Frage von cronaldo777, 35

Wenn eine lange breite Bundesstraße geplant ist, wie läuft es mit dem Land der Bauern ab?

Hallo,

mich interessiert sehr, wie die Bauern reagieren, wenn man eine lange breite Bundesstraße über mehrere Felder plant? Und da gibt es sicherlich Bauern, die dagegen sind, wird dann einfach eine Kurve um sein Feld gesetzt? Kriegen die Bauern Entschädigung.? Und wenn ein Landgrundstück des Bauern durch eine Straße halbiert wird, dann muss der Bauer mit seinem Traktor über die Straße um weiter zu fügen o.ä? danke

sind doch mehrere Fragen, aber würde mich freuen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von tryanswer, 21

Zunächst wird versucht das benötigte Land aufzukaufen, sollte das nicht möglich sein, besteht die Möglichkeit einer Enteignung gegen Entschädigung. Da dies jedoch ein schwerwiegender und komplizierter Prozeß ist findet unter Umständen auch eine Planungsänderung des Straßenverlaufs statt (Kostenabwägung).

In vielen Fällen wird auch begleitend ein Flurbereinigungsverfahren durchgeführt, um die Eigentumsverhältnisse in der Region, hinsichtlich der Betriebsstrukturen und im Sinne der Bauplanung, neu zu ordnen.

Kommentar von cronaldo777 ,

Kannst du mir bitte das mit Flurbereinigungsverfahren genauer erklären? Ich verstehe diesen Punkt nicht genau, was du mit Neuordnung der Eigentumsverhältnisse meinst?

Meinst du damit, wenn ein Grundstück halbiert wird von einem Bauern, dann bekommt er gesagt wo seine Fläche anfängt und wo sie endet??

Kommentar von tryanswer ,

Ein Flurbereinigungsverfahren ist im Grunde ein Landtausch mit mehreren Teilnehmern. In einfachen Worten bedeutet das, in der betreffenden Region werden alle Eigentumsverhältnisse an Flächen aufgehoben und an die ursprünglichen Eigentümer neu verteilt. Dabei wird die Flächenstruktur derart verändert, daß sie "den Bedürfnissen in der Region besser entspricht". Auch wird darauf geachtet, das jeder Teilnehmer Land im gleichen Wert erhält, in dem er Land abtreten mußte (Differenzen werden entsprechend monetär ausgeglichen).

Im Falle der Bundesstraße könnte ein Landwirt, der seinen Acker sonst teilen müßte, so einen neuen Acker gleichen Wertes bekommen - das benötigte Land für die Straße könnte so bspw. durch eine Fläche im Besitz der Bundesrepublik kompensiert werden, so das am Ende kein Landwirt auf seine Ackerfläche verzichten muß.

Antwort
von tuedelbuex, 23

Wenn es dem Bauern nicht passt, "sichtet" er erstmal ein Exemplar des Wachtelkönigs......das sichert ihm jahrelangen Aufschub. Oder er prozessiert. Das kann sich manchmal richtig lohnen, wenn das geplante Projekt den "Machern" sehr wichtig ist.....

http://www.berliner-zeitung.de/asterix--schicksal-im-alten-land-15701242

Kommentar von RainerB76 ,

Oder den "Machern" ist das Projekt so wichtig dass sie nach §87 BauGB zwangsenteignen können... Zum Spottpreis...

Kommentar von RainerB76 ,

Revision: Die §§ 85-88.

Antwort
von TheZyrus, 23

Ich hab da mal 1 Jahr eine Ausbildung drin gemacht (Flurneuordnung ;))
Die Bauern werden auf jeden Fall entschädigt! Entweder mit Geld oder mit neuen Flächen. Aber da die Bundesstraße dem Allgemeinwohl dient, bringt jeder Streik von dem Bauern wahrscheinlich nichts :)

Antwort
von Rockuser, 19

Der Staat kann Ackerland zur Not Zwangsendeichen.

Dann bekommt der Besitzer eine Entschädigung.

Wie das mit der Teilung der Fläche geregelt wird, kann ich nicht sagen.

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