Frage von LadybirdCoco,

Wenn ich ein Buch von einem Verlag herausgeben will, was muss ich vorher tun?

Hallo zusammen!

Schon seitdem ich denken kann möchte ich ein Buch schreiben und ganz besonders seit der Zeit da Harry Potter heraus gekommen ist versuche ich mich an kleineren und größeren Projekten. Nun will ich mich an einem "richtigen" Buch versuchen. Nun stellt sich mir aber die Frage:

Was für einen Wertegang muss ich vorher durchlaufen. also z.B. müsste ja irgendwer das Buch vorher auf Fehler oder überhaupt Grammatik lesen?! Wer würde sowas machen und wie müsste ich mich danach weiter verhalten? Gibt es noch etwas, dass man beim Schreiben oder prüfen bzw auf dem Weg zur Veröffentlichung beachten sollte?

ACHTUNG! Ich weis, dass es die "Schule für´s Schreiben" gibt leider kann ich mir die Monatlichen Kosten selbst für einen einfachen Kurs nicht leisten hat man überhaupt als graue Kirschenmaus eine Chance was zu erreichen in Sachen: "Buch veröffentlichen" oder nicht?

Danke schon einmal für Eure Antworten!

Hilfreichste Antwort von SetzKuss,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Erster Teil meiner Antwort:

Du willst ein Buchmanuskript schreiben, oder hast es bereits geschrieben und bist jetzt auf Verlagssuche. Hier ein paar "grundlegende" Tipps, die man aber noch intensivieren und weiter recherchieren sollte, um das ganze Spektrum abzudecken:

Du kannst deine Manuskripte an so viele Verlage gleichzeitig schicken wie du willst! Das ist auch ratsam, denn die Verlage warten mit den Antworten mehrere Wochen, mitunter sogar Monate (wenn sie überhaupt antworten). Wenn du also immer nur ein Manuskript an einen einzigen Verlag schicken würdest, müsstest du jahrelang warten, bevor du von mehreren Verlagen eine Antwort hättest. Also sucht man sich erstmal die für dein Genre in Frage kommenden Verlage aus und bereitet dann das Exposé vor, das man dann an mehrere Verlage schickt. Sollte ein Verlag dann wirklich "Interesse zeigen", wird man dir einen Vertrag oder einen Vorvertrag anbieten. solange du diesen Vertrag nicht hast, kannst du deine Manuskripte anbieten an wen du willst.

Man schickt nicht gleich das gesamte Manuskript, sondern nur ein Exposé, also eine kurze aber aussagekräftige Zusammenfassung der Handlung von etwa einer bis zwei Seiten. Hinzugefügt wird ein sehr kurzer Lebenslauf (eventuell mit bereits erfolgten Veröffentlichungen), sowie zwei oder drei Kapitel (oder 20 bis 30 Seiten). Wenn man auf Rücksendung Wert legt, muss man einen frankierten Rückumschlag beilegen.

Um dir Zeit, Geld und Fotokopien zu sparen, solltest du vorher bei den Verlagen (die du auf Grund deiner Recherche und Analyse in die engere Wahl genommen hast) anrufen, dort dich zum für dein Genre zuständigen Lektorat verbinden lassen und im persönlichen Gespräch abklären, ob überhaupt Interesse und Bedarf für dein Werk besteht und ob du bitte ein "Exposé" schicken darfst. Das erspart dir viele Enttäuschungen, außerdem Zeit und Geld.

Die Verlage und Literatur-Agenturen sind dermaßen überlastet (und werden mit Manuskripten bombardiert), dass du in der Regel mindestens 50 Verlage anschreiben musst (aber auch das bietet noch keine Sicherheit); nur eins von rund 500 eingereichten Manuskripten kommt in die engere Auswahl.

Heutzutage haben die Verlage eigentlich kaum noch den Erstkontakt mit den Autoren. Das läuft meistens über Literatur-Agenturen, die mit den Autoren zusammenarbeiten, den Verlagen dein Manuskript anbieten und dich später (gegen Gebühr bzw. Provision) gegenüber dem Verlag betreuen. Da aber auch die Agenturen überlastet sind, ist es verdammt schwer, als Neuling bei denen den Fuß in die Tür zu bekommen. Seriöse Literatur-Agenturen findest du im Web...uschtrin de

Weitere Tipps, Autorenforen und Adressen habe ich hier zusammengestellt: http://www.kussmanuskripte.de/tipps-fuer-autoren.html

Kommentar von SetzKuss,

Zweiter Teil meiner Antwort:

Wie gehe ich vor, wenn ich ein Buchmanuskript geschrieben habe, aber keinen Verlag finde und das Buch erstmal selbst verlegen möchte?

