asking directions to the edge of the earth; The Earth is a sphere; it doesn’t have an edge; so looking for it is a futile exercise. We are each free to believe what we want, and it’s my view that the simplest explanation is; there is no god. No one created our universe,and no one directs our fate. This leads me to a profound realization; There is probably no heaven, and no afterlife either. We have this one life to appreciate the grand design of the universe, and for that I am extremely grateful.”

Kommentar von NadarrVebb ,

Dann schau mal lieber "Stephen Hawkings gibt es Gott?" Da sagt er nämlich, dass es keinen Gott geben kann

Kommentar von wictor ,

Mir ist schon klar, dass Hawking Atheist ist und keineswegs an Gott glaubt. Ich erkläre nur, wie Fragensteller hier auf die Frage kommt. Der Satz ist aus dem Film "Die Entdeckung der Unendlichkeit", wird da aber nicht weiter erläutert.

Antwort
von ThomasJNewton, 8

... muss ...

Nein, muss nicht!

Antwort
von Furino, 10

Wenn ich so manche Beiträge lese, in denen versucht wird, Wissen mit Glauben regelrecht zu vermanschen, kann mir übel werden.

Glaube kann nie wissenschaftlich bewiesen werden. Das Wort Glaube allein verbietet sich das schon von selbst.

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