Frage von Predbabe, 49

Wenn die Umfragen vor/bei der Wahl für Clinton waren, und für Trump potentiell weniger abgestimmt wurde, kann es dann nicht zu einem Komplott gekommen sein?

Ich weiß, dass in den Nachrichten berichtet wurde, dass die Wähler ihrer Meinung hinterm Berg gehalten haben, als sie gefragt wurden, ob sie für Clinton oder Trump gestimmt haben. Aber nachdem auch schon das Problem mit den abfotografierten Wahlzetteln als "Beweis für ihre Auftraggeber" bezüglich ihrer Wahlkreuze aufgezeigt wurde und Trump mittels seiner Anwälte bezüglich eines (oder mehrerer) Wahllokale in Nevada, die ihre Öffnungszeiten so lange "auf halten" wollten, wie es braucht die potentiellen Wähler in der wartenden Schlange "ranzulassen", kann es doch auch möglich sein, dass Trump (Entschuldigung für den Gedankengang) verschiedene Wählerstimmen bestochen hat, oder?

lg und Danke Predbabe

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 11

Wenn die Umfragen vor/bei der Wahl für Clinton waren

... dann können auch einfach die Umfragen irren. Zum Beispiel, weil man die falschen Leute gefragt hat.

Beispielsweise hat sich herausgestellt, dass Trumps Wähler vorrangig aus dem ländlichen Gebiet stammen. Dort hat man aber einfach "vergessen" zu fragen. Stattdessen hat man in den Städten gefragt. Und die haben auch - wie vorhergesagt - vornehmlich Clinton gewählt.

Mit anderen Worten: Die "Experten" waren zu dumm.

... und für Trump potentiell weniger abgestimmt wurde, kann es dann nicht zu einem Komplott gekommen sein?

Das ist eine Eigenheit des amerikanischen Wahlsystems, auf die auch Frau Clinton spekuliert hat: Es nennt sich "The winner takes all" - "Der Sieger bekommt alles".

Und es bedeutet: Wenn in einem Bundesstaat nur ein einziger Wähler mehr für Clinton als für Trump abstimmt, dann "gewinnt" Clinton diesen Bundesstaat genauso, als hätte niemand für Trump und alle für Clinton abgestimmt.

Dummerweise kam es eben häufig anders herum...

Tatsächlich müsste ein Präsidentschafts-Kandidat nur die 11 bevölkerungsreichsten Bundesstaaten "gewinnen". Danach wäre er automatisch Präsident. Denn die verbleibenden 39 Bundesstaaten könnten das Wahlergebnis nicht mehr ändern.

... ja, dieses Wahlsystem ist zutiefst undemokratisch und ungerecht. Doch da beide unter dem gleichen Wahlsystem wählen ließen, hätte es für beide vorteilhaft sein können.

kann es doch auch möglich sein, dass Trump (Entschuldigung für den Gedankengang) verschiedene Wählerstimmen bestochen hat

Durchaus. Doch das wäre ziemlich teuer. Denn da er nicht wüsste, wie viele Leute für Clinton abstimmen, müsste er Millionen Stimmen "kaufen".

Dennoch ist Wahlbetrug in den USA auf verschiedene Weise möglich. Beispielsweise gewann George W. Bush, weil sein Bruder Wahlautomaten die Stimmauszählung fälschen ließ und weil - welch Zufall, nicht wahr?! - in ländlichen Gegenden mit hohem Demokraten-Wähler-Anteil plötzlich und unerwartet der öffentliche Nahverkehr stockte und die Leute nicht oder nicht rechtzeitig zu den Wahlurnen kamen.

Nicht ohne Grund waren dieses Mal so viele OSZE-Wahlbeobachter in den USA unterwegs, wie noch nie zuvor in irgendeinem Land. (OSZE-Wahlbeobachter gehen in Diktaturen und andere Länder mit fragwürdigen Wahlen, um zuzuschauen, ob vielleicht betrogen wird.)

=================================

Das eigentliche Problem war Clinton selbst. Sie gehört zu den unbeliebtesten Politikern in den USA. Auch bei den Demokraten ist sie absolut unbeliebt.

