Frage von Dantz, 105

Wenn der Ausbildungsbetrieb insolvent geht, was dann?

Hallo. Also ich durchlebe eine unerträgliche Ausbildung als Groß - und Außenhandelskaufmann.

Chef verlangt von einem, ohne Schulung, oder Hilfestellung Kaltakquise am Telefon zu machen. Nur mit Druck und dummen Sprüchen.

Wenn man ihn bittet, dass der das doch mal vor uns macht, damit wir sehen, wie das gehen soll, dann weigert er sich.

Ja...und dann gibt er seinen Azubis die Schuld, dass der Betrieb in den roten Zahlen ist und er so wenig Geld hat.

Problem ist, ich bin 31 Jahre als und bedingt durch eine schwere Vergangenheit konnte ich jetzt erst eine Ausbildung finden. Und hab erst knapp 18 Monate um. Also die Hälfte quasi.

Ich hab das komplette erste Lehrjahr zu 80% nur Akquise gemacht und ihn gebeten, doch mal zu helfen, er hat das immer verweigert und dann hab ich einer neuen 2 Monate lang geholfen, wenn Sie bei der Akquise nicht weiterkam, woraus er mir dann später nen Strick drehen wollte und überhaupt hat der mich mal angefriffen, weil ihm ein Kunde nicht schnell genug bestellt hat, weil er erst 3 Monate später Bedarf hatte, wozu ich ja mal überhaupt nichts kann.

Ja...seit 5 Monaten weigere ich mich, Akquise zu machen und heute meint er erst, dass er dann jetzt pleite geht und Insolvenz anmelden muss und ich dann ja meine Ausbildung vergessen kann.

Das Problem ist...der vertreibt Haftetiketten...und die Kunden decken sich immer mit einem Jahresvorrat ein. Das heißt, oft scheitert unsere Kundengewinnung entweder am Preis...oder weil er halt noch eingedeckt ist und wir uns in 6 Monaten wieder melden sollen.

Was soll mann denn da machen? Und überhaupt, ist das generell nicht so einfach.

Und heute drängte er wieder, dass ich in Zukunft wieder Akquise machen soll.

Ich hätte nicht übel Lust, mal ein Schlichtungsgespräch bei der IHK vorzuschlagen und das alles mal genauso zu erzählen. Nur laufe ich dann die Gefahr, dass ich den Rest der Ausbildung nur noch Hölle und Vietnam 2.0 da hab. Oder was meint Ihr?

Das ist auch, bedingt durch mein Alter, wahrscheinlich meine letzte Chance, eine abgeschlossene Ausbildung zu absolvieren und genau damit spielt er immer.

Was wäre denn, wenn der morgen plötzlich Insolvenz anmelden würdde? Hat jemand Erfahrung damit und einen generellen Ratschlag für mich? ^Hab mal mit einem von der IHK geredet, bei dem hatte ich dann den Eindruck, dass er sich lieber raushalten will.

Aber mich macht die ganze Situation einfach krank. Kann mir jemand was sagen?

Danke :)

Antwort
von DerSchopenhauer, 48

Du sollst ausgebildet werden und ein Azubi stellt keine preiswerte Arbeitskraft dar - wenn Du 80% Deiner Ausbildungszeit Akquise machst, dann wird nicht ausgebildet - die Ausbildungsinhalte sind im Ausbildungsrahmenplan festgelegt - die Ausbildungsinhalte sind pro Ausbildungsjahr festgelegt und sind ZWINGEND zu vermitteln - wenn dies nicht geschieht, hast Du ggf. einen Anspruch auf Schadenersatz, wenn z. B. die Prüfung nicht bestanden wird - daher sollten auch die Ausbildungsnachweise nur das enthalten, was Du tatsächlich machst - oft verlangen die Ausbilder, daß man dort auch Tätigkeiten hineinschreibt, die man nicht gemacht hat - dieser Aufforderung braucht man nicht nachkommen.

IHK

"ich [habe] dann den Eindruck, dass er sich lieber raushalten will"

Das mag Dein Eindruck sein - aber die IHK ist für die Überwachung der Ausbildung zuständig und MUß aktiv werden, wenn die Ausbildung nicht ordnungsgemäß abläuft oder ein Azubi um Hilfe bittet - das ist deren gesetzliche Verpflichtung.

Sollte das Unternehmen insolvent gehen, helfen die IHK und die Arbeitsagentur dabei, einen Ausbildungsbetrieb zu finden, bei dem Du die Ausbildung fortsetzen kannst.

Antwort
von insalata2, 41

Merkwürdiges Ausbildungsverhältnis, Für eine bessere Beurteilung Deiner Frage wüsste man gern, wie groß der Betrieb ist. Haftetikettenherstellung oder Handel? Wenn Ihr herstellt, dann müsstet ihr ja Vorlagen für den Druck haben. Da sehr viele Branchen Haftetiketten benötigen, solltest Du vielleicht mal eine Branche, z.B. Juweliere, durchforsten, um Dir ein Bild zu verschaffen.

Aus der Ferne muss ich Dir allerdings sagen, dass Du mit einem solchen Chef, einer echten Flachpfeife, bestraft bist. Er müsste der erste Verkäufer in der Firma sein und Dir zeigen, wie man am besten akquiriert!

Kommentar von Dantz ,

Nee, das ist ja auch so ein Ding. Der ist Wiederverkäufer. Wir haben keine Etikettenproduktion bei uns, so dass wir uns auch gar nicht richtig mit Materialien und Druckern auskennen. :D 

Antwort
von rommy2011, 42

könntest du dich nicht auch beim arbeitsamt beraten lassen und dir da evtl. einen ersatz-lehrbetrieb suchen lassen, die müssten doch auch helfen können oder ? sehe ich das falsch.

Kommentar von Dantz ,

Hab ich auch schon versucht.

Kommentar von rommy2011 ,

also da bin ich mit meiner weisheit schon am ende - sorry - ich wünsche dir alles gute.

Antwort
von robi187, 19


rede mal mit dem vertauenslehrer der berufschule


Antwort
von PainFlow, 46

Such dir einen anderen Betrieb. Fertig. Die übernehmen dich bestimmt noch ins 2 Lehrjahr.

Kommentar von Dantz ,

Hab ich vergessen, zu erwähnen. Das hab ich auch schon versucht.

Kommentar von PainFlow ,

Weiter probieren... Würde dort keinen falls bleiben, vor allem wenn das Unternehmen nur Rote Zahlen schreibt.

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