Frage von 56467865cv, 129

Wenn jemand bei mir zu Hause einbricht und mein Hund verletzt ihn, kann er mich deswegen verklagen?

Bitte antworten, wenn man Ahnung hat.

Antwort
von silberwind58, 76

Ich glaube nicht,das ein Einbrecher Dich auch noch verklagt,wenn der Hund aufpasst und zu beisst. Aber das soll es alles schon gegeben haben. Kann ich mir nicht vorstellen,das Du dann auch noch bestraft wirst.

Antwort
von ParagrafenChef, 69

Können schon. Nur wird er keinen Erfolg haben.

Dabei musst du auch niemanden am Haus draußen oder Zaun, vor deinen sich immer im Haus/der Wohnung aufhaltenden Hund warnen.

Das ist das Pech des Einbrechers, wenn er rechtswidrig ins Haus/in die Wohnung einbricht und ihn dann ein Hund anfällt.

Unabhängig davon ob der Wohnungseigentümer anwesend ist oder nicht. Dieser könnte ja auch schlafen oder duschen und so nicht einschreiten können.

Ein Einbrecher macht sich in jedem Fall des Hausfriedensbruch nach 123 StGB und oftmals auch der Sachbeschädigung nach 303 StGB, sowie aus der Logik folgend des Diebstahl nach 242 StGB strafbar.

Eventuell kommt hier auch der besonders schwere Diebstahl nach 243 StGB oder ein Wohnungseinbruchsdiebstahl nach 244 StGB in Betracht.

Sollte eine Tat nach 244 StGB vorliegen, ist das zu erwartende Strafmaß weit höherliegend. Zumindest gibt es hier eine Mindeststrafe von 6 Monaten. Maximal 10 Jahre.

Hier würde der 244 StGB den 123 StGB ersetzen. Der 303 StGB bliebe eventuell bestehen.

In minder schweren Fällen beträgt die Strafe hier 3 Monate bis 5 Jahre.

Dann gibt es noch den besonders schweren Diebstahl nach 243 StGB . Dieser hat eine Mindeststrafe von 3 Monaten und maximal 10 Jahre Haft aufgeboten.

Wenn die gestohlene Sache hier jedoch geringwertig ist, wird aus dem schweren Diebstahl ein normaler Diebstahl nach 242 StGB .

Kommentar von TheGrow ,

Sehr gute und einwandfreie Antwort

Kommentar von ParagrafenChef ,

Vielen dank.

Kommentar von ParagrafenChef ,

Sehr (!) ausführlicher Nachtrag: 

Natürlich muss sich selbst ein Einbrecher nicht des Diebstahls strafbar machen.

Er kann ja auch ohne Beute wieder abziehen.

Wenn man dagegen einen Gast ausdrücklich in seine Wohnung lässt und dann der Hund des Wohnungsinhaber den Besucher angreift und verletzt, so hat der Besucher einen zivilrechtlichen Anspruch gegenüber dem Wohnungsinhaber.

Eventuell liegt dann hier, seitens des Wohnungsinhaber, auch eine strafbare, fahrlässige Körperverletzung nach 229 StGB vor. ( maximal 3 Jahre Haft )

Wenn jedoch - wie schon beschrieben - eine ungebetene Person sich rechtswidrig Zutritt zur Wohnung verschafft, und sich dann dort Verletzungen zuzieht, dann ist der Wohnungsinhaber von jeglicher Haftung befreit.

Sofern der Wohungsinhaber diese Verletzungen des Täters nicht durch bewusste, eigenständige Handlungen herbeiführt, sondern die Handlungen, die beim Täter zu Verletzungen führen, aufgrund von mechanischen Automatismen verursacht werden.

Wird der Täter aufgrund von Notwehrhandlungen des Wohnungsinhabers nach 32 StGB oder 127 StPO verletzt, so kann dies eben mit diesen Rechten abgegolten sein und der Wohnungsinhaber freigesprochen oder Ermittlungen gegen ihn eingestellt werden.

Selbst wenn der Wohnungsinhaber seinen Wohnbereich in "SAW" Manier mit üblen Fallen gespickt und präpariert hätte - bei rechtswidrigen (!) Zutritt zu einer Wohnung, liegt das Risiko und die Haftung ganz allein beim Einbrecher.

Wenn eine Wohnungstür offen steht, vermag allein diese Tatsache noch nicht unbedingt die Verletzung des Artikel 13 Grundgesetz und den Verstoß gegen 123 StGB zu begründen.

Sofern keine Anzeichen von Straftaten, sonstwie Gefahr in Verzug, einhergehend mit zum Beispiel Gasgeruch oder Leichengeruch zu vernehmen ist, solange darf erst mal keiner in die Wohnung.

Hier sollte man zunächst klingeln und klopfen, und einen eventuell dann auftauchenden Mieter freundlich auf die offenstehende Wohnungstür und den damit verbundenen Gefahren hinweisen.

Reagiert keiner, kann man seine Hand an die Wohnungstür innen am Schloss abtasten und prüfen, ob da ein Schlüssel drin steckt.

Falls dies der Fall ist, sollte man den Schlüssel abziehen, die Wohnungstür zumindest ran ziehen, so das sie zu ist, sich im Haus/Keller/auf dem Boden nach den fraglichen Mieter umsehen und wenn dieser nicht ausfindig zu machen ist, folgendes tun:

Schnell Zettel und Stift nehmen, am besten im Hausflur aufschreiben. Falls der fragliche Mieter auftaucht.

Dann schreibt der nette Nachbar seinen Namen und Anschrift auf ein Blatt Papier. Weiter vermerkt er das man die offene Wohnungstür gesehen hat, der Schlüssel von innen steckte und man den Schlüssel an sich nahm, sowie die Wohnungstür zugezogen hat.

Das alles begründet man mit Gefahr in Verzug, da ja sonst jeder in die Wohnung gelangen könnte. Meiner Meinung nach schließt dies eine strafbare Unterschlagung nach 246 StGB aufgrund der Schlüssel Annahme des Nachbarn aus.

Ausdrücklich betont man das man nicht in der Wohnung selbst drin war und die Schlüssel jederzeit kostenlos bei XY abzuholen sind.

Ist der fragliche Nachbar allgemein oder optisch nicht so bekannt, dann muss er sich gegenüber dem couragierten Nachbarn ausweisen, um seine Schlüssel wieder zu bekommen.

Hat ein Wohnungsinhaber eine ( abschaltbare ) Selbstschuss- oder sonst körperlich schädigende Anlage in seiner Wohnung verbaut ( die auch zum Tod führen könnte ), die jemanden unmittelbar nach dem rechtswidrigen öffnen der Wohnungstür verletzt oder tötet - da sollte sich mal der von mir geschätzte "Crow" äußern, wie sich das rechtlich verhält.

Ein Wohnungsinhaber muss ja immer damit rechnen, dass auch und gerade während seiner Abwesenheit Gefahr in Verzug durch seine Wohnung oder dem Haus ( Gasgeruch, Evakuierung usw. ) entstehen kann.

Wenn dann Helfer in die Wohnung rechtmäßig eindringen, dann ist hier wohl die fahrlässige Körperverletzung oder gar die fahrlässige Tötung durch den Wohnungsinhaber als erfüllt anzusehen.

Tut mir leid für die auschweifenden Äußerungen meinerseits. War grade wieder so in meiner rechtlichen "Hochphase" und dementsprechend ausufernd in meinem Text.

Antwort
von suzisorglos, 51

Verklagen kann er Dich natürlich. Und u.U. bist Du als Halter des schädigenden Tieres sogar auch schadenersatzpflichtig.

Antwort
von Chillkroete1994, 80

Du machst dir wirklich Gedanken wie es einem Einbrecher geht wenn er bei die ins Haus einsteigt ?^^ ich würde mein Hund anfeuern 😂 aber Nein .. Hausfriedensbruch.

Antwort
von newcomer, 74

wenn du aussen ein Schild hast "Warnung vor dem Hunde" bricht er auf eigenes Risiko ein und trägt damit auch alle Folgen. Ohne Schild ist es aber genau so. Stell dir mal vor am Fußboden liegt eine Harke und er tritt darauf. Da er in deinem Haus nichts verloren hat trägt er alle Folgen selbst

Kommentar von newcomer ,

würde deinem Hund eine rießige Wurst spendieren wenn der das macht :-)

Kommentar von ParagrafenChef ,

Der Einbrecher bricht unabhängig von einem Warnschild auf eigenes Risiko ein!

Antwort
von helfeelfe, 69

Kann er theoretisch natürlich, aber das wird dann ja vor Gericht entschieden und da kriegst du sicher keine Strafe für:D

Antwort
von grauerTeppich, 62

Je nachdem, ob du nun selbst den Hund als Waffe verwendest, oder eben nicht.
Wenn der Hund das selbst macht, kannst du ja nichts dafür.
Setzt du den Hund jedoch als Waffe ein, ist das Körperverletzung. Dadurch, dass der Einbrecher aber einen Angriff auf dein Vermögen ausübt, wäre das ja Notwehr..
So in etwa dürfte das sein. ^^

Kommentar von Alien0127 ,

Wenn ein Hund etwas selber macht, heißt es nicht dass der Besitzer fein raus ist. Beißt auf der Straße beim Gassi gehen der Hund ohne zutun seines Herrchens einen Fußgänger, kann eine fahrlässige Körperverletzung erfüllt sein.

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