Romikko am 24.12.2006 um 17:11 Uhr
Jemand,den ich kenne,ist plötzlich gestorben.Es war abends.Ich erfuhr es am nächsten Tag.Es war ein Schock und ich habe es nicht realisiert.Doch plötzlich bekomme ich einen Anruf v. einer Bekannten,die mir sagt,dass die Beerdigung schon morgen wäre.Ich finde die ist ziemlich früh,oder?Oder wollten die ihn noch vor Weihnachten beerdigen,weil 3 Tage niemand arbeitet.Muss diese nicht erst ein paar Tage im Krankenhaus liegen?Man hat nicht einmal mehr Zeit,den Tod zu realisieren,bzw.zu trauern.Bin ich jetzt paranoid oder stimmt da etwas nicht?Infos:Derjenige war kerngesund,doch erlitt einen Herzinfarkt und war angeblich sofort tot.Der Sarg war bei der Beerdigung zu.Keiner sah die Leiche.
was Du da schreibst, klingt schon ziemlich abenteuerlich und erinnert stark an einen Kriminalroman.
Versuchen wir es mal ganz pragmatisch:
Wäre Dei Bekannter "Kerngesund" gewesen, wäre er wohl kaum einem Herzinfarkt zum Opfer gefallen.
Ein Arzt muß den Tod feststellen, einen Totenschein ausstellen und erst dann wird der Tote zur Bestattung freigegeben.
Ob der Zeitpunkt der Beerdigung zu früh war, ist Geschmacksache.
Möglicherweise wollte die Familie keinen großen Auflauf haben, dafür spricht auch der geschloßene Sarg. Da es sich ja um Bekannte handelt, kannst Du ruhig nach den Gründen fragen! Und sollten wirklich berechtigte Zweifel bleiben, gibt es nur den Weg zum Nachlassgericht.
Wenn es eine Erdbestattung war, muss diese binnen 6 Tagen erfolgen; das ist Vorschrift. Dann hätte es wegen der 3 freien Weihnachtstage evtl. eng werden können, sodass es vielleicht nur diese Lösung gab.

Hallo Romikko, schreib deine Fantasien auf und mach ein spannenden Krimi daraus :-).Ganz ehrlich, so einfach geht das nicht, was du da vermutest. Der Arzt allein wird den Tod nicht bescheinigen können, schon gar nicht, wenn dein Bekannter aus heiterm Himmel einfach mal so stirbt. Dann wird erst einmal die Kripo hinzu gezogen, um zu prüfen, ob er nicht durch Fremdeinwirkung gestorben ist. In dem Zuge wird ein Bestattungsinstitut beauftragt, welches die Leiche abtransportiert und in die Pathologie bringt. Dort wird die Leiche 24h aufbewart, bevor sie zur Beerdigung fertig gemacht wird oder eben auch zur Verbrennung frei gegeben wird. Bei ungekärter Todesursache wird ggf. eine Obduktion angeordnet. Ich sprech da auch aus Erfahrung, denn ich habe es in diesem Jahr bei 2 guten Nachbarn erlebt. Letzte Woche war im Alten/Pflegeheim bei mir gegenüber auch nicht nur der Arzt vor Ort, bevor die Bestatter kamen, sondern auch die K., obwohl die tote Person mehr als alt war. Also so ein Betrug ist eher unwahrscheinlich.
Zunächst einmal mein aufrichtiges Beileid. Du brauchst aber keine Angst zu haben, diese Person ist tot. Wirklich ganz tot. Ich glaube zu wissen, dass Dir gewisse Horrorgeschichten durch den Kopf gehen. Aber ohne ärztliche Bescheinigung, dass diese Person auch wirklich tot ist, wird keiner in einen Sarg kommen. Und einen Herzinfarkt kann jeder immer und überall erleiden.
Romikko am 24. Dezember 2006 20:02 Man kann doch auch den Tod inszenieren, oder? Es weiß nur die Frau, der "Tote" und der Arzt. Der Arzt wird bestochen. Er bekommt Geld von der Lebensversicherung des "Toten", wenn er ihn "totschreibt". Kann doch sein! Ich glaube nicht, dass er gestorben ist. Es ist nicht möglich!

Ohne hier zu diesem Fall konkret etwas sagen zu können, nur einen Hinweis:
Die Polizei geht davon aus, dass die Hälfte aller "unnatürlichen Tode", sprich Unfälle oder Morde, unentdeckt bleibt, weil Hausärzte eher wenig misstrauisch sind und "nach Augenschein" den Tod beurkunden, die Kriminalpolizei normalerweise nicht eingeschaltet wird und es ohnehin zu wenige Pathologen gibt, die der Todesursache wirklich auf den Grund gehen könnten..