Frage von 19umut07, 205

Wenn in Deutschland Staat und Kirche getrennt sind warum gibt es dann religions unterricht?

In der türkei wurde der religions unterricht ja auch nicht unterrichtet. Oder verstehe ich da etwas falsch, ist Deutschland nicht auf die gleiche Weise so säkular wie Frankreich?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von capi89, 89

Deutschland ist kein laizistischer Staat wie Frankreich oder die Türkei (zumindest de lege). Die Trennung von Staat und Kirche in Deutschland hat zur Konsequenz, dass sich der Staat nicht in die Angelegenheiten der Kirche einmischt und umgekehrt. Deswegen haben die Kirchen ein eigenes Arbeitsrecht und eine eigene Gerichtsbarkeit. Für bestimmte Angelegenheiten sind sowohl Staat, als auch Kirche zuständig (sog. res mixtae). Das bekannteste Beispiel hier ist der Religionsunterricht, aber auch die Seelsorge bei Militär und Polizei zählt zu diesen Angelegenheiten. Diese Dinge müssen dann im sog. Staatskirchenverträgen bzw. Konkordaten geregelt werden. Der Religionsunterricht widerspricht also nicht der Trennung von Kirche und Staat, da hier die Aufgabenverteilung durch Verträge klar geregelt ist.

Kommentar von 19umut07 ,

de lege?

Kommentar von capi89 ,

Dem Gesetz nach...

Kommentar von 19umut07 ,

achso

Antwort
von Hamburger02, 77

In Deutschland wird zwar oft von der Trennung gesprochen, aber tatsächlich findet sie an vielen Stellen gar nicht statt, was ich persönlich sehr bedauere. Bislang hat sich aber kein Politiker getraut, die Entflechtung zu Ende zu bringen und insbesondere die kirchlichen Privilegien und die staatliche Finanzierung abzuschaffen.

Solange an der Staatsspitze ein Pfarrer und eine Pfarrerstochter stehen, ist damit wohl auch nicht zu rechnen.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 47

Der Vergleich zur Türkei ist ganz gut und belegt den wesentlichen Unterschied zwischen einem säkularen und einem nicht völlig säkularen Staat:

  • Ein säkularer Staat stellt auch den Religionsunterricht unter die Aufsicht des Staates; im Religionsunterricht könnten keine extremistischen Lehren verbreitet werden, ohne dass der Staat eingreifen würde!
  • Ein nicht völlig säkularer Staat überlässt den Religionsunterricht alleine den Religionsgemeinschaften, die er nicht kontrolliert; daher können gerade muslimische Organisationen ungehindert extremistische, ggf. sogar gewalttätige Lehren verbreiten.

Der deutsche Staat will sich mit Recht darum kümmern, dass muslimischer Religionsunterricht an den Schulen erteilt und damit unter die Kontrolle des Staates gestellt wird!

MfG

Arnold

Antwort
von voayager, 21

Staat und Kirche sind nicht wirklich getrennt:

  • der Staat treibt für die Kirche die Kirchensteuer ein
  • der Staat verfügt, dass 10% der Steuern der Kirche zufließen
  • der Staat finanziert die Priesterausbildung
  • der Staat gibt Geld für die Restaurierung von Kirchen aus
  • der Staat gewährt ungeheure Steuervergünstigungen für die Kirche als sogenannte Tote Hand
  • der Staat setzt kirchliche Feiertage durch
  • der Staat verfügt Religionsunterricht an den Schulen
  • der Staat zahlt seit 1806 Gelder an die Kirchen als Wiedergutmachung für Napoleons Säkularisierung
  • der Staat gewährt der Kirche besondere Arbeitsschutzgesezte, z.B. eingeschränktes Streikrecht der dort beschäftigten Lohnabhängigen
  • der Staat schützt das Beichtgeheimnis
  • der Staat überläßt einen Großteil der Sozialeinrichtungen der Kirche
Antwort
von Lazarius, 55

Es gibt keine wirkliche Trennung zwischen Kirche und Staat in Deutschland.

