Frage von monetensig, 140

Wenn ich 2016 Geld 'verschenke' , kann ich dann 2017 Alg2 beantragen, oder wird das ermittelt?

Antwort
von DerSchopenhauer, 70

Zum Vermögen gehören auch Rückforderungs- und Rückübertragungsansprüche nach § 528 BGB.

Nach dieser Vorschrift kann der Schenker die Herausgabe des
Geschenks nach den Vorschriften über die Herausgabe einer
ungerechtfertigten Bereicherung zurückfordern, soweit der Schenker nach
der Vollziehung der Schenkung außerstande ist, seinen angemessenen
Unterhalt zu bestreiten.

Gem. § § 33 SGB II kann das Jobcenter verlangen, daß die Schenkung rückgängig gemacht werden muß und zwar grundsätzlich bis zu 10 Jahren zurück.

Die geschenkte Sache muss noch existieren und z. B. bei Geldbeträgen darf keine "Entreicherung" (§ 818 BGB) stattgefunden haben. Der Beschenkte muss also in der Lage sein, auch tatsächlich etwas zurückzugeben.

Angesehen davon sind bei einer Schenkung auch die Vorschriften über die Schenkungsteuer zu beachten...

Antwort
von berlina76, 87

Wenn es sich um ein paar tausend Euro handelt, die mit einmal von deinem Konto fehlen wirst du dich eventuell bei einer Kontoprüfung dafür rechtfertigen müssen, das kann soweit gehen, das du die Schenkung zurückverlangen mußt.

Kleinstgeschenke sind irrelevant

Kommentar von Bleihorn ,

Schenkung zurückverlangen? Hat der Beschenkte kein Recht auf Besitz mehr heutzutage?

Kommentar von berlina76 ,

Nein nicht unbedingt. Wenn eine Schenkung den Schenker in den Ruin treibt, sein Vermögen insofern verringert, das er vom Amt abhängig wird ist die Schenkung nichtig und kann zurückgefordert werden, das Amt kann dies zu einer Auflage machen.

Desweiteren gibt es bei höherwertigen Geschenken (Immobilien, größere Geldgeschenke) auch die 10 Jahresregel.

Beim Versterben des Schenkers kann die Erbengemeinschaft pro noch nicht vergangenem Jahr 10 % der Schenkung zurückfordern.

Dasselbe gilt bei nachweis von groben Undank des Beschenkten zum Schenker.

Kommentar von SirKermit ,

"Schenkung zurückverlangen? Hat der Beschenkte kein Recht auf Besitz mehr heutzutage?"

Selbst bei einer Insolvenz, bei der mal eben das Haus und andere Dinge auf den Partner oder die Partnerin überschrieben wurden, geht das ähnlich unangenehm ab: https://www.akademie.de/wissen/ehepartner-insolvent/retten-was-zu-retten-ist

"Die vorsätzliche Benachteiligung

Eine wesentlich längere Anfechtungsfrist, nämlich zehn Jahre, gelten für solche Rechtshandlungen, mit denen der Schuldner ganz bewusst sein Vermögen verschiebt,
um später die Insolvenzgläubiger benachteiligen zu können und
derjenige, der aus dieser Handlung begünstigt wird, diese Absicht kennt
oder weiß, dass die Zahlungsunfähigkeit droht ( § 133 InsO). "

Nix da mit geschenkt ist geschenkt.

Antwort
von Ifm001, 58

Das kommt auf den Sachbearbeiter an. Der kann für mehrere zurückliegende Jahre Belege von dir einfordern. Schenkungen können in solchen Fällen auch rückgängig gemacht werden. Schön, wenn der Beschenkte dann schon das Geld ausgegeben hat und so finanzielle Probleme bekommt.

Wenn dann noch davon auszugehen ist, dass Du zum Zeitpunkt der Schenkung davon ausgehen konntest, dass Du mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit ALG2 beantragen wirst, kann das auch Konsequenzen für dich bedeuten.

Antwort
von Wonnepoppen, 62

Wenn du Geld zum Verschenken hast, dann brauchst du auch kein ALG!

Antwort
von mouse85, 10

Falls Sie noch Geld verschenken möchten. Dann gern auf mein Konto, wäre über jeden Betrag froh. Kontodaten per PN. Alles gute an ihre Familie!


Antwort
von kevin1905, 40
Antwort
von staffilokokke, 65

Gelder, die Sie vor dem Antrag besitzen können Sie bis zu einer gewissen Höhe behalten. Es gilt ein Vermögensfreibetrag von 150 Euro pro vollendetem Lebensjahr, oder so. Stichwort: Grundfreibetrag - Freigrenze.

Bei Antrag kann es sein, das Sie Ihre Kontoauszüge vorlegen müssen. 

Antwort
von Bleihorn, 49

Du kannst doch ruhig Geld verschenken. Denn woher solltest du wissen, dass du ein Jahr später arbeitslos werden würdest? Nur wäre es ratsam, dass das Geld dann auch auf einem Konto einer anderen Person landet. Eventuell stehst du in der Beweispflicht.

Antwort
von AntwortMarkus, 47

 die letzen 10 Jahre rückwirkend darf das Jobcenter im Zweifelsfall die Kontoauszüge einsehen.

Antwort
von gnarr, 18

da wird nichts ermittelt. wenn du einen antrag stellst, dann wird in der regel verlangt die kontoauszüge der letzten drei monate vorzulegen.

mehr ist es nicht.

Antwort
von wiki01, 44

Wenn du durch Schenkungen Geld vor dem Staat in Sicherheit bringen willst, und dich danach als Bedürftiger in das soziale Netz des gleichen Staates begeben möchtest, dann bist du für mich ein Sozialschmarotzer erster Güte.

Ja, Schenkungen werden untersucht und gegebenenfalls rückabgewickelt. Das ist wie bei (Privat-) Insolvenzen. Und womit? Mit Recht.

Kommentar von monetensig ,

Unsere Tochter ist lernbehindert und findet leider keine Arbeit . Nächstes Jahr wird sie 25, fällt aus unserer Bedarfsgemeinschaft raus. Da wir für sie ,auf ihren Namen Geld angelegt haben, für längere Zeit, fällt ihr das beim Alg2 auf die Füße.Eine Auflösung des Depots bringt Verluste.Diesen Hintergrund hätte ich wohl gleich erklären sollen.

Kommentar von wiki01 ,

Mein Beitrag fängt mit "Wenn..." an. Das ist bei dir offensichtlich nicht zutreffend. Daher ist auch meine Schlussfolgerung nicht zutreffend. Aber sie wäre möglich. Und da das viele so machen, verstehst du bitte auch meine verschärfte Antwort.

Kommentar von monetensig ,

Ja, natürlich.Und wenn Pflegedienste. oder ähnliche Arbeitgeber einer jungen Frau eine Chance geben würden, müssten wir uns mit dem Thema nicht befassen. Aber alle wollen Fachkräfte und keine Hilfskräfte.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Ja, das hättest du besser tun sollen!

Antwort
von Meli6991, 60

warum willst du Geld verschenken ?

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