Ich kann mir das nicht ganz bildlich vorstellen - wenn ich eine Medizin nehgme, dann wirkt das Mittel. Wenn ich aber eine Homöopath. Substanz nehme, die auch noch in einer hohen Potenz ist, was wirkt dann noch? Man soll ja sogar die Kügelchen noch mal in einem Glas Wasser auflösen, damit sie noch besser wirken - spätestens das verstehe ich dann gar nicht mehr. Und je höher die Potenz umso höher die Wirksamkeit. Wie das?

Das ist eine, der vielen Fragen, die sich die Schulmedizin bei der Homöopathie stellt. Wie sollen diese Wirkungen denn bloß entstehen können? Aber der Glaube des Patienten kann Berge versetzen. Bei manchen hilft ja sogar schon handauflegen. Immer nach dem Motto: Ja, wenn`s wirkt.
In der Homöopathie geht man davon aus, dass die Ausgangssubstanz durch die besondere Form des Schüttelns oder verreibens die entscheidenden Informationen an das Trägermaterial abgibt und zwar je mehr, je höher die Potenz (also die Verdünnung) ist, je stärker die Information und damit auch die Wirkung (vor allem je länger anhaltend)
Das ist mein Problem: Man geht davon aus, aber wie kann man das nachweisen? Das Mittel ist ja eben nicht mehr nachzuweisen...
Das Mittel kann man nicht mehr nachweisen, wohl aber die Wirkung. Ich habe das inzwischen gesehen und bin (obwohl naturwissenschaftlich vorurteilend) völlig überzeugt. Meine große Tochter bekam mit 3 Monaten einen Hautausschlag, der nach kurzer Zeit aussah, wie Neurodermitis. Der schulmedizinische Kinderazt kam mir dauernd mit übertriebener Hysterie von "Erstlings-Müttern". Als sie sich irgendwann blutig gekratzt hatte, bin ich mit ihr zum Homöopathen, der aber auch Allgemeinarzt ist. Er hat ihr nach monatelanger Tortur Mittwoch mittag 5 Kügelchen in den Mund geschoben und Donnerstag abend fing die Haut an, zu heilen. Sie brauchte 3 Wochen später noch eine Dosis und dann nie wieder. Er hatte ihr Konstitutionspräparat getroffen. Übrigens ist sie jetzt 3 und noch nie ernsthaft krank gewesen. (Bis auf 1 1/2 Erkältungen). Ohne Homöopathie hätten wir wahrscheinlich jetzt ein Kind mit Neurodemitis.

Es hat mehr was mir Glauben zu tun, so wie bei einem Placebo. Wenn man glaubt, es wirkt, dann wirkt es auch. Der Körper hat (noch schlecht erforschte) Selbst-Reparatur-Mechanismen, die dann die Heilung fördern. Die Schulmedizin streitet sich aber noch darüber, ob und wie das funktioniert.
Marah am 9. Oktober 2007 20:36 Die Nebenwirkungen bildet man sich dann auch ein oder wie? Schau Dir mal die Studienauswertungen beider Seiten an und probiere ein Mittel an Dir selbst aus. Dann denkst Du mit Sicherheit etwas anders! Warum sollte der Placeboeffekt bei Schulmedizin nicht genauso wirken? Du kannst einfach nicht alle Heilungserfolge der Homöopathie über Placebo erklären! Das funktioniert einfach nicht...
Joger am 9. Oktober 2007 22:49 Ja, klar. Homöopathie und Nebenwirkungen. Hab ich ja noch nie gehört. Wo sollten die denn herkommen? Vom verdünnten Wasser? Vom Zucker in den Kügelchen? Für mich gibt es jetzt nur eine Konsequenz: Ich werde Gastwirt. Dann werde ich das Bier 1 Million mal verdünnen und sehen, wie die Gäste völlig betrunken das Haus verlassen. Das Beste: Man darf dann mit dem Auto nach Hause fahren und kein Polizist kann dir was anhaben, weil Promille nicht meßbar sind. Ist doch toll, oder? Soll mir einer sagen, der Alkohol hätte nicht gewirkt, dem werde ich die Homöopathie erklären.
Marah am 10. Oktober 2007 14:37 Als Gastwirt kannst Du sicherlich keine relevanten Aussagen über Homöopathie machen! Es gibt sehr wohl Nebenwirkungen! Bier ist sicherlich nicht mit homöopathisch potenzierten Mitteln zu vergleichen! Es wirkt als Gift auf das ZNS. Deine medizinischen Grundkenntnisse sind wohl auch nicht die Besten?! Viele Ärzte behandeln inzwischen auch homöopathisch (allopathisch)! Das sind dann wohl auch alles Spinner, oder wie? Tut mir leid, aber Du hast keine Ahnung wovon Du da sprichst!
Dan Mor am 12. Oktober 2007 01:27 Quatsch!

