Frage von mighty075, 129

Wenn ein Fußgänger über die Ampel geht und angefahren wird und der Autofahrer Fahrerflucht begeht wie endet es?

Guten morgen,

auf dem Weg zur Schule ging ich sehr gestresst (durch Private Probleme) über die Ampel hatte es eilig und hab die rote Ampel übersehen (dazu muss ich noch sagen, als ich die Fahrbahn betreten hab wurde die Ampel nach paar sekunden schon grün) dabei wurde ich von einem Pkw der von rechts abgebogen kam angefahren wurde dabei auch ca 1m geschleudert und am Körper verletzt. In dem Schockmoment habe ich vergessen mir irgendwas zu merken von dem Auto aber es gab Augenzeugen die alles gesehen haben und mir helfen werden sie zu finden. Ich bin aufgestanden und bin weiter gelaufen die Fahrerin hat nichts gesagt, nichts gefragt und fuhr einfach weiter. Die Polizei meinte das es Fahrerflucht und unterlassene Hilfeleistung ist. Nach ein Paar stunden fingen meine Schmerzen dann an und es stellte sich heraus das ich am ganzen Körper sehr starke Prellungen und Rückenverletzungen habe. Ich weiß das ich aufpassen sollte und bei grün vorbei gehen sollte auch wenn ich es eilig habe, aber nur weil ich einen Fehler gemacht habe heißt es ja nicht das die Fahrerin auf Ihrem Recht bestehen, beschleunigen und mich verletzen kann oder? Nun ist meine Frage wie würde es enden falls wir im Gericht landen würden? Hat da jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht..?

Für hilfreiche Antworten bin ich sehr sehr dankbar.

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Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 15

Hier muss man (mal wieder) zwischen Zivil- und Strafrecht unterscheiden:

Strafrechtlich gilt es festzuhalten, dass die Autofahrerin sich zumindest nach § 142 StGB wegen Unfallflucht und nach § 323c StGB wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar gemacht hat. Dein "Mitverschulden" am Unfall wirkt sich hierauf überhaupt nicht aus.

Soweit Du einen Strafantrag stellst, kommt auch noch eine Strafbarkeit wegen fahrlässiger Körperverletzung gem. §§ 229, 230 StGB in Betracht. An dieser Stelle kann sich Dein Mitverschulden schon eher strafmildernd auswirken.

Erst wenn Du zivilrechtlich gegen die Frau vorgehst, wird auch Dein Mitverschulden relevant. Ich denke zwar nicht, dass Dein Schadensersatz- und Schmerzensgeldanspruch um 100 % gekürzt wird, jedoch ist mit einer deutlichen Kürzung zu rechnen. Daher würde ich mir das an Deiner Stelle sparen oder zumindest nur 50 % oder so einklagen.

Antwort
von taunide, 65

Die Autofahrerin muss sich auch entsprechend der StVO (besonders §1)verhalten und Sie hätte mindestens fragen müssen ob du verletzt bist und ihre Personalien dalassen sollen.

Du warst unter Schock - da spürt man keine Schmerzen und du hättest vermutlich auch gesagt, dass alles gut wäre.

Sie wird vor Gericht erzählen, dass sie sich davon überzeugt hätte, dass Du nicht verletzt bist.

Da Du bei Rot gegangen bist (Abbieger können auch in der Fußgänger-Grün-Phase noch Grün haben) hast Du zumindest eine Teilschuld denke ich.

Das spricht sie aber nicht davon frei, dass sie dich angefahren hat und als Unfallbeteiligter nicht mal ihre Daten dagelassen hat. Das ist Unfall mit Fahrerflucht.

Du wirst ggf. ein Bußgeldverfahren bekommen wegen roter Ampel.

Die Fahrerin eine Strafverfahren gem. StGB wegen Fahrerflucht. - Das wiegt sehr viel schwerer.

Kommentar von Muhtant ,

seit neustem gibt es auch für Fußgänger Punkte + ggf. Führerscheinentzug/-sperre; wenn solche das rote Licht missachten

Kommentar von TheGrow ,

seit neustem gibt es auch für Fußgänger Punkte

Das ist nicht neu, Fußgänger konnten schon immer Punkte sammeln

+ ggf. Führerscheinentzug/-sperre; wenn solche das rote Licht missachten

Das gab es weder vorher, noch neuerdings.

Entzug der Fahrerlaubnis mit Sperre kann nur derjenige erhalten, der eine Straftat im  die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat und auch nur dann, wenn sich aus der Tat ergibt, daß er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist.

Antwort
von FelixFoxx, 78

Es könnte zwar sein, dass Du wegen der Überquerung der Straße bei Rot eine Mitschuld bekommst, aber Fahrerflucht und unterlassene Hilfeleistung werden mit hohen Geldstrafen oder Gefängnisstrafen geahndet.

Antwort
von osboha, 58

Leider ist an Kreuzungen das Rechtsabbiegen für viele Autofahrer ein Problem, sie denken meine Ampel ist grün, also kann ich mal voll rumziehen, ohne die natürlich gleichzeitig grüne Fußgängerampel zu beachten. In der von dir geschilderten Situation, bist du scheinbar auch noch etwas frühzeitig losgegangen und hast nicht aufmerksam den Verkehr beachtet, somit würde sich für mein Verständnis die Schuld aufteilen, allerdings darf ein/e Autofahrer/in niemals Fahrerflucht begehen. Das ist in jedem Fall ein schwerwiegendes Vergehen.