Erstens: Natürlich könntest du dich erstmal an Druckereien wenden und dort Kostenvoranschläge holen. Aber Druckereien müssen ihre modernen Druckmaschinen auslasten und befassen sich in der Regel nicht mit Kleinauflagen. Außerdem ist es ja mit dem reinen "Druck" nicht getan; zur "Verlagsarbeit" gehört viel mehr: Vorher muss ja das "Layout" hergestellt werden. Das macht entweder - gegen Gebühr - ein Layout-Studio (oder Grafik-Studio), oder du machst es selbst (das kann man lernen und mit einem normalen Textverarbeitungsprogramm hinkriegen. Mit dem gleichen Textverarbeitungsprogramm - oder mit der Duden-Korrektur - musst du vorher die Rechtschreib-Korrektur vornehmen; oder dir - gegen Gebühr - ein Lektorat nehmen). Das sind nämlich - neben dem Druck - alles Arbeiten, die entweder ein Verlag übernimmt, oder die du selbst übernehmen musst.

Zweitens: Nun bieten sich wie abgestandenes Bier so genannte „Kostenzuschussverlage“. Die verlangen für die Veröffentlichung deines Buches mehrere tausend Euro. Meine Warnung: Lass unbedingt die Finger davon. Das sind Abzocker. Du zahlst dich tot und hast nur Nachteile und nicht einen einzigen Vorteil. Um mehr über diese Methoden zu erfahren, google doch mal mit dem Suchbegriff "Aktionsbündnis faire Verlage".

Drittens: Es ist hinlänglich bekannt, dass man nur sehr, sehr schwer an einen "richtigen" Verlag herankommt. (Wie das abläuft und warum das so ist, muss aus Platzgründen in einem anderen Beitrag erörtert werden). Wenn man aber momentan keinen „richtigen“ Verlag findet, dann gibt es derzeit nur eine einzige seriöse Möglichkeit, ein eigenes Buch sauber und korrekt, in kleiner Auflage und vor allem „preiswert“ , nämlich gratis oder für 39 Euro zu veröffentlichen. Das ist das Verfahren „Books on Demand“ (siehe www.bod.de, wo du alles bis in die letzte Kleinigkeit erklärt bekommst). Die geben dir ein Programm in die Hand, wo du deinen Text selbst gestaltest und denen dann den druckreifen Text online übermittelst. Dein Text wird dann digitalisiert, du bekommst eine eigene ISBN-Nummer, erscheinst in der „Libri-Liste der lieferbaren Bücher“ und Leser können es bei Amazon und anderen Internet-Händlern oder bei Buchhändlern deutschlandweit und sogar in den USA bestellen. Außerdem bekommst du bei BOD eine eigene Webseite und viele Vermarktungstipps. Für diese Verlags-Vorleistung bezahlst du einmalig 39 Euro und dann noch einmal pro Monat etwa 1,50 Euro Bearbeitungsgebühr. Du bestimmst den Verkaufspreis und bekommst am Jahresende eine Provisionsabrechnung der verkauften Exemplare. Es liegt an deinen "Eigeninitiativen" und an deiner "Marktstrategie", wie gut "dein Geschäft" läuft. Du kannst auch Exemplare für deinen Eigenbedarf bestellen (z.B. selbst verkaufen, Verwandten oder Freunden verschenken, richtigen Verlagen abieten...).

Bevor ich meine Bücher in "richtigen" Verlagen veröffentlichen konnte, habe ich erfolgreich und zufrieden mit BOD gearbeitet. Noch heute verlege ich einen Teil meiner Bücher dort.

Antwort von mha1213,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Informiere Dich mal auf der Plattform für Hobbyautoren: www.bod.de/autorenpool/ - Dort sind Deine Fragen sicherlich besser aufgehoben, als hier...

Kommentar von SetzKuss,

Richtig! Solche Fachfragen sollte man lieber in einem Fach-Forum stellen, dort bekommt man einigermaßen brauchbare Antworten, u.a. hier: www.autorenforum.de

Antwort von AnnJabusch,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Deine Anfrage liest sich so, als hättest du noch nicht einmal überhaupt mit dem Schreiben begonnen, geschweige denn mit dem Scheiben des Buches.