Ich stelle mir Homöopathie ungefähr so vor: Ich habe Kopfschmerzen. Ich löse also eine Aspirintablette auf. Von dieser Lösung nehme ich einen Fingerhut voll ab und mische dies mit der zehnfachen Fingerhut-Menge destillierten Wassers oder mit medizinischem Alkohol. Die neue Mischung schüttele ich, damit die 'Information' der ersten Asprinlösung in die neue Flüssigkeit übergeht. Von der neuen Flüssigkeit nehme ich wieder einen Fingerhut, mische mit der zehnfachen Menge neutraler Flüssigkeit etc. etc.
Absurd? Vielleicht, aber so ungefähr werden homöopathische Arznei-Mittel hergestellt. Sie müssen übrigens anders als die Substanzen der so genannten "Schulmedizin" keine empirischen Test bestehen. Es sind sogar viele homöopathische Medikamente im Handel, die Verdünnungen aufweisen, in denen überhaupt kein einziges wirksames Molekül noch in der Lösung vorhanden sein kann.
Das gilt für so genannte D23-Potenzen und Potenzen größer D23. "Hochpotent" muss also nicht "hoch potent" heißen.
Letztlich steckt da viel Glauben drin, der aber auch helfen kann (paradoxerweise sogar, wenn man nicht daran glaubt). Ich persönlich halte es so, dass ich mich in gesundheitlichen Fragen tendenziell an die Schulmedizin wende, mir meine Vermögensberatung aber bei der Astrologin meines Vertraues beschaffe.
Bei Interesse: http://www.gwup.org/themen/berichte/homoepathie.html
Marah am 9. Oktober 2007 20:39 Du kannst doch nicht ernsthaft einen Homöopathen mit einem Wahrsager vergleichen! Das erkläre mal Kindern und Tieren, die durch Homöopathie geheilt wurden!
Am Anfang hatte ich da auch so meine Probleme. Nachdem Homöopathie aber bei meinen Kindern schon als Babys super gewirkt hat, war mir das dann egal. Man kann es sich aber so vorstellen, dass zwar das Material des Ausgangsstoffes bei dieser starken Verdünnung weg ist, die Informationen/"Energie" aber zurückbleiben und dem Körper den Anreiz geben, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Wie genau das alles funktioniert, ist aber bis heute noch nicht klar, weswegen ja auch viele Leute sagen, es wäre alles Einbildung. Das ist Quatsch, weil Babys oder auch Tiere (unsere Katzen behandler ich auch so) sich nichts einbilden können.

oft schon gefragt bei gutefrage.net und oft beantwortet, geh mal auf suchen.
hier eine meiner früheren antworten:
beantwortet von Patron am 23. August 2007 17:21
nach jahrzehntelanger erfahrung mit der methode homöopathie bin ich völlig sicher, dass sie wirkt. die hohen verdünnungsstufen enthalten keine substanz mehr, weshalb es für den naturwissenschaftler völlig sicher ist, dass sie ja auch nicht wirken können. dass es im lebendigen neben den substanzen auch kräfte gibt, ist für den naturwissenschaflich denkenden ein reiner aberglaube. so hat er auch keine veranlassung, den wahrheitsgehalt der methode homöopathie zu untersuchen. hahnemann, der begründer dieser methode, sagte immer "macht's nach, aber macht's genau nach!".- und wer das tut, erlebt bis heute immer wieder, dass die methode wirkt. sie paßt allerdings überhaupt nicht zum naturwissenschaftlichen weltbild.
die sogenannten hochpotenzen wirken, das erlebt jeder homöopath ständig. nach den gesetzen der physik - bei wikipedia suchen nach der zahl von avogadro - sind verdünnungsstufen über D23 oder C12 so hoch verdünnt, dass das letzte molekül der ausgangssubstanz wegverdünnt ist. wenn D30 oder C30 oder sogar C200 gegeben werden, was durchaus üblich ist, dann kann ihre wirkung nicht auf substanzen beruhen. was wirkt denn da? naturwissenschaftler suchen erklärungen nach dem muster placeboeffekt, pschotherapie, aberglaube und so weiter. hahnemann selbst wußte auch nicht, was da wirkt, und dementsprechend hat er sich nur sehr vorsichtig ausgedrückt in der art, man müsse ausgehen von einer "geistartigen wirkung der arzeney". aber dass da etwas wirkte, davon war er nach seinen experimenten mit immer höheren verarbeitungsstufen völlig sicher.
naturwissenschaft und homöopathie - ein weltanschauungsstreit. die annahme von "geistartiger wirkung" oder von kräften statt substanzen, das kann der wissenschaft nur als aberglaube erscheinen. aber dieses denken in kräften ist nicht unbekannt und nicht neu, die akupunktur kennt das chi, die ayurveda-medizin das prana, die homöopathie und mit ihr die jahrtausendelang im abendland gültige sogenannte humoralpathologie kennen die lebenskraft, wilhelm reich experimentierte mit der von ihm so genannten orgon-energie, die alten ägypter nannten es anch, und so weiter. die homöopathie ist ja geschichtlich gesehen erst relativ neu, erst gut zweihundert jahre alt. die aussage der wissenschaft, alle diese anschauungen seien aberglaube, könnte sich in relativ kurzer zeit als der eigentliche aberglaube herausstellen. patienten trauen der naturheilkunde und auch speziell der homöopathie sehr viel zu; in umfragen wird die befürwortung dieser methoden in deutschland schon bei achtzig prozent der befragten gefunden. die veränderung des medizinischen denkens kommt von unten, von den patienten, nicht von den hochschulen, bemerkenswert! (aber da macht sich ja bekanntlich der einfluß der pharmazeutischen industrie breit...)
noch zwei einzelheiten zum nachdenklich werden:
wer das denken der methode klassische homöopathie wirklich kennenlernen will, der besorge sich das buch "medizin der zukunft" von g. vithoulkas.
Patron am 30. August 2007 07:56
ps
und in jeden haushalt mit kindern gehört das buch von stellmann, kinderkrankheiten natürlich behandeln.
DocRoc am 8. Oktober 2007 22:20 In unseren nicht!

