Frage von ToniKim, 90

Wenn es Nichts gibt, dann ist dieses Nichts auch Alles was es gibt?

Hawking schließt die Existenz Gottes aus, weil es früher nur Nichts gab und Gott angeblich in diesem Nichts nicht existieren kann.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von derMannohnePlan, 23

Hawking ist ein Mensch wie Du und ich.

Hawking schließt auch nicht aus, dass wenn Du einen Raum verlässt, die Möglichkeit besteht das dieser Raum nicht mehr existiert.

Abgesehen davon sind wir durch unsere Lehrer, durch unsere Autoritäten, durch unsere Bücher und unsere Heiligen gegängelt worden. 

Wir erwarten, dass sie uns alles offenbaren, was hinter den Hügeln, den Bergen und der Erde liegt. 

Und wir sind mit ihrer Darstellung zufrieden, das bedeutet, dass wir von Worten leben und unser Leben hohl und leer ist. 

Wir sind Menschen aus zweiter Hand. Wir haben von dem gezehrt, was man uns gesagt hat, und ließen uns entweder durch unsere Neigungen und Absichten leiten oder durch das, was uns durch die Umstände und die Umwelt aufgezwungen wurde. 

Wir sind das Resultat aller möglichen Einflüsse. In uns ist nichts Neues, nichts, das wir selbst entdeckt haben, nichts Ursprüngliches, Urtümliches, Leuchtendes.

Während der ganzen theologischen Vergangenheit ist uns von religiösen Lehrern versichert worden, dass wir, wenn wir bestimmte Riten verrichten, bestimmte Gebete oder Mantras wiederholen, uns gewissen Normen anpassen, unsere Wünsche unterdrücken, unsere Gedanken kontrollieren, unsere Leidenschaften sublimieren, unsere Triebe eindämmen und uns sexueller Ausschweifungen enthalten, dass wir - wenn Geist und Körper ausreichend gefoltert sind - dann etwas jenseits dieses bedeutungslosen Lebens finden werden. 

Und das haben Millionen sogenannter religiöser Menschen Jahrhunderte hindurch getan, entweder in der Abgeschiedenheit, indem sie in die Wüste oder in die Berge oder in eine Höhle gingen oder mit der Bettelschale von Dorf zu Dorf wanderten oder sich in einem Kloster als Gruppe zusammenfanden und ihren Geist zwangen, sich einem festgelegten Vorbild anzupassen. 

Aber ein gequälter Mensch mit einem zerbrochenen Geist, ein Mensch, der diesem ganzen Tumult zu entrinnen trachtet, der der äußeren Welt entsagt hat und durch Disziplin und Anpassung abgestumpft wurde, solch ein Mensch, wie lange er auch suchen mag, wird nur finden, was seinem irregeleiteten Geist entspricht.

Kommentar von derMannohnePlan ,

Danke für den Stern!

Kommentar von HolgerSchneider ,

"Wir sind das Resultat aller möglichen Einflüsse. In uns ist nichts Neues, nichts, das wir selbst entdeckt haben, nichts Ursprüngliches, Urtümliches, Leuchtendes."

IHR seid erbärmlich, wenn IHR EUCH damit zufrieden gebt.

Antwort
von Eselspur, 42

Ich finde es verwunderlich, warum manche Pysiker meinen, sie sind Spezialisten für Gott.

Antwort
von Ahzmandius, 11

Die Frage macht semantisch keinen Sinn. Wenn es nichts gibt, dann gibt es nichts.

Du solltest schon deine Gedankengänge etwas weiter ausführen.

Antwort
von kreisfoermig, 11

Wenn es Nichts gibt, dann ist dieses Nichts auch Alles was es gibt?

„Es gibt nichts“ bedeutet NICHT, dass es ein nichtiges Etwas gibt, sondern dass es nicht etwas gibt. Sobald man etwas verdinglicht oder gar mit Eigenschaften versieht, stimmt „es gibt nichts“ nicht mehr. Den bestimmten Artikel dieses zu verwenden, bildet also einen Denkfehler.

Gehen wir nun die Sichtweise einiger Physiker ein, wie Hawking, Atkins, Krauss, usw. Diese betrachten Sachen wie materiefreie Regionen der Raumzeit oder des Vakuums (was aber durch Energie gefüllt ist!) als „nichts“. Das Raumzeitgewebe wird aber als Ding in der modernen Physik behandelt—es hat Krümmung und andere Eigenschaften, transportiert Signale, usw. Das Vakuum ebenfalls, da es Eigenschaften hat. Wenn solche Physiker also über „das Nichts“ reden, so reden sie meistens eigentlich von einem nichtigen Etwas, welches wie gesagt, schonmal ein Ding bildet, sodass es nicht wirklich nichts ist.

