Frage von Konzulweyer, 113

Wenn das Hitlerattentat 1944 geglückt wäre, wären dann die Putschisten tatsächlich an die Macht gekommen?

Hätte es dann auch noch nen Bürgerkrieg geben können. Kann mir kaum vorstellen, daß alles an Hitler hing. Der Großteil der Bevölkerung verurteilte das Attentat.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wolfgang11, 35

Ich bin Jahrgang 1924 und habe die Zeit erlebt.

Nach meiner Meinung wären Göring, Himmler oder Göbels auf den Thron gestiegen. Vielleicht hätte es aber auch einen Machtkampf gegeben.

Zu einem Kriegsende hätte es aber wahrscheinlich nicht geführt. Die Generäle der Wehrmacht standen nicht hinter dem Attentat. Sie alleine hätten den Krieg beenden können, indem sie die Waffen niedergelegt hätten. Sie gaben nicht auf und kämpften bis zum bitteren Ende, obwohl der Krieg lange verloren war und gegnerische Soldaten auf deutschem Boden waren.

Antwort
von Bswss, 43

Diese Frage ist unbeantwortbar. Jede Antwort auf dieses Frage ist spekulativ und unbeweisbar.

Man kann höchstens sagen, dass es MÖGLICH gewesen wäre, dass die Attentäter, die Du "Putschisten" und nicht "Widerstandskämpfer" nennst, an die Macht gekommen wären, weil sie der deutschen Oberschicht (teilweise auch Adel) angehörten.

Deine Behauptung, dass ein "Großteil" das Attentat verurteilte, ist mehr als zweifelhaft, weil die meisten Deutschen angesichts der Zerstörungen, der vielen toten Soldaten, der kaum noch "vorhandenen" Männer (waren fast alle and der Front)  den Krieg 1944 schon verabscheuten. Absolut lebensgefährlich , fast schon Selbstmord, wäre es gewesen, öffentlich zu sagen, dass man traurig über das Nicht-Gelingen des Attenttats war. So etwas DACHTE man allenfalls und äußerte stattdessen Freude darüber, das "der Führer" überlebte.

Antwort
von Kuno33, 57

Das ist schwer zu sagen. Zu dieser Zeit war Deutschland schon weitgehend desorganisiert. Vielleicht wäre es eine Chance gewesen, den Krieg früher zu beenden.

Antwort
von Schlauerfuchs, 45

Ja ,schon ,aber wäre die Frage gewesen ob die Aleirten sich mit ihnen an einen Tisch gesetzt hätten und Friedensverhandlungen mit ihmen gemacht hätten , od das Ergebnis das gleiche gewesen wäre totale Niederlage ?

Kommentar von Konzulweyer ,

Ja gut, selbst in diesem Falle hätten wahrscheinlich zig Millionen den Krieg überlebt.

Kommentar von Schlauerfuchs ,

Das ist die Frage, hätten sie Erfolg bei den Verhandlungen gehabt ,hätte die Bevölkerung dies akzeptiert. 

Wäre aber die Bedingungslose Kapitulation von den Alleirten gefordert worden, sowie die Abtretung der Ost Gebiete ,wäre das nicht möglich gewesen und es hätte ggf einem Gegenputsch gegeben.

Antwort
von voayager, 17

Das ist eine recht interessante Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Schwer zu sagen, fest steht, jedenfalls, dass Roosevelt und Churchill zu disem Zeitpunkt in ihrer Atlantik Charta die bedingungslose Kapitulation Deutschlands forderten. Das machte es den Attentätern schwer, so dass sie einen Teil der hohen Offiziere nicht auf ihrer Seite hatten.

Nicht auszuschließen ist natürlich, dass sich dann eine 2. Dochstoßlegende breitgemacht hätte, zumindest bei einem Teil der Bevölkerung.

Nicht abzusehen ist zudem, welcher Flügel der Attentäter sich bei einem Erfolg durchgesetzt hätte. Es gab Beteiligte, die einen Ständestaat einforderten, also ein Modell, wie es einst in Portugal bestand.

Das beste wäre wohl unter diesen Kalamitäten gewesen, wenn die West-Alliierten in Frankreich gesiegt hätten. Nur deren Planlosigkeit, Panik und Beschränktheit ermöglichte den Sieg der Hitler-Faschisten dort.

