Frage von derkraeftige, 43

Wenn Eltern SGB II beziehen und Kind eine Ausbildung startet und bei den Eltern weiter wohnt , wie viel Geld wird vom Ausbildungsgehalt des Kindes abgezogen?

Sagen wir 600 € brutto Ausbildungsgehalt , wie viel bleibt dem Auzubildenden

Antwort
von diePest, 21

Das Einkommen wird voll angerechnet .. also so, dass die Bedarfsgemeinschaft eben weniger bekommt .. evtl fällt das Kind ganz aus dem Bezug raus. 

Kommentar von Xipolis ,

Bei dem Einkommen wird das Kind aus dem Bezug fallen (denn das Einkommen ist höher als der Bedarf zum Lebensunterhalt). Da aber in dem Fall keine Bedarfsgemeinschaft (mit den Eltern) mehr besteht, kann das Einkommen (auch im Falle der Haushaltsgemeinschaft) nicht angerechnet werden.

Antwort
von Xipolis, 30

In welchem Bundesland?

Alter?

Familienstand?

Kinder?

Steuerklasse?

Kirchensteuerpflicht?

Krankenkasse?

Freibeträge?

Arbeitsweg?

Sonstige Aufwendungen?

Kommentar von derkraeftige ,

Hessen , 20 jahre , keine Kirchensteuer , Eltern verheiratet , Kind ledig

Kommentar von Xipolis ,

Unter Annahme von

  • keine Kinder
  • Steuerklasse I
  • gesetzliche Krankenversicherung ohne Zusatzbeiträge
  • keine weitere Freibeiträge

liegt das Nettoeinkommen im Monat voraussichtlich bei 484,05 €. 

Dazu gerechnet wird das Kindergeld* in Höhe von 190,00 €. Zusammen also 674,05 €.

Sein Bedarf wäre 324,00 € (Stufe 3) zzgl. etwaiger Mehrbedarfszuschläge und zzgl. Prokopftanteil Unterkunfts- und Heizkosten. Da ich diese Beträge nicht kenne, schätze ich diese mit 200,00 €. Zusammen also 524,00 €.

Stellt man das Einkommen des Kindes (674,05 €) mit seinem Bedarf (524,00 €) gegenüber, wird klar, dass das Kind seinen Lebensunterhalt aus eigenem Einkommen sicherstellen kann und somit aus der Bedarfsgemeinschaft der Eltern herausfällt (§ 7 Abs. 3 Nr. 4 SGB II).

Konsequenz: Das U25-Kind muss sein Einkommen NICHT in die Bedarfsgemeinschaft einbringen.

Das Kind bildet allerdings nach wie vor eine Haushaltsgemeinschaft mit seinen Eltern (§ 9 Abs. 5 SGB II).

Eine Unterstützung der Eltern durch die Haushaltsgemeinschaft wird erst erwartet, sobald das Einkommen den zweifachen Bedarf (648,00 €) zzgl. Prokopftanteil Unterkunfts- und Heizkosten (~200,00 €) zzgl. weitere 50 % (424,00 €), also sobald es gesamt  1.272,00 € übersteigt.

Das Kindergeld wird zum einen als Einkommen berücksichtigt (§ 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II) und zum anderen dem Kind zugerechnet (§ 11 Abs. 1 Satz 2 u. 3 SGB II), wenn das Kind das Kindergeld zum Lebensunterhalt benötigt. 

Da in dem Rechenbeispiel das Einkommen (Nettolohn + Kindergeld) des Kindes den Bedarf übersteigt wird das Kindergeld, das über dem Bedarf liegt (hier 150,05 €) als Einkommen des Kindergeldberechtigten (Vater oder Mutter) gewertet.

Von dem Einkommen abzuziehen sind 30,00 € Pauschbetrag (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Alg II-V), so dass als Einkommen 120,05 € berücksichtigt werden.

Das ist letztlich ein Bespiel, da mit u. a. die Kosten der Unterkunft und Heizung nicht bekannt sind.

Es wird aber vermutlich zu einer teilweisen Anrechnung des Kindergeldes kommen und damit zu einer entsprechenden Kürzung des ALG II der Eltern.

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