Frage von jimmy18, 66

Wenn im Kapitalismus die reichen Firmen die kleinen aufkaufen, ist er dann nicht irgendwann am Ende?

Ein Gedankenspiel:

Ohne Konkurrenz, kein Fortschritt. Eigentlich ein Beispiel der Vergangenheit und mancherorts der Gegenwart. Aber könnte der Kapitalismus "am Ende" nicht sehr ähnliche Züge annehmen? Was meint ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hertajess, 12

Deine Unterstellung stimmt so zunächst mal wenn so platt Kapitalismus betrachtet wird. 

Nun können wir Menschen uns die tollsten Theorien ausdenken und wirklich Alles in unserer Macht Stehende unternehmen um sie durchzusetzen: Die Naturgesetze setzen sich am Ende einfach durch. Mir fallen dazu einige Beispiele ein. Bezogen auf wirtschaftliche Kreisläufe brechen diese auf unserer Erde irgendwann ganz von alleine in sich zusammen unter ihrer eigenen Größe. Denn Größe birgt in sich ab einem gewissen Punkt nicht mehr Stärke sondern zunehmen Schwäche. Es gibt reichlich Literatur dazu. Du wirst sicherlich fündig wenn Du in die Suchmaske des Deutschlandfunk eingibst 

Andruck - Das Magazin für politische Bildung

Aber auch im Archiv des Handelsblatt erinnere ich mehr als einen sehr leicht verständlichen Essay zur Thematik schon gelesen zu haben der auch noch vollgespickt ist mit Quellenangaben. Und sicherlich bin ich mit meiner Aufzählung absolut nicht fertig auch wenn ich damit aufhöre. 

Antwort
von Interesierter, 44

Nein, diese Sicht der Dinge ist zu einseitig. 

Zum Einen brauchen die großen Unternehmen kleinere Unternehmen als Zulieferer und Nachunternehmer. Auch ein großes Unternehmen kann nicht alles selbst machen. 

Ausserdem sind auch die großen Unternehmen einem stetigen Wandel unterworfen. Auch große Unternehmen schrumpfen oder verschwinden gar ganz vom Markt. Der Markt bereinigt sich dadurch von selbst. 

Kleine Unternehmen kommen gerade in Marktnischen, die von den großen Unternehmen nicht bedient werden, oftmals sehr gut zurecht. Ausserdem sind kleine Unternehmen oftmals durch die familiäre Struktur großen Unternehmen überlegen, da sie kleine und effiziente Strukturen nutzen können, während große Unternehmen durch ihren Wasserkopf träge werden. 

Fatal wird es dann, wenn eigentlich gescheiterte, große Unternehmen aus Angst vor dem Verlust der Arbeitsplätze durch staatliche Eingriffe künstlich am Leben erhalten werden. Dadurch werden die Selbstreinigungs-Mechanismen der Märkte ausser Kraft gesetzt und kleinen, aufstrebenden und innovativen Unternehmen der Platz zur Entfaltung genommen. 

Antwort
von MrHilfestellung, 66

Wenn es keine staatlichen Kontrollen geben würde, würde es irgendwann zu so etwas kommen, ja.

Kommentar von surfenohneende ,

JA & DH!

Kommentar von Interesierter ,

Hier sollte genau betrachtet werden, ob staatliche Kontrollen und Eingriffe in die Märkte langfristig wirklich sinnvoll sind. 

Grundsätzlich macht es wenig Sinn, einen Markt künstlich im Ungleichgewicht festhalten zu wollen. Das Ergebnis wird immer eine unerwünschte Verschiebung der Machtverhältnisse sein, wie wir sie ja heute schon beobachten können. 

Viele Missstände in Deutschland sind weniger das Ergebnis eines zu freien Marktes, als vielmehr die langfristigen Folgen einer Überregulierung und Setzung falscher Anreize durch staatliche Subventionierung. 

Die Politik sollte sich daher weniger darauf konzentrieren, die Märkte lenken zu wollen und vielmehr negative Auswirkungen sozial verträglich abzudämpfen.

