Wenn ich mit 15 ein Schweizer taschenmeesser hab und draußen wollen mich leute abstechen und ich sie absteche krieg ich eine strafe obwohl das Notwehr war?

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7 Antworten

NOTWEHR wird geregelt in §32StGB, www.gesetze-im-internet.de/stgb/__32.html
danach darf man alles ! tun was "erforderlich" ist einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.
Lass dir nicht einreden du dürftest erst reagieren wenn der Angriff schon im Gange ist, bei einem Angriff mit Tötungsabsicht wäre das eindeutig zu spät.
Da steht nichts von Verhältnismäßig. Es kann auch Notwehr sein einen unbewaffneten Angreifer zu töten, man muss sich auch keinesfalls auf einen Kampf mit ungewissem Ausgang einlassen.
Andererseits wird jede Körperverletzung nachträglich durch unser Rechtssystem im Einzelfall untersucht und
dann werden Unbeteidigte anhand der Fakten und Zeugenaussagen entscheiden ob die Tat "erforderlich" war oder bestraft wird.
Es gibt kein Rezept und keinen Freibrief für eine Situation die jemand von vornherein ein Recht auf ein bestimmtes Notwehrverhalten zuspricht.
Wenn du dir einen Überblick verschaffen möchtest was Gerichte für Urteile fällen lies hier:
https://dejure.org/dienste/lex/StGB/32/1.html

Das Führen von Messern regelt § 42a WaffG
Kurzfassung: Verboten ist das Führen (unverschlossen dabeihaben) von Messern die als Waffe gelten (Dolch, Karambit, Springmesser ...)
Außerdem verboten ist das Führen von feststehenden Messern mit Klingen über 12cm Länge und von allen Messern die einhändig verriegeln (Einhandmesser)
http://www.gesetze-im-internet.de/waffg\\_2002/\\_\\_42a.html

Abgesehen davon ist ein Messer zur Verteidigung völlig ungeeignet weil du die Wirkung nie sicher vorhersagen/kontrollieren kannst.
Schlecht getroffen und du ärgerst ihn so dass er dich richtig fertig macht oder ein paar Millimeter daneben und du triffst statt Fleisch/Muskel ein Blutgefäß und der Angreifer verblutet.
Dann macht dich hinterher ein Richter fertig wenn du nicht glaubhafte Zeugen hast die dir Notwehr bezeugen.

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Okay, um mal ein paar blöde Kommentare zu korrigieren:

- Man darf (unabhängig vom Alter) Taschenmesser in der Öffentlichkeit führen, die eine Klingenlänge von nicht mehr als 12cm haben und die sich nicht einhändig öffnen lassen.

- Man darf unter 18 (unabhängig von der Klingenlänge) keine Messer führen, die als Waffe gedacht sind, also Dolche, Butterflys, usw.

Ein Schweizer Taschenmesser ist also total legal und erlaubt.

Nun zu deiner Situation: Wenn du bedroht wirst, solltest du erst alles(!) andere versuchen. Niemand wird dich grundlos erstechen und die Wahrscheinlichkeit, dass du stirbst, sobald Waffen im Spiel sind, steigt statistisch gesehen um das 10-fache.

Rein psychologisch gesehen, kann man am besten entkommen, indem man den Gegner verwirrt und davonläuft. Wenn du also sagst "Ich muss noch schnell meinen Brokkoli zum Bahnhof bringen", dich umdrehst und weggehst und dann anfängst zu rennen, hast du gute Chancen ;)

Erst wenn die Situation ausweglos ist, darfst du dein Messer als Waffe einsetzen. Auch wenn ein Schweizer Messer dazu fast ungeeignet ist, weil es lange braucht zum Öffnen und sich eher einklappt als zu verletzen. Tötest du jemanden dabei, musst du nachher beweisen oder bezeugen, dass du es zum Schnitzen dabei hattest, es zufällig einsetzen konntest und es die einzige Möglichkeit war, dein Leben zu retten.

Wenn du von einer Gruppe angegriffen wirst und einen tötest, kannst du davon ausgehen, dass du danach eher qualvoll stirbst.

