Frage von alphaclasch, 35

Wenn der "nächste" Erbe den Erblasser umbringt, an wen geht dann das Erbe?

Wir haben Monk gekuckt, und dort hat einer seine Schwester umgebracht, nun hat sich uns die Frage gestellt, an wen das Erbe geht, wir können uns nicht vorstellen, dass derjenige der den Erblasser ermordet hat, durch ein Erbe noch "belohnt" werden sollte wenn er die Haftstrafe abgesessen hat (ist ja in Deutschland durchaus möglich). Geht es an evtl. weitere Verwandte und wenn keine weiteren Erben vorhanden sind, geht das Erbe dann an den Staat sofern kein Testament vorliegt?

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 13

, an wen geht dann das Erbe?

Zunächstmal ist der Fall recht explitzit in §2339 Abs 1 Satz ein geregelt.

https://dejure.org/gesetze/BGB/2339.html

Wenn der Erbe rechtskräftig für erbunwürdig erklärt wird, fällt das Erbe an den, der geerbt hätte, hätte der für unwürdig erklärte den Erbfall nicht erlebt. (§2344 Abs 2 BGB)
Die Erbunwürdigkeit wird dabei durch Anfechtung geltend gemacht. D.h. die Folge tritt nicht automatisch ein.  "Anfechtungsberechtigt ist jeder, dem der Wegfall des Erbunwürdigen, sei es auch nur bei dem Wegfall eines anderen, zustatten kommt." ( §2341 BGB).  Hierzu zählt auch das Land und der Bund.






Kommentar von alphaclasch ,

Heißt das im Umkerschluss, wenn niemand da ist, der den Mörder als Erbunwürdig deklariert (da z.B. der ermordete vereinsamt war und keine Verwandtschaft ausfindig gemacht werden konnte), würde er mit seinem perfiden Plan am Ende doch durchkommen nachdem er seine Haft abgesessen hat???

Antwort
von Daoga, 15

Rein theoretisch kann ein Erbe tatsächlich am Ende an den Mörder fallen, wenn er der nächste oder einzige Abkömmling ist. Es gibt aber den Begriff "Erbunwürdigkeit", der gerade bei aktiv-mordender Erbschleicherei zum Tragen kommt ( https://de.wikipedia.org/wiki/Erbunw%C3%BCrdigkeit ), das heißt, wenn jemand (ein anderer Verwandter, Staatsanwalt, sonstwer) wegen der Schwere des Delikts auf Erbunwürdigkeit plädiert, ist der Mörder erbmäßig außen vor und guckt in die Röhre. Sowas gab´s schon mal in einem Fall, wo ein 16Jähriger die eigenen millionenschweren Eltern umgebracht hat, weil die ihm nicht genug Taschengeld geben wollten und er auf das ganze Vermögen spekuliert hat. Ist aufgrund "Erbunwürdigkeit" dann stattdessen alles an einen Neffen von einem Elternteil gegangen.

Antwort
von Pauli1965, 19

Wenn der nächste eigentliche Erbe den Erblasser umbringt, bekommt der Erbe gar nichts. Das fällt dann den nächsten Erben oder dem Staat zu, wenn keine Erben mehr da sind.

Antwort
von Shany, 14

Genau so ist es

Antwort
von DUHMHAITTUHTWEE, 8

Das ist schon mal dumm,also eigentlich sollte man professionell genug umgehen, so dass man gerade NICHT im Knast landet.
Das Erbe geht an Verwandte 2.Grades dann an welche 3.Grades & dann an den Stadt.
Aber nicht an jemanden der gemordet hat(also nicht , wenn er deshalb sogar im Gefängnis war)

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