Frage von Funmichi, 38

wenn antidepressiva einen glücksbodenstoff durch ein überangebot an den synapsen erhöhen, was SOFORT eintritt, wieso kommt dann die wirkung erst nach wochen?

es heißt, dass antidepressiva im wesentlichen das angebot eines glücksbodenstoffes (seretonin oder auch dopamin/noradrenalin bei manchen medikationen) an den synapsen durch rückaufnahme hemmung erhöhen und dadurch glücklicher machen, aber wieso tritt dann die wirkung erst nach wochen ein? das einzige was nach wochen geschieht ist eine herunterregulierung der synapsen durch das ständige überangebot, also warum wird dann das überangebot dafür verantwortlich gemacht für die besserung?? UND DAMIT GELOGEN, oder?

Expertenantwort
von Chillersun03, Community-Experte für Medikamente, 8

Darüber ist man sich noch etwas uneinig. Zumindest bei der Therapie mit Antidepressiva führt nicht das Mehrangebot von Serotonin direkt zur antidepressiven Wirkung, sondern die Wirkung wird durch neuronalen Anpassungsprozesse im Gehirn ausgelöst. Ein Mehrangebot an Serotonin führt bsp. dazu, dass die Serotonin-Rezeptordichte und Sensitivität in bestimmten Bereichen ab- oder auch zunimmt. Die Wirkung an den einzelnen Rezeptorsubtypen ist dabei nicht einheitlich

Bei einer Vielzahl von Antidepressivatypen entfaltet sich die volle Wirkung erst nach einigen Tagen bis Wochen kontinuierlicher Einnahme. Grund dafür dürfte die neurophysiologische Anpassung des Gehirngewebes sein, die eine gewisse Zeit beansprucht. Dazu gehören Veränderungen in der Empfindlichkeit und Häufigkeit von Rezeptoren und ähnlicher Strukturen. Die dauerhafte Besserung tritt demnach indirekt aufgrund zellulärer Anpassungsprozesse unter konstantem Wirkstoffspiegel auf.

Die lange Zeit die vergeht bis ein antidepressiver Effekt auftritt ist nicht durch einen langsam aufzubauenden Wirkstoffspiegel erklärbar. Der Wirkstoffspiegel ist bei den meisten Antidepressiva in 1-3 Tagen aufgebaut, die erhöhte Serotoninkonzentration schon wenige Stunden nach der Einnahme messbar.

Gruß Chillersun

Antwort
von km11111, 10

Hallo!

Die von dir genannten Medikamente erhöhen keine Glücksbotenstoffe, sondern (1) normalisieren (durch die Wiederaufnahmehemmung) die Menge eines (2) Botenstoffes / von Botenstoffen (mit Glück haben diese aber nichts zu tun) im synaptischen Spalt. Es geht wie gesagt um Normalisierung, nicht um eine erhöhte Konzentration.

Eine Überdosierung eines Botenstoffes führt außerdem nicht zu Glück, sondern zu einem teilw. riskanten Krankheitszustand (z.B. Serotonin-Syndrom). Eine solche Wirkung ist bei Monotherapie z.B. mit einem SSRI aufgrund der Wirkungsweise aber sehr selten.

Die verzögerte Wirkung ergibt sich durch die komplexe Pharmakokinetik dieser Medikamente (letztlich stecken dahinter mehrere komplizierte Vorgänge, die dann zu einer Normalisierung führen).  

VG. 

Antwort
von Nasdaq14, 16

Ich würde die beiden nicht gerade als Glücksbotenstoff bezeichnen.

Aber egal.


Es sind zwei verschiedene Arten von Medikaeneten die Du dort nennst.


Einmal können es  die klassichen Antidepressiva sein , die anderen ( neueren ) nennen sich Selektive Serototonin / Noradrenalin Wiederaufnahmer ( SSRI / SNRI )

Während die ersten das vorhandene Serotonin tatsächlich aufstocken, verhindern die zweiten das das im synaptischen Spalt - und nur da kann es wirken - vorhandene Serotonin wieder in die Synapsen aufgenommen wird.

Bei der zweiten Lösung wird also quasi das " zu häufige Parken " des Wirkstoffes blockiert und künstlich im synaptischen Spalt gehalten.

Dadurch wird das notwendige Niveau für eine Wirkung erhalten.

Es ist also quasi ein " relativer " Mangel an Botenstoffen, der reguliert wird.

Abgesehn davon müssenbeide erstein gewisses Level erreicht haben, bis sie wirken.

Die bioverfügbarkeit der Medikanete biis sie im Gherin anlangen ist nicht besonders hoch.

Mt freundlichen Grüßen

Nasdaq




Kommentar von Chillersun03 ,

Abgesehn davon müssenbeide erstein gewisses Level erreicht haben, bis sie wirken.
Die bioverfügbarkeit der Medikanete biis sie im Gherin anlangen ist nicht besonders hoch.

Die Bioverfügbarkeit ist hoch und das steady state level wird schon nach 2-3 Tagen erreicht.

Ich würde die beiden nicht gerade als Glücksbotenstoff bezeichnen.

Es geht um die Neurotransmitter die Glück und Wohlbefinden auslösen.

Antwort
von BananenXD, 20

es dauert bis das medikament einen bestimmten wert im körper erreicht und dann seine eigl wirkung zeigt
manchmal tritt die wirkung auch schon nach der ersten einnahme ein

das ansetzen bzw absetztn des medikaments fürt auch daher zu kurzzeitigen nebenwirkungen da der wirkstoff noch vorhanden bzw erst vorhanden ist aber in einer unzureichenden mänge was über den zeitraum des abbauens/ anreicherns zu den nebenwirkungen führt

mfg bxd

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