Kommentar von gnhtd ,

Das fehlen Staatlicher Eingriffe führte zur grössten Wirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts und war mit ein Grund für den Zweiten Weltkrieg - Staatliche Eingriffe, egal welcher Frist, machen durchaus Sinn...

Kommentar von lesterb42 ,

Das Gegenteil  ist der Fall. Reichskanzler Brüning und andere haben durch staatliche Eingriffe die wirtschaftliche Lage zusätzlich verschärft.

Antwort
von gnhtd, 27

Ich bin im Gymnasium für Wirtschaft&Recht und das ist korrekt: Der freie Kapitalismus führt in seinen Grundzügen zur Monopolbildung - und das obwohl der Kapitalismus das Model ist, in dem vollkommene Konkurrenz als am Kundenfreundlichsten (eigentlich allgemein am besten) ersichtlich ist.

Dies ist mitunter ein Grund, warum der 'gemischte' Markt (welcher sowohl staatliche Eingriffe in dem Markt als auch ein gesundes Mass an Selbstständigkeit in verschieden Variationen bedeutet) sich nicht nur immerwieder Geschichtlich bewährt hat sondern auch die beste Option unserer heutigen Marktmodellen ist.

Antwort
von voayager, 28

Vergiß nicht die Konkurrenz der Monopole untereinander. Wer übrigens aufkauft, verkauft auch wieder einen Teil der Aufkaufmasse, auch das kann ständig beobachtet werden. Kommt hinzu, dass nie das ganze Kleinkapital aufgekauft wird, das wäre nicht sinnvoll.

Antwort
von gottesanbeterin, 17

Aber sicher, er, der Kapitalismus gleicht einem Krebsgeschwür, das irgendwann als Folge seines Wachstums den Wirt, und damit seine eigene Grundlage, vernichtet.

Antwort
von Traveller24, 25

Der Fortschritt wird ja oft gerade durch neue und kleine Firmen vorangebracht. Jetzt gerade erleben wir ja, wie riesige und zum Teil Generationen alte Unternehmen wie die Telekom oder Siemens von Unternehmen bedrängt werden, die manchmal gerade mal ein paar Jahre alt sind. Firmen, die noch vor 10 Jahren absolut marktbeherrschend auf dem Handy-Markt sind, wurden verdrängt von Firmen, die vor 10 Jahren noch niemamd kannte.

Antwort
von rehgiiina, 34

Der Kapitalismus ist ideologisch bereits am Ende.

Die Theorie vom "ständig wachsen" kannst Du zu Hause mal in einem Rattengehege austesten.

Dort zeigt sich was gerade auf der Welt passiert:

Die Fetten fressen nach sinnloser Vermehrung den Kleinen die Lebensmittel weg, gibt es kaum noch Lebensmittel fressen die Fetten die Kleinen selbst.

Das Problem dieser ERDE heißt Übervölkerung.

Geburtenkontrolle ist angesagt wenn wir überleben wollen.

Kommentar von gnhtd ,

Überbevökerung ist genau kein Problem, sondern das Symptom eines Demographischen Wandels (welcher sich heute in Afrika und Asien genauso abspielt wie er es vor einigen hundert Jahren in Europa tat). 

Europa z.B. erlebt heute eine starke Überalterung und einen Bevölkerungsrückgang welcher, genau wie die resultierenden Kosten, nur durch Zuwanderung gedämpft wird. 

Wenn man nun die Geschichte Europas anschaut sollte einem eigentlich auffallen, dass eine stärkere Modernisierung (höherer Lebensstandart, Verhütung, ...) noch rückständiger Länder Überbevölkerung verunmöglicht bzw. verunmöglichen wird sofern wir an diesem Punkt angelangen.

Antwort
von GuidoFawk, 8

Der Kapitalismus ist zum Scheitern verurteilt ! Das ist Fakt.

Kommentar von lesterb42 ,

wir sind beeindruckt.

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