Was ich als Metapher ganz interessant finde, ein Gedanke, den ich mal hatte:
Es gibt doch Situationen, in denen Menschen uns nur ein paar Worte sagen, eine kleine Information geben - und doch kann es eine derart profunde Wirkung haben, daß wir unser gesamtes Leben umkrempeln!!
"NUR" eine Information!
Also: Was hat dann da gewirkt? Das Wort an sich wiegt doch auch nur Null Gramm, oder (;
Luise am 12. Oktober 2007 13:40 Vielen Dank für Deine schönen Worte an die Skeptiker, dich braucht die GF-Welt. Herzlich Willkommen hier und viel Spaß. Luise

Die Homöopathie besagt, dass eine Krankheit behandelt wird nach dem Motto: Gleiches mit Gleichem behandeln. Daher sind besonders die Afangsdosen sehr verdünnt. Man sagt ja auch, wenn man eine Krankheit homöopathisch behandelt kann es sein, dass sich die Sympthome zunächst verstärken (These Gleiches mit Gleichem)
WildeFee am 17. Oktober 2007 14:08 Jain: übersetzt heißt es: Ähnliches mit Ähnlichem. Und so wird es in der Regel auch gehandhabt.

Wenn Du eine fachgerechte Antwort haben möchtest musst Du dir Hahnemanns Organon durchlesen, aber dabei nicht vergessen zur welcher Zeit dieses Werk entstanden ist. Warum eine Potenz wie wirkt ist für die Wissenschaft ein Rätsel...Es gibt unterschiedliche Theorien. Eine besagt, dass Trägermittel die Heilungsinformationen in sich trägt obwohl der Stoff selbst nicht mehr nachweisbar ist. Ich muss aber gestehen, dass das Warum, mir selbst, ziemlich schnuppe ist, weil es mir auf die Ergebnisse ankommt! Man muss nicht immer alles komplett wissenschaftlich auseinandernehmen um dessen Vorzüge zu erkennen. Belladonna C30 hilft mir wenn ich unter Durchfall leide und einen akuten Neurodermitisschub habe (allopathisch eingesetzt) und bei einer Überdosierung bekomme ich sogar Verstopfung! Das ist nur ein kleiner Auszug meiner Erfahrungen mit Homöopathie...Aber einer der auch für Laien nachvollziehbar sein sollte! Die meisten Skeptiker hier, die sofort Placebo schreien, haben sich noch nicht einmal ansatzweise mit dem Thema auseinander gesetzt und keinerlei eigene Erfahrungen gesammelt, dass kann man schon an der Ausdrucksweise erkennen. Beispielsweise werden Doppelblindstudien gefordert obwohl diese schon nach dem homöopathischen Grundprinzip einfach nicht möglich ist... Wie soll man eine Massenstudie anlegen, bei einem Mittel das auf den einzelnen Menschen abgestimmt werden muss. Es gibt auch homöopathische Mittel die nicht bei X wirken-bei y aber sogar die ursächliche Grunderkrankungen heilen.