Frage von ClowdyStorm, 55

Wenn das Universum so alt ist, warum sehen wir andere Leben nicht?

Expertenantwort
von uteausmuenchen, Community-Experte für Universum, 21

Hallo ClowdyStorm,

weil das nicht sooo einfach ist. Wenn Du Glück hast, dann kann es aber durchaus noch zu Deinen Lebzeiten passieren, dass ein Nachweis für Leben auf einem anderen Planeten in einem anderen "Sonnensystem" gelingt.

Aber der Reihe nach.

Zuerst einmal ist das Universum rund 13,8 Milliarden Jahre alt, ja. Aaaaber da kann es noch nicht gleich mit dem "Leben" losgehen. Denn am Anfang ist es erst mal zu heiß dafür, dass sich überhaupt stabile Atome bilden.

Erst rund 400 000 Jahre nach dem Urknall ist es "kühl" genug für die ersten neutralen Atome. Rund 1/2 bis 1 Milliarde Jahre nach dem Urknall bilden sich die ersten Sterne und die ältesten Galaxien.

In diesen ersten Sternen gibt es aber praktisch nur Wasserstoff und Helium. Alle schwereren Elemente sind noch nicht gebildet. Die antstanden nämlich nicht beim Urknall, sondern erst später, als die ersten heißen Sterne in Supernovaexplosionen starben. Diese Gerneration 1-Sterne erst haben die schwereren Elemente wie Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff,.... geleifert. Um die allerersten Sterne kreisten deshalb keine Planeten, zumindest keine Gesteinsplaneten. Und es gab kein Leben.

Erst ab etwa der dritten Generation Sterne wäre das möglich gewesen. Wir verlieren also schon mal über die erste Hälfte des Alters des Universums, weil wir auf die ausreichende Lieferung schwerer Elemente warten müssen.

Und auch hier kann sich nicht um jeden Stern ein Planet entwickeln, auf dem Leben möglich ist. Es muss Planeten in der sogenannten "habitablen Zone" um den Stern geben. Das ist der Bereich, der einigermaßen geeignete Temperaturen bietet.

Zudem fallen viele Sterne weg, die ihren Planeten nicht über lange Zeiträume stabile Klimabedingungen gewährleisten können - denn die Entstehung von Leben benötigt Zeit. Ein blauer Überriese z.B. lebt selbst nicht lange genug.

Zweitens darfst Du die enormen Entfernungen im All nicht vergessen. Unsere Milchstraße allein hat einen Durchmesser von 100 000 Lichtjahren. Wenn wir heute ein Signal "Hallo Ihr da draußen" losschicken, dann hat es erst in 100 000 Jahren die Milchstraße durchquert. Und das gilt halt auch für Signale, die ET mal losgeschickt hat.

Drittens muss man sich fragen, was wir unter "Leben" verstehen wollen. In unserer Phantasie ist das nur allzu gerne der UFO-filegende Außerirdische. Tatsächlich sind aber irgendwelche Mikroben erheblich wahrscheinlicher.

Wenn Du überlegst,

  • dass 3/4 der Zeit auf diesem Planeten nur Einzeller existierten,
  • dass selbst der Eintritt ins Technologiezeitalter gerade einmal knapp 100 Jahre her ist (also 100 Jahre von 4,56 Milliarden Jahren Erdgeschichte...)


dann wird klar, dass wir auch damit rechnen müssen, dass die allerwenigsten Außerirdischen Signale senden oder empfangen werden. Ein nettes "Hallo Ihr da draußen" zu funken oder danach zu lauschen wird also die allermeisten sehr wohl bewohnten Planeten nicht entdecken.

So einfach ist es also nicht. Wir müssen anders suchen, wenn wir unsere Chancen verbessern wollen


Zuletzt darf man bei aller Ungeduld nicht vergessen, dass wir technisch erst seit Anfang der 1990er in der Lage sind, überhaupt Planeten um andere Sterne nachzuweisen. Wir haben da mit dem Kepler-Teleskop einen phänomenalen Durchbruch gehabt und fast um jeden dritten der untersuchten Sterne Planeten entdeckt.

Das ist toll. Wir wissen da heute so viel mehr als vor 20 Jahren. Zum ersten Mal sind wir so weit, uns an die Spektralanalyse der Atmosphären von Exoplaneten wagen zu können. Vielleicht finden wir darin, was wir suchen. Es würde mich nicht wundern. Aber es ist halt technisch anspruchsvoller als der Laie es sich so vorstellt.