Und so kam es eben, dass so mancher Demokrat gar nicht zur Wahl ging, weil er weder Clinton noch Trump wählen wollte. Und mancher Demokrat hat auch verzweifelt sein Kreuz bei Trump gemacht, weil er, im Vergleich zu Clinton, die als Kriegstreiberin und korrupt verschrien ist, Trump für das "kleinere Übel" hielt...

Hätte man Sanders aufgestellt, wäre jetzt wohl ein Demokrat Präsident. Doch es war Clintons letzte Chance auf das Amt. Also tat sie alles (einschließlich Betrug bei den Vorwahlen), um sich die Präsidentschafts-Kandidatur zu sichern...

Das Volk war ihr in den vergangenen Jahrzehnten egal. Und es war ihr auch jetzt egal. Ihr ging es einzig um die Trophäe ... So wie Trump auch.

Kommentar von Predbabe ,

Vielen, vielen Dank für deine ausführliche und sehr aufschlussreiche Erläuterung der Geschehnisse, Unsinkable2 ^^

Ich dachte, da ja im Nachhinein rum kam dass sehr viele Trump-Wähler gar nicht bei der Umfrage mitgemacht haben, dass sie gar nicht mitmachen wollten.

Aber dass die Ländereien (in denen sie unter anderem wohnen) gar nicht befragt worden sind, ist ja auch nicht besser :(

Und bisher dachte ich persönlich, Trump wäre das größere Übel.

Aber leider wird ja durch die Presse meist (nicht immer!) nur das wiedergegeben, was von den Kandidaten und den Politikern im Allgemeinen gewollt wird!

Also, nocheinmal: Vielen Dank für die Aufklärung :)

lg Predbabe

Antwort
von Pu11over, 25

Nein. Das Ergebnis liegt an dem chaotischem Wahlsystem in der USA. Nicht alle tatsächlichen stimmen für Clinton oder Trump werden zusammen gezählt, sondern nur wie viele Wahlmänner jeweils der Kandidat hat, die gewählt wurden. Und da hat Trump halt mehr Wahlmänner.

Kommentar von Predbabe ,

*hust* Schm... *hust* (Extra nicht ausgeführt, nicht das mich die NSA, die ab Dezember unter seinem Joch steht, auf mich kommt *hust*) :)

Antwort
von huehnchenhase20, 21

Es kommt nicht auf einzelne Bürgerstimmen, sondern auf die Stimmen der Wahlmänner der Bezirke an, ich füge ein Bild anbei. 

Überschrift: Wie man eine Wahl für sich entscheidet (frei übersetzt)

Abbildung Links: 50 Stimmen 60%Blau 40%Rot

Abbildung Mitte: 5 Bezirke, 5 mal die Mehrheit für Blau, Blau gewinnt

Abbildung Rechts: 5 Bezirke 3 mal Mehrheit Rot, zweimal Mehrheit Blau, Rot gewinnt

Antwort
von Memo2000plus, 27

Wie sagte schon der gute Karl Napf, Gott hab ihn selig: "Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe!"

Kommentar von Predbabe ,

Tja, Gott hat in vermutlich selig. Oder ist ihm zumindest wohlgesinnt ^^

Antwort
von Skinman, 5

Ja selbstverständlich war das ein Komplott. Und nicht nur eins, aber das Wichtigste war die FBI-Nummer. Clinton hätte nur zwei Prozent mehr benötigt, strategisch auf die richtigen Swing-States verteilt, dann hätte sie jetzt 307 Stimmen im Electoral College und wäre Präsidentin.

http://fivethirtyeight.com/features/what-a-difference-2-percentage-points-makes/

Und diese zwei Prozent Stimmen hat der Pseudo-Aufreger um Nicht-Emails alle Male gekostet, den FBI-Scheff Comey da letzte Woche geleaked hat.

Antwort
von AJuergen, 11

Was sagen Umfragen aus ? Wenn mann in Deutschland bei einer Umfrage die Besser Verdienenden  oder Reiche fragen würde ob sie  Merkel wählen , würden die  mit ja Antworten .

Fragt mann aber Rentner die eine Mini Rente bekommen oder Menschen die im Billig Lohn Bereich arbeiten . Bekommt die Umfrage eine andere Seite , und ich glaube da wird das wohl niemand mit ja Beantworten .

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community