Frage von Nevioneo, 48

Wenn ich meine Ausbildung kündige, kann ich dann nicht mehr die selbe Ausbildung machen?

Hallo, ich bin im 1. Lehrjahr zur Kauffrau im Einzelhandel. Ich stehe seit mehreren Wochen alleine im Geschäft und soll Kunden beraten. Ich habe die Möglichkeit am 1.8. Nochmal komplett neu anzufangen, ebenfalls als kauffrau im Einzelhandel kann ich mit einer 4 Wochen Frist Kündigen? Oder kann ich dann nicht mehr im selben Beruf ausgebildet werden? Vielleicht hat jemand eine Idee was ich noch machen könnte

Antwort
von KleinerEngel18, 9

Nach der Probezeit wird eine Kündigung schwer. Du brauchst einen genauen Grund um die Ausbildung abzubrechen. " Ich fühle mich nicht mehr wohl" wird da nicht reichen. Das ist der Schutz nach der Probezeit für deinen Arbeitgeber, aber auch für dich.

Du kannst mit der IHK sprechen oder mal zu einem Lehrer gehen, die kennen sich mit solchen Problemen aus. Allerdings werden diese schauen, dass sie mit deinem Ausbilder / Chef sprechen und dass sich in deinem Betrieb etwas ändert.

Antwort
von Familiengerd, 17

kann ich mit einer 4 Wochen Frist Kündigen?

Mit der Frist von 4 Wochen kannst Du nach der Probezeit kündigen - allerdings ohne Probleme nur dann, wenn Du die Berufsausbildung ganz aufgeben oder in einem anderen Beruf fortsetzen willst.

Die Möglichkeit zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund besteht immer.

Oder kann ich dann nicht mehr im selben Beruf ausgebildet werden?

Selbstverständlich kannst Du immer noch im selben Beruf ausgebildet werden (ein grundsätzliches Verbot wäre mit dem Grundrecht auf frei Wahl der Berufs/der Berufsausübung nach dem Grundgesetz GG nicht vereinbar).

Wenn Du jedoch ordentlich oder fristlos ohne einen entsprechend notwendigen Grund kündigst, kann Dein früherer Ausbilder Schadenersatzansprüche gegen Dich geltend machen (sofern ihm ein Schaden entstanden ist), wenn er "mitbekommt", dass Du Deine Ausbildung in einem Konkurrenzbetrieb fortsetzt.

Auf der Seite  http://jugend.dgb.de/ausbildung/deine-ausbildung/in-der-ausbildung/probleme-in-d...; heißt es zu Deinem Problem:

Jeder hat ein Grundrecht auf freie Berufswahldas steht in der deutschen Verfassung. Deshalb hast du immer die Möglichkeit, mit einer Frist von vier Wochen zu kündigen, wenn du die Berufsausbildung aufgeben und/oder den Ausbildungsberuf wechseln willst (§22 Berufsbildungsgesetz). Es genügt, wenn zum Zeitpunkt der Kündigung der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe oder zum Berufswechsel vorliegt. Das bedeutet aber nicht, dass du die Ausbildung in diesem Beruf nie wieder fortsetzen kannst. Du kannst deine Meinung auch wieder ändern, dich erneut bewerben und die Berufsausbildung in demselben oder in einem anderen Betrieb fortsetzen. Zum Zeitpunkt der Kündigung muss aber der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe vorliegen und du solltest diese Kündigung nicht verwenden, wenn du nur den Ausbildungsplatz wechseln willst. Wenn du ordentlich kündigst aber nur den Ausbildungsplatz wechseln willst und dein ehemaliger Betrieb dahinter kommt, kann er dich unter Umständen auch Schadensersatz verklagen. Zudem kann es zu Problemen mit der zuständigen Kammer beim Eintragen deines neuen Ausbildungsverhältnisses kommen.

Darum solltest Du Dich vor einer Kündigung unbedingt mit dem Ausbildungsberater der für Dich zuständigen Kammer in Verbindung setzen!

Antwort
von DerHans, 33

Genau dafür ist ja die Probezeit gedacht. In diesen 4 Monaten solltest du festgestellt haben, ob du für diesen Beruf geeignet bist.

Danach kannst du das nur noch mit VORHERIGER Zustimmung der IHK

Kommentar von Maximilian112 ,

Das Problem wird wohl weniger der Beruf sondern eher der Betrieb sein.

Kommentar von DerHans ,

Auch den Betrieb lernt man ja in 4 Monaten kennen. 

Es soll ja verhindert werden, dass Unternehmen sich gegenseitig die Azubis abwerben

Kommentar von Nevioneo ,

Meine Probezeit ging nur 3 Monate und danach fingen die probleme erst an 

Kommentar von DerHans ,

Wie gesagt.

Eine Aufhebung des Ausbildungsvertrages ist mit Hilfe der IHK möglich. Natürlich wird sie zuerst versuchen, das laufende Verhältnis in die richtige Spur zu bringen.

Antwort
von Maximilian112, 29

Wenn der Lehrbetrieb seinen Pflichten nicht nachkommt (Dich auszubilden!) kannst du schon eine Küpndigung schreiben. 

Ich würde mit dem Bildungsträger (IHK ?) in Verbindung treten und das Problem dort schildern.

Eine weitere Möglichkeit wäre auch ein Aufhebungsvertrag mit dem jetzigen Betrieb.

Kommentar von Nevioneo ,

Ich habe das Problem bereits mit der IHK besprochen aber die sagten nur das ich den aufhebungsvertrag zum 1.8 machen soll aber so lange möchte ich dort nicht mehr bleiben, da ich 1. Neu anfange und 2. In meinem neuen Betrieb schon vorab anfangen könnte. 

Kommentar von Maximilian112 ,

Die Zustimmung für den Aufhebungsvertrag müßte aber mE vom AG kommen. Mit dem müßtest Du über eine Aufhebung reden.

Mein Hinweis auf die IHK war ja wegen Nichteinhaltung des Lehrvertrages. Red mit dem AG und wenn der nicht will dann schreib eine fristgemäße Kündigung mit entsprechender Begründung.

Diese schickst Du gleichzeitig zur IHK. Schließlich sind die schon informiert.

Kommentar von DerHans ,

Da könnte der "neue Betrieb" ein Problem mit der IHK bekommen. Der ist dort schließlich ebenfalls Mitglied

Kommentar von Maximilian112 ,

wenn der alte Betrieb den Lehrvertrag nicht einhält? 

So habe ich jedenfalls die Frage verstanden.

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