Frage von SunnySquad, 50

Wenn man als Unbeteiligter einen tödlichen Unfall z.B. Auto vs. Fußgänger beobachten muss, ist man dann für immer traumatisiert?

Das kann ja eigentlich zu jeder Sekunde an jedem Ort passieren, wo man gerade ist. Einkaufen, Schule, Uni, Urlaub, usw.

Stecken die meisten Leute, die Zeuge von sowas werden einfach weg oder brauche die meistens eine Therapie? Ich meine nicht schlimme Autounfälle, weil man da meistens nicht sieht ob der andere auf jeden Fall tot sein muss. Ich meine wirklich schlimme Unfälle mit Fußgängern oder Motorradfahrern.

Antwort
von taniavenue, 21

Das kann man so pauschal nicht sagen. Jeder Mensch reagiert anders darauf. Die einen haben ein Trauma, die anderen "nur" einen schweren Schock und andere nehmen das dann wiederum ganz locker. Unter anderem spielt auch die Art des Unfalls und deren Beteiligten bei vielen eine Rolle. Manche reagieren nicht so heftig wenn es sich um Erwachsene hält als wenn es um Kinder geht. Dann spielt auch die Bindung eine Rolle. Man ist automatisch geschockter wenn es sich um nahestende Personen handelt. Evtl spielt auch die vorherige psychische Verfassung eine Rolle. Ich hoffe ich konnte dir helfen

Antwort
von Nomex64, 9

Nein wenn man so etwas erlebt muss man nicht zwangsläufig traumatisiert sein. Früher wurde das nicht thematisiert, da war das in der Gesellschaft kein Thema. Heute wird zum Glück darüber geredet, heute gibt es für die Betroffenen zum Glück Hilfsangebote.

Meiner Erfahrung nach wird heute schon fast zuviel bzw. falsch drüber berichtet so das viele denken sie müssten traumatisiert sein. Dem ist aber bei weitem nicht so. Wenn es so wäre hätten wir das Problem der Gaffer an Unfallstellen nicht so permanent.

Der Großteil der Menschen wird sicher eine weile damit zu tun haben. Erst wenn man längerfristige Probleme wie Schlafstörungen oder andere hat ist es angebracht sich professionelle Hilfe zu suchen. Man kann auch vorbeugend über die Feuerwehr bzw. deren Leitstelle die Hilfe von Krisenintervetionsteams (KIT) in Anspruch nehmen. Oft wird das als Notfallseelsorge bezeichnet, den Begriff mag ich aber nicht so, weil das so nach Kirche klingt.

Ich war übrigens schon an duzenden Einsatzstellen und habe Unfallopfer aus ihren Fahrzeugen gerettet oder geborgen. Ich möchte behaupten das ich nicht traumatisiert bin. Liegt aber auch daran das wir mit den Kameraden die Einsätze in Gesprächen nachbereiten. Wenn es dich treffen sollte dann kann ich dir nur den guten Rat geben, sprich mit deiner Familie und guten Vertrauten darüber.

Antwort
von norbert9014, 6

Grundsätzlich: "NEIN!"

darüber ist ja auch viel geschrieben worden.

Interessant wird diese Frage, wenn ich mir überlege, warum... bzw. für wen Du fragst.

Hast Du selbst so ein Ereignis erlebt?

Oder frägst Du als "Stellvertreter", hast einen Bruder, eine Schwester, einen guten Freund/-in, denen dies passiert ist?

In beiden Fällen ist eines wichtig zu verstehen: Das Ereignis selbst könnte im ersten Moment verdrängt werden: Das ist ein Schutzmechanismus unseres Gehirns: Das Ereignis wird als so belastend eingestuft, dass das Hirn es erst einmal "versteckt", weil es "jetzt, in diesem Moment... keine Zeit dafür" hat. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben... der wichtigste ist ein "Überlebensreflex": Jetzt sind andere Dinge zu tun: Erste Hilfe, ... oder auch Flucht!

Wichtig: Das Erlebnis kann später "bearbeitet" werden. In Situationen (in einer individuellen) längeren Zeit nach dem Unfall.

Entweder in "Ruhesituationen": Man ist ganz entspannt... alles läuft relativ harmonisch für einen selbst... und das Ereignis "taucht langsam an die Oberfläche"

Oder, z.B.: Ein "Trigger".... man erlebt einen Reiz.- eine Blume wird vom Wind angestoßen, oder aus dem Augenwinkel taucht ein Schatten auf... können ganz banale, also einfache Dinge sein... für jedermann nichtssagend... aber es reicht, diese Person mit "einem Fingerschnippen" zurück an Ort und Stelle des Ereignisses zu bringen.

Es ist vergleichbar mit den Eindrücken, zum Beispiel... wenn man nach Hause kommt und plötzlich diesen Geruch wahrnimmt, den ein Kuchen ausströmt... einen Geruch, den man so nur von der Oma kennt... und egal wie weit Oma wegwohnt.... oder wie lange sie im Altersheim sitzt: Man ist in Gedanken dieses kleine Kind das an der Treppe zum Aufgang steht und man sieht die Großmutter in der Küche werkeln... so in etwa also.

Sollte das passieren: Keine Angst sich mit diesen Bildern... auch wenn noch so schrecklich, auseinander zu setzen: Das alles passiert nur, weil das Gehirn vermittelt: "Ich bin bereit dafür!"

Allerdings: Professionelle Hilfe, oder wenigstens eine sehr vertrauenswürdige Person... würden diesen Prozess erheblich erleichtern

 

....Wenn das passiert!

Sincerely, Norbert

Antwort
von pingu72, 20

Das kann man nicht beantworten da jeder Mensch anders ist und anders reagiert. 

Antwort
von Akeem, 28

Von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Andere reagieren geshockt, die anderen nehmens "lockerer".

Antwort
von Lillifee192837, 25

Manche können das echt gut ab, andere wiederum brauchen spezielle Therapien.

Antwort
von einhornn221, 10

Vor paar Jahren habe ich gesehen wie ein Fußgänger von einem Auto überfahren wurde. Danach konnte ich ein paar Tage lang nicht schlafen. Heute trage ich keine Schaden mehr

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