Ein Riesenvorteil hätte ein erfolgreiches Attentat natürlich gebracht, unendlich viele Soldaten als auch Zivilisten wären nicht elendlich verreckt, sondern wären so am Leben geblieben. Auch viele der schönen deutschen Altstädte wären nicht den Brandbomben zum Opfer gefallen.

Ein erheblicher Rest an Unwägbarkeiten und Ungeklärtheiten bleibt so natürlich auf der Strecke.

Antwort
von HansH41, 24

Zu diesem spekulativen Thema gibt es

1) ein Buch von Christian von Ditfurth mit dem Titel "Der 21. Juli" aus dem Jahre 2003. Es ist eine Fiction, die mir persönlich nicht gefallen hat.

2) ein Fernsehspiel "Der 21. Juli" von Peter Schulze-Rohr aus dem Jahre 1972. Hier wurde minutiös gezeigt, wie es weiter gegangen wäre. Und sehr ernüchternd war: die alliierten Kriegsgegner hatten keinerlei Interesse mit dem hitlerfreien Deutschland Frieden zu schließen. Sie wollten die völlige Unterwerfung Deutschlands und keine Befreiung. Sie erzwangen die Kapitulation des Deutschen Reiches - so wie in der Wirklichkeit. Nicht Hitler war ihr Feind, sondern Deutschland.

In dieser Zeit (1972) wurde gerade diskutiert, ob Deutschland befreit oder besiegt wurde. Und da hinein passte das Fazit des Fernsehfilms überhaupt nicht.

Mich hat er sehr bewegt und ernüchtert.. So habe ich ihn in all den vielen Jahren nicht vergessen.

Kommentar von HansH41 ,

Man möchte es nicht für möglich halten. Auch auf diese Aufzählung zweier Medien hat man mir einen Negativpfeil gegeben.

Kommentar von earnest ,

Reichsdeppen bei der Arbeit?

Kommentar von autmsen ,

Sie erzwangen die Kapitulation des Deutschen Reiches - so wie in der Wirklichkeit. Nicht Hitler war ihr Feind, sondern Deutschland.

Deswegen gilt bis heute SHAEF-Artikel 52. Es kann lohnen sich damit mal näher zu beschäftigen. 

Antwort
von lesterb42, 29

Ja, sie wären an die Macht gekommen. Das war ja Ziel des Putsches. Wie lange sie an der Macht geblieben wären und wie es weiter gegangen wär, ist reine Spekulation.

Antwort
von extrapilot350, 43

Woher nimmst du die aussage dass der großteil der bevölkerung das attentat verurteilte? Ganz im gegenteil, der krieg war da schon verloren und die bevölkerung hatte den krieg satt..

Kommentar von Konzulweyer ,

Aus Dokumentationen. Was der einzelne dachte ist ne andere Sache.

Kommentar von extrapilot350 ,

Du solltest die richtigen dokus lesen und nicht die des damaligen propagandaministeriums.

Antwort
von earnest, 7

Was wäre wenn? 

Die "Putschisten", die ich, anders als du, "Widerstandkämpfer" nenne, hätten, falls die denn an die Macht gekommen wären, sicher große Schwierigkeiten gehabt, wie geplant mit den Alliierten einen "ehrehhaften Frieden" zu schließen.

Hätte, hätte, Fahrradkette ... 

Woher nimmst du deine Behauptung, die meisten Deutschen "verurteilten das Attentat"? DIE Deutschen wurden nicht einmal korrekt über das Attentat unterrichtet.

Gruß, earnest

Kommentar von earnest ,

-edit: Widerstandskämpfer

Kommentar von Konzulweyer ,

Die haben ihn ja 1933 rechtmäßig gewählt. Beim Sieg über Polen und Frankreich haben die meisten doch auch gejubelt. Na gut, schon der gescheiterte Versuch der Beseitigung Hitlers verdient vor der Geschichte Anerkennung. Und selbst die Wiederstandskämpfer hätten bei weiteren militärischen Erfolgen dem Hitler zugejubelt

Kommentar von earnest ,

Mit der "rechtmäßigen" Wahl habe ich angesichts der Repressalien vor und bei der letzten RT-Wahl meine Schwierigkeiten, siehe z.B. den Umgang mit der KPD.

Durch die Weimarer Verfassung gedeckt war die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Hindenburg.

Selbstverständlich waren die Widerstandskämpfer keine lupenreinen Demokraten. Wie denn auch?


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