So bekommt die Kirche jährlich vom Staat Zuwendungen in dreistelliger Millionenhöhe aus Steuermitteln. Da die Kirche selbst eine der reichsten Institutionen in Deutschland ist, muss man sich fragen wofür?

http://www.focus.de/politik/deutschland/tebartz-van-elst-darf-aufatmen-keine-str...

LG Lazarius.

Antwort
von eleteroj, 15

In der Türkei ist die gesamte Infrastruktur des Sunnitentums staatlich geführt, gelenkt und finanziert, über das türkische Religionsministerium, das zb sogar im Ausland Moscheen bauen lässt, staatlich bestallte Imame entsendet und auch den Koranunterrichtet lenkt und ausrichtet.

In Deutschland gibt es kein Staatskirchentum. Der Vatikan hatte mit der Reichsregierung einen Vertrag abgeschlossen, das Konkordat, demzufolge an staatlichen Schulen Religionsunterricht angeboten wird, zu dem die Kirche ausgebildete Lehrer mit missio canonica entsendet. Einen analogen Vertrag hatte die Reichsregierung mit den ev. Landeskirchen abgeschlossen. In der BRD ist Unterricht Ländersache. Länder und Gemeinden können, auf Antrag, auch weiteren Religionsgemeinschaften erlauben Religionsunterricht anzubieten. Dies liegt im Ermessen der Länderbehörde, es ist kein einklagbares 'Grundrecht'. In Berlin etwa gibt es buddhistischen Religionsunterricht, der von ausgebildeten Pädagogen gegeben wird, nach Lehrplänen der BBU e.V. Der säkulare Staat nimmt auf die Gestaltung und den Inhalt des Religionsunterrichts keinen Einfluss.

Kommentar von 19umut07 ,

mit dem türkei Beispiel habe ich die Türkei vor erdogan gemeint.

Antwort
von RudolfFischer, 11

Religionsgemeinschaften sind Interessengemeinschaften wie Sportvereine. Da der Staat Sport als gesundheitsförderndes Training anerkennt, gibt es Sportunterricht. Ähnlich sind Religion/Philosophie als psychisch fördernd anerkannt, und das führt zu einem entsprechenden Unterrichtsangebot. Wer nichts mit Religion am Hut hat, beschränkt sich eben auf die Philosophie.

Wissenschaft, die in anderen Fächern vermittelt wird, ist kein Ersatz, denn dabei geht es um Vermittlung von Naturgesetzen und Theorien dazu, während Religion und Philosophie für den Geist zuständig sind.

Der Staat muss die Kontrolle haben, dass nichts Staatswidriges gelehrt wird. Die Einbindung in den Unterricht mit beamteten Lehrern ist daher angebracht.

Umgekehrt bestimmen moralische Normen (aus Religion und/oder Philosophie) die Handlungsgrenzen des Staates, die durch eine unabhängige Rechtsprechung auf dem Boden des Grundgesetzes zu prüfen sind. (Das ist zurzeit in der Türkei nicht gegeben.) Bricht der Staat aus diesen Grenzen aus, wie in der Nazizeit, kann Widerstand Staatsbürgerpflicht sein. 

Antwort
von teafferman, 61

Wir haben das sogenannte Konkordat. Kannst Du online nachlesen. Und deshalb haben wir eben eine Sonderstellung zu dieser Frage. 

Bisher sind alle Versuche, dieses Konkordat abzuschaffen, gescheitert. Klagen hat es nach meiner Kenntnis dazu bereits gegeben. Jene, die ich gesehen haben, waren leicht zusammen geschustert. 

Das nutzt aber nun mal Nix:

Wer manchen grundlegenden Widerspruch in unserer Gesellschaft tatsächlich ernsthaft beseitigen will, der sollte sich wert sein, wirklich bis zu den Ursprüngen zurück zu gehen in der rechtlichen Berücksichtigung. 