Antwort
von JollySwgm, 24

Leider ist man als Autofahrer immer schuld wenn so etwas passiert.

Du hast ja geschrieben das sie angehalten hat und nach dir geguckt hat. Und du bist dann ja weiter gegangen. Also musste sie denken das nichts weiter passiert wäre.

Was genau dabei heraus kommt wird sich zeigen. Da kommt es darauf an wie genau das alles passiert ist.

Antwort
von Zanora, 51

Ich denke auch das sie vor Gericht verliert. Eben wegen Fahrerflucht und unterlassener Hilfeleistung.
Wie Du es bereits geschrieben hast.
Nur das mit der roten Ampel drüber laufen wird mit Sicherheit auch angesprochen und diskutiert.
Vor allem von der Gegenseite weil sie wird sich mit Sicherheit auch einen Anwalt nehmen.
Aber das rechtfertig es nicht Fahrerflucht zu begehen.

Antwort
von Redgirlreloadet, 51

Du bist ganz klar im recht, mal unabhängig davon das du bei Rot rüber bist was die abbiegerin übrigens gar nicht sehen kann (Dafür wird dich die Polizei gegeben falls noch bestrafen)

Sie hätte anhalten müssen und sofort den rettungswagen holen müssen,du würdest vor Gericht recht bekommen das war Fahrerflucht und unterlassene Hilfe Leistung

Kommentar von edmuina ,

natürlich sieht man beim abbiegen, ob die fussgänger rot oder grün haben. wenn der, der bei rot über eine ampel geht plötzlich "ganz klar im recht" ist wo komme wir denn da hin?

Antwort
von burninghey, 37

Die Fahrerin wird vielleicht für Fahrerflucht und unterlassene Hilfeleistung bestraft, aber sie trägt keine Schuld an dem Unfall da sie grün hatte.

Antwort
von StormFight, 39

Also in der STGB steht:

Fahrerflucht mit Personenschaden

Leider kommt es bei einem Unfall mit Fahrerflucht auch zu Personenschäden. Fahrlässige Körperverletzung und Tötung werden im StGB hart geahndet. Passiert ein Verstoß fahrlässig, dann agierte der Verursacher nicht mit der erforderlichen Sorgfalt. Stattdessen verletzte er das Recht pflichtwidrig und nahm den Schaden billigend in Kauf. Hier kommt eine dreijährige Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe bei fahrlässiger Körperverletzung auf den Täter zu. Bei der Fahrerflucht drohen auch Punkte. Für eine fahrlässige Körperverletzung werden drei Punkte in Flensburgfällig.

§ 142 StGB – Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Bei der Fahrerflucht handelt es sich um eine Straftat. Daher wird das für die Fahrerflucht geltende Strafmaß auch im Strafgesetzbuch (StGB) reglementiert. In § 142 StGB wird zunächst beschrieben, wann ein Unfallbeteiligter überhaupt eine Fahrerflucht im strafrechtlichen Sinn begeht. Das ist nämlich dann der Fall, wenn sich der Fahrer von der Unfallstelle entfernt, bevor er

    zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat odereine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen

Ein Unfallbeteiligter ist ferner jede Person, die durch ihr Verhalten zur Verursachung des Unfalls beigetragen hat. Das kann auch ein Mitfahrer im Pkw sein, wenn er etwa ins Lenkrad gegriffen hat und somit aktiv am Unfallgeschehen beteiligt war. Er ist indes kein Unfallbeteiligter, wenn er einfach nur passiv auf dem Beifahrersitz bleibt, während das Unglück passiert.

Kommentar von sebastianla ,

die durch ihr Verhalten zur Verursachung des Unfalls beigetragen hat.

Richtig muss es heißen "haben kann". Auch jemand, bei dem sich herausstellt, dass er am Unfall völlig unschuldig war und den Unfall nicht hätte vermeiden können, kann sich wegen unerlaubten Entfernen vom Unfallort strafbar machen!

Antwort
von qugart, 38

Wie das enden würde kann man nicht sagen, weil man nicht weiß, um was es denn schlussendlich geht.

Wie kam die Polizei ins Spiel? Hast du rechtliche Schritte eingeleitet?

Nette Storry, aber mit fast keinen relevanten Infos.

Kommentar von mighty075 ,

Meine erste Ansprechperson war meine Lehrerin und die haben dann gleich die Polizei gerufen und ich musste die Situation denen schildern. Die haben dann eine Anzeige wegen Fahrerflucht, Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung aufgenommen. Das einzige was ich noch brauche sind die Augenzeugen und mein Anwalt 

Kommentar von qugart ,

Dann hast du dir die Antwort doch schon gegeben. Frag deinen Anwalt. Jetzt solltest du dich da an diene Eltern wenden und nicht an irgendwelche fremde im Internet.

Auch wenn ich jetzt nicht weiß, wieso du als Zeuge einen Anwalt nehmen willst. Den solltest du dir nur dann nehmen, wenn du selber rechtliche Schritte einleiten willst. Momentan ist das eine reine strafrechtliche Geschichte.

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