Falls Dich das interessiert, verlinke ich Dir einmal einen Vortrag von Dr. Gero Rupprecht. Er erzählt darin über die spannende Suche nach Exoplaneten:



Nur, um Dir mal einen Eindruck zu vermitteln, welche technischen Anforderungen man erfüllen muss, um eine Spektralanalyse von der hauchdünnen Atmosphäre eines winzigen Planeten zu machen, der vom Licht seines Sternes überstrahlt wird - und das ganze in einer Entfernung von mehreren hundert Lichtjahren.

Nicht ungeduldig werden!

Grüße

Antwort
von kami1a, 7

Hallo! Der wahrscheinliche Grund - die Entfernungen sind zu groß. Es gibt min 100 Milliarden Galaxien mit je 100 Milliarden Sonnen und entsprechend vielen Planeten. Die Natur hat da viele Versuche - wir werden sicher nicht alleine sein. Es gibt Außerirdische aber wenn sie mal die Erde erreichen werden sie kaum etwas zerstören können - das machen wir soeben selbst. Jede Minute werden ca. 30  Fußballfelder gewachsene Natur kaputt gewalzt. : Wir sind gerade dabei die Festplatte unseres Planeten zu löschen. Eine Kopie gibt es nicht.  Ich wünsche Dir ein gutes und schönes Wochenende.

Antwort
von SirPanamera, 55

Weil die Chance, das Planten und Sonne in so einem perfekten Verhältnis für solch perfekte Bedingungen für Leben sehr gering ist. Aber auf die Größe des Universums gerechnet ist es doch Möglich das Leben wo anders existiert weil wir ja der Beweis sind. Nur muss man in solch große Entfernungen erst einmal gelangen um herauszufinden ob es dort Leben gibt und da Licht ja "nur" in Lichtgeschwindigkeit scheint, kann man wenn man denn via Hubble Weltraumteleskop  in Vielen Lichtjahren Entfernung ein Zeichen von einem perfekten Planten sieht nicht davon ausgehen das dieser noch existiert, da das Licht so lange braucht bis es uns erreicht.

Antwort
von Hamburger02, 20

Weil das Universum nicht nur alt, sondern auch riesengroß ist und weil wir erst seit wenigen Jahren in der Lage sind, nach Lebenszeichen zu suchen.

Antwort
von claushilbig, 5

Neben den vielen andere Erklärungen hier eine ganz einfache:

Zum "sehen" braucht es Licht, dass von diesem Leben bis zu uns gekommen sein muss.

Und das Licht von andern Planeten braucht nun mal teilweise Millionen und Milliarden Jahre bis zu uns.

Also kann es theoretisch z. B. durchaus sein, dass es auf einem Planeten in einer Entfernung von 2 Millionen Lichtjahren seit einer Million Jahren Leben gibt. "Sehen" können wir das aber erst in einer Million Jahren, weil erst dann das Licht von dort bei uns angekommen ist

Antwort
von Georg63, 12

Mal angenommen, dass gleich auf dem nächsten bewohnbaren Planeten intelligente Lebewesen existieren (absolut unwahrscheinlich) und die auch schon ein paar tausend Jahre länger dort sind und immer schön in unsere Richtung lauschen.

Selbst diese direkten Nachbarn würden erst in über tausend Jahren erfahren, dass es uns gibt, da wir erst seit 50 Jahren "sichtbar" sind - durch das aussenden von Radiowellen.

Kommentar von ClowdyStorm ,

Warum ist es unwahrscheinlich? Und so intelligent ist der Mensch auch wieder nicht.

Kommentar von Georg63 ,

Die Entstehung von Leben ist überhaupt äußerst unwahrscheinlich. Wäre die Erde nur wenige Prozent näher an der Sonne oder weiter weg, gäbe es kein Leben. Eine winzig andere Zusammensetzung der Atmosphäre .... und und und ... Milliarden von Faktoren müssen exakt passen, damit sich Eiweißketten bilden stabilisieren und sich zu Lebenwesen weiterentwickeln.

Aber wie gesagt - selbst wenn unser Nachbarstern einen belebten Planeten hätte, würde man uns dort immer noch nicht bemerkt haben.

