Frage von ToniKim, 116

Wenn ein Kind nichts lernen will und die Mutti will, dass es studiert, was soll der Papi machen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von adianthum, 5

Du schreibst in einem Kommentar das Kind ist 13.

MIt dreizehn sind die Kinder voll in der Pubertät, und während der Pubertät wird das Gehirn eines Menschen "neu verdrahtet".

Die Hormone spielen verrückt und der ganze Körper verändert sich.

Das ganze Leben stellt sich auf den Kopf, alles was bisher richtig und gut´erschien wird in Frage gestellt- und nicht zuletzt die Ansagen die von den Eltern kommen.

Zusätzlich zu der damit einhergehenden Verunsicherung des Heranwachsenden, kommen dann auch meistens noch der "gut gemeinte" Druck durch die Eltern. Das gibt dem Kind dann noch zusätzlich das Gefühl "falsch" zu sein, wie es gerade ist.

Anstatt dem Kind Druck zu machen, solltet ihr euch vielleicht versuchen in Gelassenheit zu üben und auch das Wiederholen einer Klasse in Kauf zu nehmen, damit euer Kind nicht daran zerbricht.

Viele Teenager geraten nämlich in dieser schwierigen Zeit in die Magersucht, einfach nur um wenigstens irgendetwas unter Kontrolle zu haben.

Als meine Mädels in dem Alter waren habe ich wegen schlechter Noten nicht gemeckert, sondern getröstet. Oft haben sie wirklich viel gelernt- und trotzdem versagt. Da muss man nicht noch einen oben drauf setzen. Das hat so einen Beigeschmackt von "nochmal nachtreten wenn einer schon am Boden liegt".

Und wenn dann Ansagen kamen wie: Ich tu für Mathe nichts, ich verhau die Arbeit sowieso! Dann hab ich sie gelassen- und merkwürdigerweise war es dann, trotz nicht lernen, keine 5 sondern eine 4.

Also locker bleiben, das Kind auffangen und für es da sein.

Leider können sie in dem Alter besser austeilen als einstecken, das macht es für uns Eltern ziemlich schwer.

Aber genau wie in der Zeit als sie noch ganz klein waren, bringen Geduld und Verständnis langfristig bessere Ergebnisse, als Druck oder etwa Machtkämpfe.

Vor allem Machtkämpfe gehen IMMER nach hinten los- für beide Seiten.

Erfahrungsgemäß macht es dann in einiger Zeit plötzlich "Klick" bei dem Kind und es setzt sich von alleine auf den Hosenboden um etwas zu tun.

Kommentar von teafferman ,

Ergänzend:

Du beschreibst wunderbar, warum die Selbstmordrate Pubertierender seit Jahrzehnten die höchste in unserem Land ist. Und das altbewährte Gegenmittel. 

DH:))))

Antwort
von Gerneso, 35

Eltern sollten wenn es um die Kinder geht an einem Strang ziehen und das Kind dabei unterstützen auf eigenen Beinen zu stehen. Dazu gehört es auch dass das Kind einen Beruf erlernt, der den Fähigkeiten und Interessen des Kindes entspricht.

Dies kann ein klassischer Ausbildungsberuf oder ein akademischer Beruf sein. Welche Ausbildung das Kind ergreift können die Eltern nur bedingt beeinflussen.

Wenn ein Kind aber "nichts" lernen will muss es "fühlen". Eltern sind nämlich nicht verpflichtet ein faules Kind, welches alles verweigert, zu unterstützen.

http://www.unterhalt.net/kindesunterhalt/kind-arbeitslos.html

Auszug daraus:

Volljährige Kinder unterliegen, wie jeder Erwachsene, der so genannten Erwerbsobliegenheit. Ein volljähriges Kind muss für seinen Unterhalt selbst aufkommen und dazu auch berufsfremde und einfachste Tätigkeiten annehmen. Ist die Arbeitslosigkeit von längerer Dauer, wird auch ein Ortswechsel als zumutbar erachtet.
Ein volljähriges arbeitsloses Kind, dass einen elterlichen Unterhaltsanspruch erwirken möchte, muss nachweisen, sich auch über regionale Grenzen hinaus um Arbeit bemüht zu haben. Erst wenn solche Bemühungen, aus der Arbeitslosigkeit heraus zu kommen wirklich nicht fruchten, bundesweite Bewerbungen keinen Erfolg bringen, können die Eltern zum Unterhalt für das arbeitslose Kind verpflichtet werden. In diesem Fall muss die Sozialbehörde ausführen, ob alles Mögliche getan wurde, um nicht mehr arbeitslos zu sein.
Antwort
von Shiranam, 17

Wie alt ist das Kind?