Jo. Das ist dann tatsächlich einige Arbeit. Die kann nicht von einem einzelnen Menschen geleistet werden. Schon gar nicht kann hier erwartet werden, dass ein Rechtsanwalt oder auch eine Anwaltskanzlei alle Arbeit alleine macht. - Erfahrung zu einem anderen, aber auch so umfangreichen Thema. 

Und dann ist bei dieser Frage schlicht mit zu berücksichtigen: 

Tatsächlich leisten Kirchen eine Menge. Weltweit. Von unser aller Steuergelder. Denn tatsächlich zahlen alle,wirklich alle Steuerzahler in diesem Staat z.B. die Gehälter von Bischof an aufwärts. Und die Arbeit der Finanzämter auch. Und dann gibt es noch weitere Vergünstigungen. Bis reichliche. Die kath. Kirche ist z.B. auf diese Gelder für ihre weltweite Arbeit angewiesen. 

Ok. Soll sich die Kirche da eben zurück ziehen. 

Gut. Dann müssten wir es uns erst mal wert sein, andere politische Vertretungen, allgemeindeutsch Politiker genannt, auszusuchen und zu wählen. Politiker, die genug Eier in der Hose haben, damit die von den Kirchen bisher übernommene Arbeit von den Staaten der Welt geleistet wird. 

Geld ist auch so dafür vorhanden. Das ist gar nicht das Thema. Das Thema ist: 

Wo bleiben unsere Steuergelder?

Nicht immer da, wo es unser Grundgesetz eingesetzt sehen will. 

Kommentar von PatrickLassan ,

Zur Ergänzung:

Das Reichskonkordat ist ein zwischen dem Deutschen Reich und dem Vatikan abgeschlossener Staatsvertrag, der heute noch gültig ist. Es gibt außerdem Staatsverträge zwischen den Bundesländern und den evangelischen Kirchen.

Kommentar von wfwbinder ,

 Und die Arbeit der Finanzämter auch.

Nur der Ordnung halber, für die Erhebung der Kirchensteuer, zieht sich der Finanzminister eine "Inkassogebühr" ab.


    Die Kirchen zahlen den Ländern dafür einen kostendeckenden Betrag in Höhe von zwei bis vier Prozent der Kirchensteuer und können sich dafür den Aufbau einer eigenen Kirchensteuerverwaltung sparen.


Antwort
von Mojoi, 89

Der Religionsunterricht ist konfessionsbezogen. Wer gar keine Konfession / Religionszugehörigkeit hat, wird auch nicht in den Religionsunterricht gezwungen sondern wird alternativ in einem entsprechenden Fach (Ethik o.ä.) unterrichtet.

Hier wird niemand von Staats wegen gegen seine religiöse Überzeugung zwangsunterrichtet. Selbst wer einer bestimmten Konfession angehört und nicht darin unterrichtet werden möchte, hat Ausweichmöglichkeiten.

Antwort
von BTyker99, 26

Ich finde den Religionsunterricht in Deutschland wirklich ekelhaft. Da denkt man als unvoreingenommener Schüler, dass man von einem objektiven Standpunkt aus unterrichtet wird und vielleicht etwas über die Entstehung der unterschiedlichen Religionen lernen würde, oder philosophische Aspekte lernen würde, aber stattdessen wird einem irgend ein Hokus-Pukus erzählt, so als wäre man in der Kirche.

Meiner Meinung nach sollte man an das Thema wissenschaftlich ran gehen und nicht die Schüler indoktrinieren. Dann wäre auch kein nach Konfessionen getrennter Unterricht nötig.

Kommentar von capi89 ,

Auch wenn Dir das jetzt nicht passt, aber der Religionsunterricht ist wissenschaftlich fundiert, wie jedes andere Fach auch! Was glaubst Du denn, was angehende Religionslehrer an der Uni machen, Däumchen drehen? Mal abgesehen davon wird keiner gezwungen am RU teilzunehmen. Wer nicht in der Kirche ist, muss auch nicht teilnehmen, da das ganze eben eng mit der Kirche zusammenhängt und auch zusammenhängen muss (Art. 7, Abs. 3 GG).