Noch ein Beispiel: Angenommen der schlaue Archimedes hätte damals vor über 2.000 Jahren eine Apparatur gebaut, mit der man starke Lichtsignale senden kann und hätte mit dieser in Richtung unseres Nachbarsterns geblinkert, und weiter angenommen, die dortigen Bewohner hätten das gesehen und vor lauter Freude ein Signal zurückgesendet. Dieses Signal würde erst in einigen hundert Jahren hier sichtbar werden.

Kannst du dir jetzt ein wenig vorstellen, um welche Entfernungen und Zeiträume es geht? Beim übernächsten Stern wären es schon gleich ein paar TAUSEND Jahre mehr.

Antwort
von WillTell, 38

Es gibt Berechnungen bzw. Überlegungen das wir eine der ersten intelligenten Spezies sind und jetzt erst wurden welche nachkommen um uns sozusagen erst entdecken zu können. Das liegt mit unserem Planeten und der habitablen Zone zusammen und das jetzt erst durch bestimmte Prozesse im Universum Planeten geboren werden. Ich meine das so oder so etwa irgendwo gelesen zu haben. So genau wird das aber wohl zur Zeit niemand sagen können. Vielleicht gibt oder gab es schon intelligente Lebewesen die uns aber noch nicht entdeckt haben oder sich nicht für uns interessiert haben.

Kommentar von ClowdyStorm ,

Ich glaube nicht das wir die einzigen "Intelligenten" Lebewesen auf diesen riesigen Universum sind. Und wie will man denn berechnen ob, wer oder was noch alles so gibt oder eben nicht, wenn wir bis jetzt nie außerhalb unserer Gegend betreten haben?

Kommentar von SirPanamera ,

Also gehst du davon aus das alles einen Anfang hatte? oder bist du der Meinung das Universum ist schon unendlich alt, bzw. es gab und wird es immer geben... es gab bestimmt schon einmal Menschen oder andere Lebewesen, aber vielleicht ist diese Spezies mit dem Tot ihres Planeten auch ausgelöscht worden.

Da kann man drüber streiten

Kommentar von Shakez ,

Ich gehe davon aus das der Mensch überhaupt nicht Intelligent ist. Welches Lebewesen zerstört sein zuhause außer wir ?

Kommentar von WillTell ,

Was genau der Anfang ist ob der Urknall oder sonst etwas und was das Ende sein wird alles Spekulationen. Es gibt aber eben Beobachtungen sowie Berechnungen das zB alle Himmelskörper auseinander trifften und von sich weg bewegen und das um uns herum die Energie sich verteilt das heißt es wird kälter. Klar möglich wäre sogar das es auf unserem eigenen Planeten schon mal Menschen gab und die wieder ausgelöscht worden sind also mit Technologie usw. Nach vielen Millionen Jahren bzw Milliarden weiß das niemand so genau. Da gehen auch Plastik und Knochen komplett weg.

Kommentar von WillTell ,

Shakez du gehst jetzt von unseren Tier Lebewesen aus sonst hast du keine andere Spezies als Referenz lol. Wenn ich nichts weiß ob und wo und welch Spezies es gibt im Universum, wenn diese Intelligent ist kannst du davon ausgehen das es dort auch Konflikte geben wird. Stell dir nur mal vor die wären Hyper Intelligent und hätten aber die Tradition wie manche Tiere zB ihre Männlichen wenns sowas gibt überhaupt bei denen und würden die auffressen. Wärste bestimmt empört oder? Kannst aber geben und viel mehr.

Antwort
von nordman48, 29

Im Laufe de vielen Milliarden Jahre haben sich die Planeten immer weiter von einander entfernt. Ich bin froh, dass uns, obwohl wir wie verrückt Signale ins All schießen, noch keiner entdeckt hat. Die Gefahr, dass welche gut oder böse sind liegt bei 50:50. und in meinem Leben brauche ich diese Gefahr nicht auch noch.

Kommentar von ClowdyStorm ,

Sowas wie gut oder böse existiert nur in unsere Welt.

Kommentar von nordman48 ,

Wenn du das so sicher weißt - bist du ein Hellseher oder was auch immer, der andere Intelligenzen kennt. Hut ab.

Kommentar von keineahnungaf ,

Vllt hat es ja gute Aspekte- Die Menschheit würde sich zusammenreißen und gemeinsam gegen etwas kämpfen-nicht gegeneinander.(Sollte es welche geben die Böse sind.)

Kommentar von nordman48 ,

Wir haben ISIS. Das genügt doch.

Kommentar von ClowdyStorm ,

@nordmann und die Politikern auch.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten