Frage von olympias, 106

Wenn man als Immobilienmakler arbeitet muss man auf jeden Fall Spekulationssteuer beim Verkauf von Immobilien zahlen?

oder gilt auch die 3-Objekt-Grenze?

Wenn man eine Wohnung gekauft hat, sie nicht 2 Jahre selbst nutzt, muss man dann auf jeden Fall den Gewinn beim Verkauf auf jeden Fall Steuern zahlen?

Antwort
von DerHans, 66

Für einen Immobilienmakler der eigene Objekte verkauft, gilt das Gesetz natürlich genau so wie für jeden anderen.

Wieso sollte da eine Ausnahme existieren?

Kommentar von olympias ,

Ich habe gelesen, dass Immobilienmakler, die eigene Objekte mit Gewinn verkaufen, diesen Gewinn immer versteuern müssen, selbst wenn die Immobilie eigengenutzt ist. Das stimmt also nicht?

Kommentar von DerHans ,

Ein Objekt, dass der Makler selbst nutzt, wird er ja gar nicht im Firmenvermögen führen. Wer das nicht korrekt auseinander hält, setzt ja auch sein Privatvermögen aufs Spiel.

Als Privatperson hat er selbstverständlich auch die gleichen Rechte, wie andere

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 54

Wer gewerblichen Immobilienhandel betreibt, unterliegt nicht die Spekulationssteuer, die es sowieso nciht gibt (vermutlich meinst Du die Gewinne gem. § 23 EStG, die der Einkommensteuer unterligen, sondern es sind Gewinne aus Gewerbebetrieb.

Aber Objekte, die er selbst nutzt sind beim Verkauf nicht der Einkommensteuer unterworfen, wenn er sie entweder über 10 Jahre hatte, oder im Jahr des Verkaufs, oder den zwei Vorangegangenen Jahren selbst genutzt hat, oder zwischen Kauf und verkauf durchgehend selbst genutzt hat.

Kommentar von olympias ,

Vielen Dank für die Antwort. Wo steht denn, dass "zwischen Kauf und verkauf durchgehend selbst genutzt hat" ausreicht, um aus der Steuerpflicht genommen zu werden? Wäre Ihnen sehr dankbar für einen Hinweis

Kommentar von wfwbinder ,

§ 23 EStG steht doch in meiner Antwort.

§ 23 Abs. 1, Nr. 1 letzter Satz:

Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken

oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken

genutzt wurden

;

Antwort
von schelm1, 43

Als gewerbetreibender Makler versteuert man seinen Gewinn!

Kommentar von olympias ,

Nicht unbedingt, wenn die Immobilie selbstgenutzt wurde, gibt es Ausnahmen und darauf bezieht sich ja die Frage

Kommentar von schelm1 ,

Sofern die Nutzung einer im Anlage- oder Umlaufvermögen der maklergeselslchft befindlcihen Immobilie erfolgt, spiel das keine Rolle. Der unternehmensgewinn wäre bei einer Veräußeung im rahmen der normalen Gewerbtätigkeit zu versteuern. Lediglich könnte sich für den Nutzen ein neues Mietverhältnis ergeben, wenn er denn nach verkauf drin bleiben möchte. Die Frage wurde hier zumindest verstanden und auch richtig beantwortet!

Antwort
von nersd, 30

Wenn man Immobilienmakler ist und sich diese Frage nicht selbst beantworten kann, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Vor einem solchen Makler kann man nicht genug warnen!

Wäre das gleiche, wenn man als (geistig gesunder) Mathematikprofessor nicht 1 und 1 zusammen addieren kann.

Kommentar von olympias ,

So einfach ist das Thema Steuerrecht bei so speziellen Fällen wirklich nicht und hat außerdem mit einer Maklertätigkeit nicht viel zu tun (eigentlich gar nichts, denn zu den Kunden von Makler gehören schließlich keine anderen Makler)

Ich würde als Makler übrigens auch keine Kunden annehmen, die erwarten, dass ich jedes steuerrechtliche Detail im Zusammenhang mit Immobilien auswendig kenne. Dafür gibt es schließlich Steuerberater :)

Kommentar von nersd ,

Ich sehe das etwas anders. Gerade bei Immobiliengeschäften ist die steuerliche Komponente wesentlich markanter als bei den meisten anderen Geschäften. Gerade der steuerliche Aspekt ist für viele Kunden ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Kaufkriterium. Es ist die Kernaufgabe des Maklers, Kunden ordentlich im Rahmen derer Kaufentscheidungen zu beraten. Dafür bekommt er ja dann auch Geld. Da sollte man als ordentlicher Makler also schon fit sein, erst Recht, wenn sogar für sich selbst Immobilien zu Spekulationszwecken kauft.

Und wenn ich trotz allem keine Ahnung davon hätte, würde ich auf gar keinen Fall im Internet nach einer verwertbaren Antwort suchen, sondern meinen Steuerberater um eine rechtlich relevante Aussage bemühen.

Zu einem solchen Makler hätte ich im Geschäftsleben wenig Vertrauen. Wenn ich Kunden eine Immobilie vermittle/verkaufe, dann bekommen sie eine exakte steuerliche Einschätzung von mir, auf die sie sich dann auch verlassen können (ohne dass ich eine Steuerberatung mache, jeder darf und soll die Daten dann gern mit seinem Steuerberater verifizieren). Und ich mache Immobiliengeschäfte nur ganz am Rande und mit wenig Engegament. Deswegen hat mein Kunde trotzdem das Recht auf eine 100% optimale Beratung.

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