Kommentar von BTyker99 ,

Bei uns war das nicht freiwillig, und ich wurde auch nicht freiwillig Mitglied in der Religionsgemeinschaft.

"Auf katholischer Seite [...]. Er soll die jungen Menschen mit den geistigen Überlieferungen vertraut machen, die unsere kulturelle Situation geprägt haben, ihnen bei der Identitätsfindung helfen [...]."

https://de.wikipedia.org/wiki/Religionsunterricht_in_Deutschland#Christentum

Für mich klingt das nach Glaubens-Indoktrination. Was soll meine Identität mit diesem Religions-Quatsch zu tun haben? Nur weil meine Eltern mich in dem Verein angemeldet haben, heißt das nicht, dass ich Spaß daran habe, diesen Unsinn über mich ergehen zu lassen.

Kommentar von capi89 ,

Dann ist das aber eher ein Problem zwischen Dir und Deinen Eltern, die hätten Dich nämlich jederzeit vom RU Abmelden bzw. Dich aus der Kirche austreten lassen können. Selbstverständlich wird im RU konfessionelles Glaubenswissen vermittelt, daran auch zu glauben ist aber definitiv keine Voraussetzung um von gutem RU profitieren zu können. Es geht hier keineswegs um Indoktrination oder Missionierung, so etwas kann und darf Religionsunterricht nicht wollen. Es sollte um die Reflexion der eigenen Identität vor dem Hintergrund einer christlich geprägten Kultur gehen, etwas anderes sagt übrigens auch das Zitat nicht aus.

Antwort
von Referendarwin, 87

Nein, in Frankreich ist die Trennung strikter, wir haben keinen Laizismus.

Deine Frage ist berechtigt, ich finde Religionsunterricht auch banane, jedenfalls bekenntnisorientierten. In Schulen sollte aufgeklärter Unterricht stattfinden.

Kommentar von 19umut07 ,

aber Staat und Kirche sind schon getrennt oder?

Kommentar von Referendarwin ,

Nein. Der Staat treibt ja auch Steuern für die Kirche ein.

Die Kirche muss sich nur aus weltlicher Legaslative, Judikative und Exekutive heraushalten.

Kommentar von PatrickLassan ,

Der Staat treibt ja auch Steuern für die Kirche ein.

Der Staat kassiert aber auch eine Art Provision.

Die Länder behalten als Entgelt für den Einzug der Kirchensteuer je nach Land unterschiedlich 2 % (Bayern) bis 4,5 % (im Saarland) des
Kirchensteueraufkommens ein, in der Regel 3 %.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchensteuer_(Deutschland)#Kirchensteuereinzug_durch_den_Staat

Antwort
von villaberger, 12

Ohne die Kirche und seine Leistungen an die Menschen und an die Gesellschaft könnte ein Staat gar nicht existieren! 

Kommentar von rubicon66 ,

...wie kommst du denn darauf??..umgekehrt wird ein schuh 'draus!

Antwort
von DerBuddha, 42

eine form von religionsunterricht hat NICHTS mit einer "staatsführung" zu tun........natürlich ist in deutschland der staat von der kirche getrennt.....:)

der unterschied zwischen einer religiösen staatsform und einer von der religion getrennten staatsform ist doch nur die führung dieses staates und die auslegung/anwendung von demokratischen rechten oder religiösen rechten...... bedeutet, in einer religiös geführten staatsform steht das wort des betroffenen märchengottes an oberster stelle und jegliche weltlichen gesetze, dinge usw. sind dann diesem untergordnet........... hatten wir in europa auch lange, im mittelalter z.b............aber zum glück sind diese zeiten vorbei........:)

oder vereinfacht, der staat mischt sich nicht in die belange der kirch oder umgekehrt, ein...........:)

Antwort
von robi187, 52

frage lieber mal nach der religionsgeschichte in D?

viele länder können sich eine scheibe abschneiden?

aber es gibt heute ja auch noch die titel von beamte des kaisers? die sogenannte blaublütige?