Wie wäre es denn, wenn du überhaupt erst einmal anfängst damit? Denn: Kannst du aus dem Stand einen dreifachen Salto? Ne, oder? Du wirst vermutlich mit Lockerungsübungen anfangen, dann einen einfachen Sprung üben, und erst, wenn der perfekt ist, den zweifachen und ganz zum Schluss den dreifachen.

Und beim Schreiben ist es wie mit allen anderen Sachen auch: Man muss üben, üben, üben, üben und nochmal üben. Und erst dadurch lernt man das Schreiben, entwickelt seinen eigenen Stil und lernt auch, wie man Verlagen begegnet. Suche dir Schreibgruppen, tausche dich mit anderen Autoren aus, beteilige dich an Schreibwettbewerben usw.

Wenn du DANN soweit bist, dass du ein en ganzen dicken Roman schreiben kannst und willst, dann weißt du auch, was du mit deinem Manuskript anstellen sollst.

Viel Erfolg

Antwort von enteenteente2,

Also bevor Du es an einen richtigen Verlag sendest, solltest du nochmal alles grob auf Fehler durchlesen, dass ist aber nicht sooo wichtig, weil normalerweise der Verlag das Manuskript nochmal überprüft.

Viele Verlage wollen ein Exposé oder nur ein Probekapitel bevor Du ihnen das ganze Manuskript sendest. Das steht aber normalerweise auf der Homepage des Verlages. Dann schreibst du den Verlag an, Du solltest Dich aber vorher informieren, ob es ein seriöser Verlag ist und kein Druckkostenzuschussverlag (das sind im Prinzip nur Druckereien und Du musst ziemlich viel Geld bezahlen, ein seriöser Verlag ist kostenlos).

Am Besten versuchst Du es bei einem kleineren Verlag, denn bei den richtig großen Verlagen landen Manuskripte von unbekannten Autoren meist ungelesen im Mülleimer und bei den kleineren bekommt man immerhin eine faire Chance.

Ansonsten solltest Du Dein Manuskript einfach zu mehreren Verlagen senden und Dich nicht entmutigen lassen, wenn mal eine Absage kommt (passiert nämlich leider auch häufig).

Viel Glück!

Kommentar von SetzKuss,

Bei den meisten Punkten gebe ich dir uneingeschränkt Recht. Aber bei dem Satz:

...dass ist aber nicht sooo wichtig, weil normalerweise der Verlag das Manuskript nochmal überprüft.

kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Ich bin seit 30 Jahren im Autorengewerbe, aber ich habe noch keinen Verlag erlebt, der fehlerhafte Manuskkripte berücksichtigt, bzw. selbst korrigiert. Das machen höchsten Abzocker-Verlage (also so genannte "Kostenbeteiligungsverlage"), die dir dafür eine Unmenge Geld abknöpfen. Oder du musst dir vorher ein Lektorat gegen Honorar nehmen, um dein Manuskript verlagsgerecht "aufbereiten" zu lassen.

Wenn ein Manuskript überhaupt eine Chance haben will, dann muss es von Anfang an fehlerfrei, sauber und stilistisch richtig geschrieben sein. Punkt!

Kommentar von enteenteente2,

Also ich meinte das jetzt nicht so, dass in jedem Satz ein Fehler steckt, aber jeder übersieht mal was, dass ist menschlich :)

Kommentar von SetzKuss,

okay, akzeptiert! Sogar Lektorate übersehen ab und zu mal einen Fehler. Aber der Autor sollte sich von Beginn an um ein sauberes und fehlerfreies Manuskript bemühen, das erhöht die Chancen enorm. Alles andere hinterlässt im Verlag einen äußerst negativen Eindruck.

Antwort von ribomat,

ich würde es gern für dich durchlesen und korrigieren. und dann schickst du es an verscheidene verlage und hoffst, dass du genommen wirst,...

Kommentar von SetzKuss,

Einfach eine(r)m Fremden ein Buchmanuskript überlassen? Bist du professionelle Lektor(in)? Hast du nachweisbar Erfahrungen auf diesem Gebiet? Hast du Germanistik oder Literaturwissenschaft studiert? Oder arbeitest du anderweitig in einem Beruf, der wenigstens ansatzweise etwas mit Literatur, Rechtscheibung und Stilistik zu tun hat? Hast du Referenzen und verfügst über eine bekannte Anschrift? Welche Voraussetzungen bringst du sonst noch mit, um ein Buchmanuskript "verlagsgerecht" zu lektorieren? Wie viele Manuskripte hast du bisher lektoriert? Wie viele wurden danach von einem Verlag angenommen?

Nach zufriedenstellender Beantwortung dieser Fragen können wir gerne noch mal über dein Angebot reden.

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