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Kommentar von X111erX
21.06.2016, 00:18

Ja das stimmt danke

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Kommentar von Laestigter
21.06.2016, 02:06

Um mal Deinen "blöden" Kommentar zu korrigieren:

Die 12cm Klingenlänge gelten nur für feststehende Messer, also Messer, die nicht einklappbar sind! Diese feststehenden Messer mit Klingen BIS 12cm darf man führen.

Man darf einhändig VERRIEGELNDE Messer nicht führen, die Klingenlänge ist dabei egal, keine Obergrenze!

Nachzulesen unter §42a WaffG (Man muss natürlich wissen und verstehen, was das Wort "oder" bedeutet, damit man das nicht zusammenbastelt, so wie hier geschehen)

Es ist also erlaubt, Messer, die zwar einhändig zu öffnen sind, aber nicht verriegeln mit sich zu führen. Genau so, wie Klappmesser, die nur mit zwei Händen zu öffnen sind und verriegeln oder nicht verriegeln.

Butterflys sind VERBOTENE Messer - schon der Besitz ist strafbar, etgal wie alt man ist - das ist der Gipfel des Blödsinns, der geschrieben wurde..

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Kommentar von ES1956
21.06.2016, 15:50

- Man darf (unabhängig vom Alter) Taschenmesser in der Öffentlichkeit führen, die eine Klingenlänge von nicht mehr als 12cm haben und die sich nicht einhändig öffnen lassen.

Falsch.

die Wahrscheinlichkeit, dass du stirbst, sobald Waffen im Spiel sind, steigt statistisch gesehen um das 10-fache.

Beweise? 

Erst wenn die Situation ausweglos ist,

Quatsch, dann ist es zu spät.

musst du nachher beweisen oder bezeugen, dass du es zum Schnitzen dabei hattest, 

Blödsinn.

3

Die Verhältnismässikeit muss gegeben sein - Du darfst Dich mit allem verteidigen, was Dir in die Hände kommt.

Wenn die Gegenseite aber "ablässt" musst du sofort aufhören , dich zu verteidigen!

Grundsätzlich ist es besser, davonzulaufen, das hat nichts mit Feigheit zu tun, sondern mit gesundem Menschenverstand!

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Kommentar von X111erX
21.06.2016, 15:37

Bin sehr langsam

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ja

folgendes ist zb auch strafbar:

stell dir vor du hast angst vor einbrechern und hast ein messer neben dem bett, wenn jetzt ein einbrecher kommt, darfst du dieses messer nicht benutzen, da du es vorsätzlich neben dein bett gelegt hast um jemanden zu verletzen; damit es notwehr ist, muss du einen gegenstand nehmen, der zufällig in der nähe ist

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Kommentar von X111erX
21.06.2016, 00:10

Ich kömmte sagen das der messer zufällig auf mein tisch lag oder so

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Kommentar von ES1956
21.06.2016, 10:09

Diese Behauptung entbehrt leider jeden Bezug zur Realität. Selbstverständlich darf man sich auf Notwehr vorbereiten.

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Wenn du dich umbgringen willst ist das der beste Weg.

Wenn jemand ein Messer zieht und dich angreifen will, dann drehst du dich um und gehst. Das ist statistisch die beste Variante. Die wenigsten stechen in den Rücken.

Jeder, der wirklich Ahnung vom Messerkampf hat und sich gleichzeitig mit den Statistiken auskennt, macht alles um niemals in einen zu geraten. Zudem ist ein Schweizer Messer auch eine schlechte Wahl für einen Kampf.

Zu deiner Frage: Notwehr muss als solche vor Gericht anerkannt werden, dann bekommst du keine Strafe. Das ist aber einzelfallabhängig. So wie du aber schon fragst wird das nicht annerkannt werden. Denn "abstechen" ist keine Notwehr. Ziel muss das Beenden des Angriffs sein, nicht das Töten des Angreifers.

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Das würde ein Gutachter feststellen, ob die Verteidigung angemessen war.

Aber mit einem Schweizer Taschenmesse solchen Schaden anzurichten, ist ein Kunststück.

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Kommentar von X111erX
21.06.2016, 00:08

Haha stimmt

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Nimm lieber Haarlack ^^

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