Leider erweist sich die menschliche Sprache häufig als untauglich, wenn es dazu kommt, komplizierte Sachverhalte zu beschreiben, sodass es schnell zu solchen Ambivalenzen kommt. Dies ist die logische Täuschung Hawkings—ein Begriff im Laufe seines Argumentes zweideutig zu verwenden.


Antwort
von kubamax, 14

Die physikalische Sichtweise ist Bestandteil der Realität.

Die ontologische Sichtweise hat Hawking nicht behandelt.

Wenn Gott sein eigener Seinsgrund ist, hat er vorher bereits existiert, und zwar unbegründet, kontingent. - Doch trifft das den ontologischen Beweis wirklich? Behauptet der Beweis, wenn er behauptet, dass Gottes Existenz aus seinem Begriff folgt, dass Gott der Grund seiner Existenz ist? Behauptet der Beweis nicht eher, dass Gott gar keinen Seinsgrund benötigt, da seine Existenz aus logischen Gründen notwendig ist?

Kommentar von kreisfoermig ,

Wenn Gott sein eigener Seinsgrund ist, hat er vorher bereits existiert, und zwar unbegründet, kontingent.

Wie kommst du auf diese Kontingenz. Mich würde deine Argumentation interessieren.

Behauptet der Beweis, wenn er behauptet, dass Gottes Existenz aus seinem Begriff folgt, dass Gott der Grund seiner Existenz ist?

Mit dem Beweis meinst du den ontologischen Beweis? Ich dachte, du wolltest das Kontingenzargument eingehen? Wie dem auch sei. Es gibt grob gesagt 2 Versionen von dem OB. Die herkömmliche: Gott sei das größte, über das nichts gedacht werden könne; man könne sich besseres als ein rein fiktives solches Wesen vorstellen, nämlich eines, dass existiere; deshalb existiere ein solches Wesen. Die moderne: Gott sei das größte, über das nichts gedacht werden könne (=ohne Defizite*); angenommen, ein es wäre möglich, dass ein solches Wesen existiere; falls ein solches Wesen nicht notwendigerweise existiere, so habe es ein Defizit / eine Schwäche (nämlich dass es auf die kontingente Natur des Seins und Chance angewiesen sei, und damit wenn es existiere, hätte genauso gut nicht existieren können); dies widerspreche den definierenden Eigenschaften des Wesens; also [wenn ein solches Wesen möglich sei], so [sei es notwendig].

Keine dieser Versionen des OB geht die Sache ein, was der Grund der Existenz eines solchen Wesens sein soll. Das leistet eher das Kontinenzargument…

Behauptet der Beweis nicht eher, dass Gott gar keinen Seinsgrund benötigt, da seine Existenz aus logischen Gründen notwendig ist?

Ich glaube nicht, dass das Argument logische Notwendigkeit, sondern metaphysische erfordert/behauptet. (Meines Wissens…)

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* Pizzen und böse Götter sind defekt, da sie auf physikalisches Material angewiesen sind oder moralisch defekt sind, weshalb das Argument nicht auf solche Wesen angewandt werden kann. Nur so am Rande…

Antwort
von meinerede, 39

Es gibt Nix, was es nicht gibt, :)). Nur weil ein zugegebenermaßen schlaues Kerlchen namens  Hawkin das behauptet? Nicht mal er ist allwissend, sonst wär´er selber Gott!

Kommentar von ToniKim ,

Vielleicht hält er sich für Gott oder sogar schlauer.

Kommentar von meinerede ,

Es gibt Leute, die schnappen vor lauter Gescheitheit sogar über!:) Er ist  so oder so ´n armes Schwein! Mit so einer Behinderung leben zu müssen...da bleibt einem wohl nicht viel Anderes, als Denken, Philosophieren...eben über Gott und die Welt! :))

Antwort
von Illuminaticus, 1

Aus dem Nichts entsteht Alles, das Leben an sich, wir koennen es taeglich erfahren.

Doch wir und auch Gott, wenn du so willst, sind jenseits allem Nichts, wir sind nicht das Nichts obwohl wir es betrachten, aber ohne das Jemand peroenlich es betrachtet.

Dieses Nichts hat die Eigenschaft alles Sein zu wollen, so faengt das Spiel an. Nennen wir es das Meer der Moeglichkeiten und wir formen das in Materie, um uns eine Illusion zu geben, wer wir wirlich sind!

Wir benutzen Materie, im uns selbst bewusst zu werden!

Aus dem Nichts ensteht alles, aber alles ist nichts, und das ist was wir sind, nicht alles, aber alles nichts! Viel Erfolg!

Antwort
von DarkSepia, 17

Nichts ist kein Ding. Also gibt es dann auch nicht "dieses Nichts". Dass es nichts gibt lässt sich so ausdrücken: Für jedes P trifft zu, dass P nicht existiert. Für P kannst du alles einsetzen: Bäume, Gott, Hawking, Zeit, Raum, Universum, ...

Was Hawking angeht, liegt er vielleicht falsch oder du hast sein Argument misverstanden.

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