Je jünger es ist, desto mehr muss es geleitet werden. Ich würde sagen, das erste Ziel muss sein, dass die 10. Klasse bestmöglich absolviert wird, damit das Kind einen Schulabschluß hat.

Dannach kann sich das nun mindestens 16 Jahre alte Kind entscheiden, ob es weiter zur Schule gehen will oder sich um Ausbildungsplätze bewirbt. Wie auch immer die Entscheidung aussieht, die Eltern sollten diese Entscheidung annehmen und es seinen Weg gehen lasse.

Dem Kind sollten Verdienstmöglichkeiten aufgezeigt werden und es sollte mehrere Berufspraktika machen, um festzustellen, wie das ist.

Entscheidet das Kind sich dafür, gar nichts zu machen, wird das Taschengeld auf Mindestmaß gekürzt und Zeitfresser wie Internet zeitlich begrenzt und selbstverständlich wird Mithilfe im Haushalt eingefordert - nicht nur das eigene Zimmer putzen, sondern auch Klo putzen, Bekleidung , bügeln und zusammenlegen, kochen, einkaufen usw - wie in einer WG... weil das Kind genug Zeit hat - es lernt ja nicht und arbeitet auch nicht.

Hat das Kind kein Bock auf Mithilfe, werden seine Sachen nicht mehr gewaschen, gebügelt für es eingekauft oder gekocht.

Papi sollte also dafür sorgen, dass das Kind erkennt, dass gute Noten wichtig sind, ein Studium Möglichkeiten erweitert und Arbeit notwendig ist.

Kommentar von ToniKim ,

Ein schreckliches Alter 13.

Kommentar von Shiranam ,

Pubertät, da müssen Kind und Eltern durch. 😉

Da kann das Kind noch keine Entscheidungen bezügl. beruflicher Zukunft treffen. Es muss wissen, gute Noten sind bis zur 10. Klasse mindestens notwendig.

Es darf auch wissen, dass es nicht Studieren muss, aber dann das Lernen nicht aufhört, sondern als Ausbildung weiter geht.

Antwort
von anniegirl80, 39

Es gibt eine große Spanne zwischen "nicht lernen wollen" und "studieren". Ich behaupte mal so aus dem Blauen heraus dass das Kind überfordert ist von den Ansprüchen der Mutter und sich deshalb verweigert.

Ausserdem sollten sich die Eltern nach Möglichkeit einig sein in Erziehungsfragen.

Im Übrigen kann man auch ohne Studium ein lebenswertes Leben führen ;-)

Antwort
von Filou2110, 19

Erstmal finde ich die Bedürfnisse des Kindes doch wichtiger. Wenn es nicht studieren möchte und sich damit überfordert fühlt, muss es nicht studieren. Die Zeiten in denen Eltern ihren Kindern vorschreiben, was für eine Ausbildung sie zu absolvieren haben, sind vorbei. 

Wenn das Kind einfach faul ist, muss man die Lust am lernen wecken. Das klappt am besten, wenn man den Stoff für das Kind veranschaulicht durch z.B. Kleine Experimente, oder lernen in der Natur.   

Antwort
von ponyfliege, 56

sich an der erziehung beteiligen und das kind dazu bringen, dass es lernt.

den einen gegen den andern auszuspielen sollte nicht funktionieren.

Antwort
von kiniro, 22

Das Kind will lernen.
Es will sich nur nicht das Gehirn mit langweiligem bzw. langweilig erklärtem Schulstoff den Kopf füllen lassen.