Antwort
von paulklaus, 14

...u.a. weil es immer gewaltige Unterschiede zwischen Theorie und Praxis gibt !

pk

Antwort
von LienusMan, 70

In Deutschland gibt es keine Trennung zwischen Staat und Kirche

Kommentar von capi89 ,

Natürlich gibt es die, der Staat mischt sich nicht in die Belange der Kirche ein und umgekehrt. Wir haben keine kirchlichen Würdenträger, die von Amtswegen auch staatliche Funktionen ausüben, auch umgekehrt sind die Kirchen in Verwaltung und Gerichtsbarkeit von staatlichen Behörden und Amtsträgern unabhängig.

Kommentar von BTyker99 ,

Die Kirchensteuer wird aber von staatlicher Seite abgerechnet, oder? Und auch der Kirchenaustritt ist nur möglich, wenn man zu einem Amt geht.

Kommentar von LienusMan ,

Kirchliche Würdenträger werden von Steuergeldern bezahlt

Kommentar von capi89 ,

Ja, das stimmt. Hierbei handelt es sich aber um Folgen von Verträgen, die Staat und Kirche miteinander geschlossen haben (Staatskirchenverträge, Konkordate). Zu diesen Verträgen haben sich beide Parteien entschlossen, ohne dass hieraus verfassungsmäßige Zuständigkeiten verletzt werden. Die Trennung von Kirche und Staat bedeutet eben nicht, dass Staat und Kirche nichts miteinander zu tun haben (wie beim Ideal des Laizismus), das würde auch überhaupt nicht funktionieren, da beide in bestimmten Fällen, z.B. dem Religionsunterricht, nach Vorgabe des Grundgesetzes zusammenarbeiten müssen. Auch im Bereich Militärseelsorge, Kinderbetreuung und Krankenversorgung bzw. Diakonie gibt es Angelegenheiten, die sowohl Staat, als auch Kirche betreffen. Um diese Angelegenheiten zu klären, werden Verträge geschlossen. Die Trennung von Staat und Kirche bedeutet nur, dass beide Institutionen in ihren Bereichen selbstständig und ohne Einmischung der anderen Sphäre entscheiden können. Wenn sich nun beide Parteien in entscheiden, in bestimmten Bereichen, z.B. der Steuererhebung, zusammen zu arbeiten, ist das noch kein Verstoß gegen das Nichteinmischungsgebot, das aus der Trennung von Staat und Kirche resultiert.

Kommentar von capi89 ,

Viele katholische Bischöfe, ja das stimmt. Aber auch das liegt in Verträgen begründet und tangiert die institutionelle Trennung von Staat und Kirche nicht. Diese wäre im Bestand gefährdet, wenn ein kirchlicher Würdenträger qua Amt eine weltlich-politisches Funktion ausübt, oder umgekehrt, die Kirche von einer staatlichen Behörde abhängig wäre. Die Besoldung hoher Kirchenbeamter wurde in einem steinalten Konkordat geregelt, das immer noch gültig ist und hängt mit der Säkularisation kirchliche Güter und Besitzungen im frühen 19. Jahrhundert zusammen. Zu dieser Zeit wurde die Versorgung der Geistlichen durch die Erträge der kirchlichen Güter gesichert. Nach der Säkularisation dieser Besitzungen ist diese Versorgungsgrundlage weggefallen und der Staat übernahm die Besoldung, zunächst aller Geistlichen, die zu dieser Zeit Staatsbeamte waren. Mit der zunehmenden Implementierung der Trennung von Staat und Kirche wurden die Geistlichen kirchliche Beamte und auch aus kirchlichen Mitteln, die seit der Erhebung der Kirchensteuern nun zur Verfügung standen, bezahlt. In Konkordaten wurde festgehalten, dass einige Diözesanbischöfe weiterhin eine staatliche Besoldung erhalten, quasi als Entschädigung für die Enteignungen während der Säkularisation.

Antwort
von Grautvornix, 60

Die sind allenfalls auf dem Papier getrennt.

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