Frage von questionAntwort, 126

Wenn jmd HIV positiv ist und er dann Blutkrebs bekommt, wird dann trotzdem eine Knochenmarktransplantation durchgeführt?

Oder verläuft die Behandlung dann anders?
Danke für eure Antworten

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ASRvw, 75

Moin.

Eine HIV-Infektion schließt eine Knochenmarktransplantation nicht automatisch aus. Allerdings ist das stets im Einzelfall durch die behandelnden Ärzte zu entscheiden. Eine Knochenmarktransplantation kommt ohnehin erst in Frage, wenn durch eine vorangegangene Therapie mit Chemo- und oder Bestrahlung zu einer Remission der Leukämie geführt hat. Da allerdings HIV durchaus eine Chemotherapie hinsichtlich Dosis und Dauer einschränken kann, kann die HIV-Infektion durchaus dazu führen, dass keine Knochenmarktransplantation durchgeführt wird.

Aber das lässt sich eben nicht pauschal beurteilen sondern nur im Einzelfall.

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ASRvw de André

Kommentar von questionAntwort ,

Das heißt, wenn sich durch eine Chemo- oder Strahlentherapie nichts verbessert, dann macht man auch keine Rückenmarksspende, oder?

Kommentar von questionAntwort ,

Könntest du mir einen Fall konstruieren, bei dem ein Schwuler (wobei das ist ja egal), der sich mit HIV infiziert hat eben wegen der Infektion keine Rückenmarkspende erhalten kann und deswegen unweigerlich an der Leukämie-Aids Kombination oder so stirbt?

Kommentar von ASRvw ,

Moin.

Die Kmtp ist kein Wundermittel. Zunächst erfolgt eine Induktionstherapie (Chemo / Bestrahlung) mit dem Ziel, alle Leukämiezellen abzutöten, bevor mit einer Kmtp versucht wird, das Blutbildende System mit gesunden Stammzellen wieder in Gang zu bringen.

Ist diese Induktions- und eine ggf. folgende Konsolidierungstherapie mit Chemo / Bestrahlung nicht erfolgreich, macht eine Kmtp keinen Sinn.

Eine Leukämie schwächt über eine fehlgeleitete Blut- und Immunzellenbildung das Immunsystem. Auch eine Chemo oder Bestrahlung belastet das Immunsystem weiter. Und HIV eben auch.

Nur, wenn das Immunsystem völlig am Boden liegt, kann die kleinste Infektion tödlich sein. Ein Patient mit einer Leukämie in einem hohen Stadium und unter der dabei erforderlichen Hochdosis-Chemotherapie, kann an einem Schnupfen sterben.

Ein mögliches Szenario:
HIV-Positiver Patient mit fortgeschrittener Leukämie. Hochdosis-Chemotherapie als Vorbereitung einer Kmtp indiziert, aber aufgrund der zusätzlichen Immunschwäche durch HIV nicht durchführbar. Hier kommt keine Kmtp in Betracht. Hier wird lediglich mit einer Nicht-Hochdosis Chemo behandelt, in der Hoffnung, damit die Leukämie soweit zurück zu drängen, um das Immunsystem soweit zu stabilisieren, dass eine Hochdosis-Therapie möglich wird, um ggf. später noch die Option Kmtp zu haben. Aber je nach dem wie weit HIV fortgeschritten und ggf schon als aktives AIDS ausgebrochen ist, funktioniert das eben nicht.

BTW: Auch Schwule bekommen HIV - aber nicht NUR Schwule.

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ASRvw de André

Antwort
von ManuTheMaiar, 69

Dazu hab ich mal einen Bericht im Spektrum der Wissenschaft gelesen, dann suchen die einen Spender der immun gegen HIV ist und geben dem das Knochenmark von dem und das ist auch der einzige Weg wie man HIV heilen kann

Kommentar von Deichgoettin ,

Das ist nur bedingt richtig. Heilen kann man HIV nach wie vor nicht. Es sind nur keine Viren im Blut mehr feststellbar. Es heißt aber nicht, daß bei besagtem Patienten die Viren nicht - z.B. in der Milz, in den Lymphknoten, in den Nervenzellen - "versteckt" sind. Fraglich ist, ob eine Mutation der Viren wirklich verhindert wird.
Übrigens - das ist weltweit der einzige Patient, bei dem die Behandlung stattfand bzw. einen "Erfolg" brachte.  

Expertenantwort
von MaxGuevara, Community-Experte für HIV, 17

Wieso sollte man das nicht machen können?

Klar, prinzipiell ist das möglich. 

Gruß

eure Maxie

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