Wenn "Mutti" soviel Wert auf ein Studium legt, soll sie doch selbst studieren.

Der "Vati" kann sein Kind darin unterstützen, dass es seine eigenen Stärken findet und ausleben kann.

Antwort
von ClaudiaHase, 52

Papas und Mamas müssen sich nicht immer einig sein. Am besten ist es jedoch immer, wenn man versucht das beste für seine Familie will, was das beste ist, erfährst du durch Reden :)

Antwort
von Strolchi2014, 42

Das Kind fragen, was es überhaupt will.

Antwort
von Nashota, 36

Der Papi soll sein Kind fragen, warum es nichts lernen will und die Mutti soll er fragen, warum sie will, dass studiert wird.

Oder hat Papi nichts zu melden?

Kommentar von ToniKim ,

Weil das Kind andere Interessen hat als Schule.

Kommentar von Nashota ,

Dann solle das Kind mal überlegen und sagen, wie es sich sein Leben mal so vorstellt. Glaubt es, dass Mami und Papi ihm immer den Arsch hinterhertragen?

Falls ja, sollten Mami und Papi ihm synchron einen Vogel zeigen.

Studieren ist nach wie vor nicht zwingend notwendig. Aber eine einfache Ausbildung sollte es schon sein.

Kommentar von kiniro ,

Ich kann das Kind sehr gut verstehen.

Auch weil ich (teils schon fast erwachsene) Kinder kenne, die ohne bzw. nur teilweisem Schulbesuch ihren Weg gemacht haben.

In Deutschland bedeutet Schule als allererstes SchulANWESENHEITspflicht.

Kommentar von Shiranam ,

Ist aber eindeutig der schwierigere Weg.

Sicherlich kennst Du auch Leute, die nicht ihren Weg gemacht haben oder Schwierigkeiten im Leben haben, weil sie keinen Abschluss haben.

Kommentar von Nashota ,

Auch wenn das alles möglich ist heutzutage, sollten Eltern darauf bedacht sein, ihre Kinder zu einem akzeptablen Schulabschluss und einer Ausbildung zu bewegen.

Dass die Lehrpläne schon lange überarbeitungsfällig und - würdig sind, steht schon seit Jahren zur Diskussion. Ganz ohne Schul-Bildung geht es aber auch nicht. Und nicht jeder Schüler ist faul oder unwillig und nicht jeder Lehrer gleichgültig oder nur "Dienst-nach-Vorschrift-Lehrer".

Es braucht nur jeder Mensch die richtige Einstellung. Da ist es kontraproduktiv, seinen Kindern zu sagen, Schule sei überflüssig und doof.

Antwort
von MeGusta97, 53

Was will der Papi denn? 

Kommentar von MeGusta97 ,

(Für das Kind, versteht sich)

Kommentar von ToniKim ,

Dass das Kind kein Loser wird.

Kommentar von MeGusta97 ,

Und wie definiert man einen Loser? 

Kommentar von ToniKim ,

Ein Loser ist jemand der einsam im Alter ist.

Kommentar von Shiranam ,

Darauf wiederum können Eltern gar keinen Einfluß nehmen. Das hat mit Schulbildung, Job, Studium überhaupt nichts zu tun.

Was Eltern tun können, ist ihrem Kind bestmögliche Starthilfe ins Leben zu geben, indem sie ihm ihre Werte vermitteln, was wichtig sei im Leben. Das Kind wird dadurch beeinflußt, ja, und das ist gut so. Was es als Erwachsener draus macht, ist seine Sache.

In Bezug auf Bildung ist ein Mensch für mich ein Looser, wenn er seine Möglichkeiten nicht erkennt und später keinen Halt im Leben findet. 

Kommentar von kiniro ,

Das kann auch ein Schulbesuch und zwingen zum Lernen nicht verhindern.

Besorge dir mal Bücher übers Freilernen.

Selbst wenn du nur dem Kind "keine Hausaufgaben" und "nicht für Arbeiten lernen müssen" zugestehst.

Abschlüsse lassen sich auch später noch nachholen.

Praktisch eine "kleine Rebellion gegen das staatliche Bildungsmonopol" anzetteln.

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